Freiburg 06.12.2018

Eine Lektion und viel Theaterspass

Das Talman Ensemble zeigt eine frische und verspielte Version von «Der Fischer und seine Frau».
Das Talman Ensemble aus Ueberstorf bringt kommenden Dienstag das Märchen «Der Fischer und seine Frau» als Kindertheater mit Musik und Tanz auf die Bühne der Aula der Universität Freiburg. Mit dabei ist die Kinder- und Jugendtanzgruppe Appassionata.

«Manntje Mann­tje Timpe Te, Buttje Buttje in der See, meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich gern will.» Wer kennt ihn nicht, den Spruch des Fischers aus dem Märchen «Der Fischer und seine Frau», der an den immer grösseren Ansprüchen seiner Gattin verzweifelt und sich doch nicht dagegen wehrt? Der Fischer schenkt einem grossen Butt, der ein verwunschener Prinz ist, die Freiheit. Des Fischers Frau findet, der Zauberfisch müsse ihnen im Gegenzug Wünsche erfüllen, was dieser auch tut. So wünscht sich Ilsebill zuerst eine Hütte und dann ein Schloss, sie will König, Kaiser und Papst werden – doch als sie schliesslich Gott sein möchte, platzt dem Fisch der Kragen und er nimmt dem Fischerpaar alles wieder weg.

Sprechrollen für die Töchter

«Das Märchen hat eine einfache, gute Botschaft», sagt der Schauspieler und Regisseur Niklaus Talman, der daraus ein modernes Kindertheater gemacht hat. «Es lehrt uns, dass wir zufrieden sein sollten mit dem, was wir haben. In der heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft gilt das mehr denn je.» Dennoch ist die Version des Märchens, die das Talman Ensemble am Dienstag in Freiburg aufführt, keine moralische Lektion über Genügsamkeit und Bescheidenheit. Vielmehr handelt es sich um ein frisches, fantasievolles Theaterstück für Kinder ab vier Jahren, das Schauspiel, Musik und Tanz vereint. Niklaus Talman hat das Märchen umgeschrieben und bringt Kinder und Jugendliche mit auf die Bühne. Allen voran sind dies seine beiden Töchter Laila und Sofia, fünfzehn und zwölf Jahre alt. Die beiden spielen die Töchter des Fischers (Niklaus Talman), die im ursprünglichen Märchen nicht vorkommen. «Sie wollten unbedingt mitmachen und haben sich Sprechrollen gewünscht», so Talman. «Also habe ich diese Rollen ins Stück geschrieben.» In den beiden weiteren Rollen sind mit Luc Spori (Butt) und Katharina Bohny (Ilsebill) zwei bewährte Mitglieder des Talman Ensembles zu sehen.

Mit dabei ist ausserdem die Ueberstorfer Tanzgruppe Appassionata unter der Leitung von Barbara Ruffieux. Rund zwanzig Kinder und Jugendliche zwischen fünf und fünfzehn Jahren stehen auf der Bühne und bringen mit einer eigens kreierten Choreografie zusätzliche Magie ins Spiel.

Erstmals in Freiburg

Das Talman Ensemble hat das Märchenstück erstmals vor einem Jahr im Theater am Käfigturm in Bern aufgeführt, wo es alle zwei Jahre für die Weihnachtsproduktion verantwortlich ist. Über 4000 Besucherinnen und Besucher haben das Stück dort in sechzehn Aufführungen gesehen. Jetzt ist es erstmals in Freiburg zu entdecken. Niklaus Talman hatte ursprünglich zwei Vorstellungen geplant, eine davon für Schulen. Weil die Schulen in der Zwischenzeit aber keine Elternbeiträge für Aktivitäten wie Theaterbesuche mehr verlangen dürfen, ist die Schülervorstellung ins Wasser gefallen. «Ich hoffe, dass nun möglichst viele Eltern, Onkel, Tanten oder Grosseltern mit den Kindern in die Nachmittagsvorstellung kommen», so Talman. Die Kinder werden in das Geschehen einbezogen: Wenn der Fischer sein «Mann­tje Manntje Timpe Te» ruft, dürfen sie lauthals mitmachen. So lange, bis auch Ilsebill ihre Lektion gelernt hat.

