Freiburg 24.02.2018

Energie wird zur neuen Aufgabe

Die Fernheizungsanlage Corminboeuf mit Solarpanels auf dem Dach ist Teil eines Energienetzes, das noch optimiert werden kann .
Die Agglo Freiburg beschloss am Donnerstag, einen regionalen Energieplan zu erstellen, und änderte die Statuten. Angebot und Nachfrage sollen über die Gemeindegrenzen hinweg koordiniert werden.

Welche der zehn Agglomerationsgemeinden verfügt über welche Energieträger? Freiburg, Düdingen und Villars-sur-Glâne haben beispielsweise ein grosses Abwärmepotenzial aus der Industrie zu bieten. Wo befinden sich aber die potenziellen Abnehmer für diese Energie? Wo ist die Nachfrage jetzt und in Zukunft am grössten? Wie kann die Energie- und Wärmeproduktion mit der Siedlungsentwicklung in Einklang gebracht werden? Solche Fragen werden neu in einem regionalen Energieplan der Agglomeration Freiburg geregelt.

Der Agglomerationsrat hiess am Donnerstagabend eine entsprechende Statutenänderung einstimmig gut, welche auf eine Motion aus dem Jahr 2011 von Christoph Allenspach (SP, Freiburg) zurückgeht.

«Vor allem Fernwärme und ihre effiziente Erschliessung machen vor Gemeindegrenzen nicht halt», hatte Vorstandsmitglied Andrea Burgener (SP, Freiburg) argumentiert und sich für eine koordinierte Entwicklung der Versorgungsnetze unter den Gemeinden ausgesprochen. «Energie ist ein Aufgabenbereich der Zukunft.»

Dabei haben Bund und Kanton schon vorgespurt. Während sich bis anhin die Agglomerationsprogramme vor allem auf die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung konzentrierten, hat der Bund mit der Agglomerationspolitik 2016+ bereits klar gemacht, dass die Energieproblematik in den künftigen Agglomerationsprogrammen angegangen werden muss. Zudem schreibt der Kanton vor, dass die Themen Siedlungsentwicklung und Verkehr zusammen mit der Energie in regionalen Richtplänen koordiniert werden müssen. Das kantonale Energiegesetz bestimmt, dass die Gemeinden einen kommunalen Energieplan zu erstellen haben, was durch mehrere Gemeinden gemeinsam geschehen könne. Das tun die Agglogemeinden nun. Mit der Ausarbeitung des Energieplans beauftragen sie ein spezialisiertes Büro. Sie haben dafür 70 000 Franken in der Laufenden Rechnung 2018 bereitgestellt.

Fakultatives Referendum

Weil die Energieplanung keine komplett neue Aufgabe ist, sondern die bestehenden Raumplanungs- und Umweltschutzaufgaben der Agglomeration Freiburg ergänzt, empfahl der Vorstand, die Statuten­änderung nur dem fakultativen Referendum zu unterstellen. Einen Antrag von Eleonora Schneuwly-Aschwanden (FDP, Freiburg), die neue Aufgabe dem obligatorischen Referendum zu unterstellen, lehnten die Agglomerationsräte klar ab.

Kulturförderung

Lohn- und Mietkosten werden weiterhin subventioniert

Vor vier Jahren haben die Agglomerationsräte Béa­trice Acklin Zimmermann (FDP, Freiburg) und Jérôme Hayoz (SP, Stadt) eine Motion eingereicht, die zum Ziel hatte, Kulturschaffenden ohne professionelle Organisationsstruktur einen besseren Zugang zu Subventionen zu erlauben. Die Motionäre schlugen vor, dass der Agglo-Vorstand die Verwaltungs-, Kommunikations-, Miet- und Lohnkosten anerkannter Kulturvereine in geringerem Masse berücksichtigen kann.

In seiner Botschaft lehnte der Vorstand dieses Ansinnen ab. Der Agglomerationsrat tat es ihm am Donnerstagabend gleich mit 40 gegen 3 Stimmen bei einer Enthaltung. Würden Fixkosten vom Subventionsanspruch ausgeschlossen, würde dies das professionelle Kulturschaffen gefährden, betonte Vorstandsmitglied Suzanne Schwegler (FDP, Givisiez). Professionelle Veranstaltungen hätten bei der Agglomeration aber Priorität. Würden Lohn- und Mietkosten nicht mehr übernommen, würde das die etablierten Finanzpläne der Kulturvereine aus dem Gleichgewicht bringen. «Wir hätten es begrüsst, wenn Kulturschaffende, die etwas Neues, Innovatives probieren wollen, eine Chance bekommen hätten», sagte Motionär Hayoz nach der Abstimmung. «Es ging uns nicht darum, die etablierten Veranstalter zu benachteiligen.»

rsa

Isochrone Karten

Nützliche Informationen an Bushaltestellen

Ab kommendem Sommer versehen die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF gewisse Haltestellen mit Informationssäulen. Darauf sind der Fahrplan, Verkehrsstörungen und der Standort der Busse ersichtlich. Zusätzlich werden sie isochrone Fussgängerkarten zeigen. Diese Karten dienen als Orientierungshilfen. Sie enthalten beispielsweise Informationen über die Distanz zu den nächsten Sehenswürdigkeiten und zur nächsten Bushaltestelle. Diese Fussgängerkarten sollen auch über eine App der TPF zugänglich sein. Die Einführung der isochronen Karten ist in einem Postulat der Agglo angeregt worden.

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