Freiburg 09.11.2018

Kilchenmann von der SVP Stadt Freiburg will in den Nationalrat

Die SVP Stadt Freiburg hat am Mittwoch­abend ihren Nationalratskandidaten bestimmt. Die Wiederwahl in den Vorstand verlief indes nicht ohne Neben­geräusche.

Emmanuel Kilchenmann: Das ist der Wunschkandidat der SVP Stadt Freiburg für die Wahlen in den Nationalrat vom 20. Oktober 2019. Der 38-jährige Anwalt wurde am Mittwochabend anlässlich der Generalversammlung per Akklamation gewählt. Die Stadtsektion ist die erste von acht Sektionen, die einen Kandidaten zuhanden der Kantonalpartei vorschlägt. Diese nominiert die Kandidaten für die definitive Liste der SVP am 21.  Februar 2019. Kilchenmann sitzt seit 2016 für die SVP im Generalrat der Stadt Freiburg, bis 2013 war er noch Mitglied der CVP. Nach der Wahl vom Mittwochabend skizzierte er sein Programm: Nach dem Motto «Freiburg first» möchte er in Bundesbern die Interessen des Kantons hartnäckig verteidigen und für tiefe Unternehmenssteuern kämpfen. Auch die Sicherheit der Schweiz schreibt er auf seine Fahnen. In diesem Sinne müsse alles getan werden, damit die Selbstbestimmungsinitiative angenommen werde. Kilchenmann sitzt in Christoph Blochers Anti-EU-Komitee.

SVP und Fingerspitzengefühl

Wie nebenbei verkündete Christophe Giller, Präsident der SVP Stadt Freiburg, dass er aus dem Vorstand zurück treten werde. «Ich fühle mich vom Vorstand nicht mehr unterstützt», sagte er vor den rund 20 anwesenden Parteimitgliedern. Aus den gleichen Gründen gibt auch Parteisekretärin Marie Zbinden ihr Amt ab. Welche Gründe das genau sind, liess sich im Anschluss an die Versammlung nicht vollständig ergründen. Laut Giller habe man ihm vorgeworfen, zu direkt und zuweilen autoritär zu sein. Giller dagegen findet, dass verschiedene Vorstandsmitglieder kein Engagement zeigten. Gemäss Marie Zbinden kommen Emma­nuel Kilchenmann und Grossrat Stéphane Peiry nie zu den Vorstandssitzungen. «Es gibt keine politischen Differenzen», versichert Vize-Präsident Pier­re Marchioni auf Nachfrage. Und es gehe auch nicht um Fragen des politischen Stils: «Es geht um Fingerspitzengefühl im Umgang miteinander.»

Vorstand ohne Präsident

Neben Giller und Zbinden gaben auch der zweite Vizepräsident David Papaux – aus beruflichen Gründen – und Kassier Clément Barras – vermutlich altersbedingt – ihren Rücktritt. Die Vakanzen konnten am Mittwochabend mangels Kandidaten nicht wiederbesetzt werden. Das Rumpfkomitee besteht somit aus den Generalräten Pierre Marchioni, Bernard Dupré und Emmanuel Kilchenmann sowie aus dem Grossrat Stéphane Peiry und dem Fraktionspräsidenten im Generalrat, Pascal Wicht, die beide von Amtes wegen im Vorstand sind.