Aula der Universität Miséricorde, Freiburg. Di., 11. Dezember, 14 Uhr.

Dokumentarfilm

Ein Blick hinter die Kulissen des Ensembles

Nebst dem Märchenstück hält der Monat Dezember für das Talman Ensemble noch einen weiteren Höhepunkt bereit: In Freiburg und in Bern feiert es die Premiere eines rund 40-minütigen Dokumentarfilms über das Ensemble, der aus Anlass von dessen 15-jährigem Bestehen entstanden ist. Realisiert hat den Film der Regisseur Florian Wyss, der mir dem Ensemble befreundet ist. «Ich hatte schon oft bei Proben gedacht, da sollte jetzt eine Kamera dabei sein», erzählt Niklaus Talman. Den 15. Geburtstag habe er darum zum Anlass genommen, um das Projekt zu lancieren. Anfangs sei es nur darum gegangen, ab und zu bei einer Probe zu filmen und so zu zeigen, wie eine Theaterproduktion entstehe. Dann seien immer mehr Elemente dazugekommen, nicht zuletzt ein Interview mit Philippe Trinchan, dem Vorsteher des kantonalen Amtes für Kultur, der sich zum Talman Ensemble äussere.

Der fertige Film reicht von der ersten Leseprobe für das Jubiläumsstück «Mörderkarussell» bis zur Premiere im Kellerpoche in Freiburg und lässt dazwischen verschiedene Beteiligte zu Wort kommen. Er wird auch als DVD erhältlich sein.

cs

Filmvorführungen am So., 16. Dezember, im Espace Jean Tinguely in Freiburg (18 Uhr) und am Di., 18. Dezember, im Theater am Käfigturm in Bern (19 Uhr).

Dokumentarfilm

Ein Blick hinter die Kulissen des Ensembles

Nebst dem Märchenstück hält der Monat Dezember für das Talman Ensem­ble noch einen weiteren Höhepunkt bereit: In Freiburg und in Bern feiert es die Premiere eines rund 40-minütigen Dokumentarfilms über das Ensemble, der aus Anlass von dessen 15-jährigem Bestehen entstanden ist. Realisiert hat den Film der Regisseur Flo­rian Wyss, der mir dem Ensemble befreundet ist. «Ich hatte schon oft bei Proben gedacht, da sollte jetzt eine Kamera dabei sein», erzählt Niklaus Talman. Den 15. Geburtstag habe er darum zum Anlass genommen, um das Projekt zu lancieren. Anfangs sei es nur darum gegangen, ab und zu bei einer Probe zu filmen und so zu zeigen, wie eine Theaterproduktion entstehe. Dann seien immer mehr Elemente dazugekommen, nicht zuletzt ein Interview mit Philippe Trinchan, dem Vorsteher des kantonalen Amtes für Kultur, der sich zum Talman Ensemble äussere.

Der fertige Film reicht von der ersten Leseprobe für das Jubiläumsstück «Mörder­karussell» bis zur Uraufführung im Kellerpoche in Freiburg und lässt dazwischen verschiedene Beteiligte zu Wort kommen. Die Filmpremiere findet am 16. Dezember im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle in Freiburg statt; zwei Tage später ist der Film im Theater am Käfigturm in Bern zu sehen. Der Film wird auch als DVD erhältlich sein.

cs

Filmvorführungen am So., 16. Dezember, im Espace Jean Tinguely in Freiburg (18 Uhr) und am Di., 18. Dezember, im Theater am Käfigturm in Bern (19 Uhr).

«Das Märchen lehrt uns, dass wir zufrieden sein sollten mit dem, was wir haben.»

Niklaus Talman

Schauspieler und Regisseur