Freiburg 26.02.2020

Konfettiregen im Regen

Die Freiburger Unterstadt war gestern ganz in der Hand der kleinsten Narren: Vom Regen liessen sie sich ihre Laune nicht verderben und machten dem Rababou am Kinderumzug der Bolzenfasnacht den Prozess.

Der Regen konnte gestern der Vorfreude der kleinen Fasnächtler nichts anhaben: Aufgeregt warteten sie in der Freiburger Unterstadt auf den Beginn des Kinderumzugs der Bolzenfasnacht. Dieser startete um 14.39 Uhr bei der Bernbrücke. Die Narren hatten sich fantasievoll verkleidet. Ob als Harry Potter, elegante Rokoko-Damen oder Joker: Sie alle waren im Fasnachtsfieber.

Mit leuchtenden Augen betrachteten eine kleine Prinzessin und ein Mini-Feuerwehrmann ein Wikingerschiff, das sich vom Klein-Sankt-Johann-Platz zur Mittleren Brücke pflügte. Die rauen Gesellen bewarfen einen frechen Jugendlichen mit Konfetti, während sie den Kindern beim Verschenken von Bonbons ihre sanfte Seite zeigten. Die Sujets waren vielseitig: Vom hohen Norden ging es ans Mittelmeer, zum venezianischen Karneval mitsamt Gondel. Schneewittchen, der grosse, böse Wolf und Robin Hood entführten die Zuschauer ins Märchenland, während die Freiburger Guggenmusik Les Canetons mit dem White-Stripes-Song «Seven Nation Army» für Stimmung sorgte. Die wenigen politischen Sujets, darunter eines zum Skandal um Migros-Regionalchef Damien Piller, interessierten die Kinder wohl weniger. Dafür aber umso mehr der überdimensionale, lilafarbene Brontosaurier, den eine Clique originaltreu nach den «Familie Feuerstein»-Trickfilmen gestaltet hatte. Fred und Wilma nebelten derweil die Menge mit Konfetti ein.

Buh, buh, Rababou!

Das Ziel der Narren: die Obere Matte, wo sie bereits der Rababou erwartete, diesmal in der Gestalt von Prinz John aus dem Disney-Trickfilm «Robin Hood». Der royale Löwe blickte erhaben und schicksalsergeben zugleich auf die Menge. Die Freiburger Guggen Les Canetons und Les 3 Canards brachten ihm noch ein Ständchen, bevor sein letztes Stündchen schlug. Nachdem seinem Spiessgesellen, dem Sheriff von Nottingham, schon am Sonntag der Prozess gemacht worden war, war gestern der geldgierige und seine Macht missbrauchende Ersatz-Monarch an der Reihe. Er musste dafür büssen, König Richard ungebührlich vertreten zu haben. Schnell begann er zu lodern, und bald war nur noch sein metallenes Innenleben zu sehen. Das verspricht einen heissen Sommer.