Freiburg 16.05.2018

Das Freiburgerland im Herzen

Natur und Stadt harmonisch vereint: Das Gemälde aus dem Jahr 2017 zeigt das Perollesquartier in Freiburg an einem Wintermorgen.
Der Freiburger Künstler Marc Monteleone lebt im Ausland, doch seine Lieblingsmotive sind Freiburger Natur- und Stadtlandschaften. Diese sind jetzt im Museum für Kunst und Geschichte zu entdecken.

Seit über zehn Jahren lebt und arbeitet der Freiburger Künstler Marc Monteleone im Ausland: Er folgte seiner Ehefrau, die im diplomatischen Dienst steht, nach Washington D.C., Paris, New York und Tunis und lebt jetzt seit knapp drei Jahren in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Seinen Gemälden aber sieht man dieses Nomadentum auf den ersten Blick nicht an: Seine Lieblingsmotive sind durch und durch freiburgisch: Natur- und Stadtlandschaften, von Freiburg bis ins Greyerzerland, von Schwarzsee bis nach Wallenried. «Marc Monteleone trägt das Freiburgerland in seiner Erinnerung und in seinem Herzen», sagt Verena Villiger, Direktorin des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg, das dem Künstler jetzt eine Ausstellung widmet.

Realistisch und traumhaft

Er denke gar nicht viel über seine Motive nach, sagt Marc Monteleone selbst. Vielleicht habe es mit Nostalgie zu tun, dass er auch in der Ferne am liebsten die Landschaften seiner Heimat male. «Manchmal weiss man die Dinge erst dann richtig zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind», so der 60-Jährige. Dennoch beeinflussen die Städte, in denen er lebt, seine Arbeit: «Sie inspirieren mich, auch wenn ich es selber oft erst später merke.» Seine Freiburger Motive kennt Monteleone gut, von vielen Besuchen und ausgedehnten Spaziergängen. Und dennoch wirken sie realistisch und traumhaft, nah und fern zugleich.

Der augenfälligste Bruch in Monteleones Schaffen erfolgte 2006, als er nach Washington D.C. ging. Inspiriert vom abstrakten Expressionismus der Amerikaner wandte er sich der Abstraktion zu und wechselte von der Öl- zur Acrylmalerei. Erst 2015 kehrte er zur Landschaftsmalerei zurück, die sich jedoch veränderte: In seinen jüngeren Gemälden, die den Hauptteil der Ausstellung ausmachen, zeigt er auch scheinbar weniger Ästhetisches wie Strassen, Autos, Verkehrsschilder oder moderne Bauwerke. «Früher habe ich diese Elemente einfach weggelassen», sagt er. «Heute betrachte ich es als Herausforderung, sie harmonisch in die Landschaften zu integrieren, denn sie sind schliesslich Teil davon.»

Geprägt sind alle Gemälde Monteleones von seinem ausgeprägten Sinn für Licht und Raum, der seinen Bildern etwas Magisches verleiht. Dazu kommt sein feiner Humor, wie er sich etwa im Bild «La Petite Lessive» bemerkbar macht, das eine Reihe in einem Badezimmer aufgehängter Büstenhalter zeigt – eine Erinnerung an seine Zeit in New York.

Sehr humorvoll und lebendig wirkt auch eine Wand mit grafischen Arbeiten, in denen Monteleone sein Talent als Zeichner und Karikaturist zeigt. Eine besondere Trouvaille ist eine Zeichnung aus Teenager-Zeiten: die Karikatur eines seiner Lehrer am Kollegium St. Michael, wo er einst sein Talent für die Kunst entdeckte.

Museum für Kunst und Geschichte, Freiburg. Vernissage: Do., 17. Mai, 18.30 Uhr. Bis zum 8. Juli. Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr.

Zur Person

Ein Schüler von Armand Niquille

Marc Monteleone wurde 1958 in Freiburg geboren. Dort besuchte er das Kollegium St. Michael, wo sein Zeichenlehrer Armand Niquille die Grundlage für seine Künstlerlaufbahn legte. Mon­te­leone bezeichnet den 1996 verstorbenen Maler, dem er stets freundschaftlich verbunden blieb, bis heute als seinen «Meister». Nach seinen Studien der englischen Literatur in Freiburg und des Bildnerischen Gestaltens in Bern hatte er ab 1987 seine ersten Ausstellungen in Freiburg. Eine Ausstellung in Basel 1997 markierte den Schritt über die Kantonsgrenze. 2006 verliess Monteleone die Schweiz und lebte seither in Washington D.C., Paris, New York, Tunis und Bischkek. Er schafft regelmässig Bühnenbilder für Theaterinszenierungen, unterrichtete an der Diplommittelschule Freiburg und lehrt seit 2008 in der Theaterabteilung des Konservatoriums Freiburg.

cs