Freiburg 21.11.2020

Hof in Uebewil wird saniert

Die baufällige Scheune im idyllischen Uebewil an der Grenze zum Schönberg.
Im ehemaligen Waisenhaus von Uebewil – einem Bauernhof und einer Scheune – sollen Wohnungen entstehen. Damit wird das denkmalgeschützte Ensemble rechtzeitig vor seinem definitiven Zerfall gerettet.

Der Zahn der Zeit nagte gehörig an der imposanten Scheune im Düdinger Weiler Uebewil an der Grenze zu Freiburg. Das einsturzgefährdete Gebäude fristete seit Dezember 2018, als der dazugehörige ehemalige Bauernhof gegenüber stillgelegt wurde, ein desolates Dasein.

Zwischen der Eigentümerin, der Burgergemeinde Freiburg, und der Gemeinde Düdingen entbrannte ein Streit. Erstere war angehalten, das denkmalgeschützte Ensemble zu sanieren, wollte dies aber nur tun, wenn dabei auch eine Rendite herausspringt, sprich, wenn es zu Wohnraum umgenutzt werden kann. Letztere war nicht erpicht, weitere Familien in die Peripherie von Düdingen zu locken und anschliessend etwa für Schultransportkosten aufkommen zu müssen. Das Vorhaben der Burgergemeinde widerspreche im Übrigen dem Raumplanungsgesetz, das eine weitere Zersiedelung verbiete, argumentierte Düdingen (die FN berichteten).

Einigung erzielt

Nun steht fest: Das ehemalige Waisenhaus wird saniert und in Wohnraum umfunktioniert, wie die Burgergemeinde gestern mitteilte. «Nachdem die kantonale Bau- und Raumplanungsdirektion grünes Licht gab sowie nach intensiven Gesprächen mit der Gemeinde Düdingen und dem kantonalen Amt für Kulturgüter hat die Burgergemeinde ein Parallelstudienverfahren lanciert, mit dem Ziel, ein optimales Projekt zu finden, das nicht nur von hoher Qualität, sondern auch tragfähig ist.» Vier Freiburger Architekturbüros haben daran teilgenommen; die Wahl sei einstimmig auf das Architekturbüro LVPH gefallen, welches das landwirtschaftliche Kulturerbe mit möglichst wenig Mitteln aufwerten wolle, schreibt die Burgergemeinde weiter.

Das Projekt sieht neun bis elf mittelgrosse Wohnungen vor, verteilt über den Bauernhof und die ehemalige Scheune. Die Grösse der Wohnungen sei aufgrund denkmalschützerischer Zwänge mehr oder weniger vorgegeben, wie Philippe Berset, Dienstchef der Burgergemeinde, auf Anfrage sagte. Möglich seien Einheiten von 50 bis 70 Quadratmetern, sprich Zwei- bis Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen, denkbar seien aber auch ein paar wenige Viereinhalb- bis Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnungen. Als Ausgleich zum Wohnraum schlagen die Architekten vor, die Wiesenflächen um die Gebäude zu vergrössern, um die Landschaftsqualität des Ortes zu erhalten. Darüber hinaus werden die meisten der später errichteten oder in sehr schlechtem Zustand befindlichen Nebengebäude des Bauernhofes zu Begegnungsorten umgewandelt, und in den bestehenden Strukturen im hinteren Teil des Hofes werden Werkstätten geschaffen.

Bevor es aber so weit ist, muss die Burgerversammlung am 9. Dezember noch einen Studienkredit von 430 800 Franken genehmigen. Er dient der Fortsetzung der Vorstudien mit dem Siegerbüro bis zur öffentlichen Auflage des Projekts. Die Realisierung könnte grundsätzlich im Lauf des Jahres 2022 starten, sofern die Burgerversammlung auch noch den Baukredit bewilligt. Wie viel die Sanierung letzen Endes genau kosten wird, könne heute noch nicht gesagt werden, erklärte Philippe Berset. «Die Kostenschere reicht von drei bis sechs Millionen Franken.»

Antoinette de Weck, Direktorin der Burgergemeinde, zeigte sich erfreut über die gefundene Lösung. Das Siegerprojekt füge sich von allen eingereichten Vorschlägen am besten ins Ortsbild ein. Mit maximal elf Wohnungen werde es allerdings auch nicht so viel Einnahmen generieren. «Insgesamt wird es eine teure Angelegenheit, das stimmt. Aber uns liegt viel daran, ein qualitativ hochstehendes Projekt realisieren zu können.»