Freiburg 24.05.2019

Professor Paul Cantonneau steht jetzt im Botanischen Garten Freiburg

Die Figur von Paul Cantonneau.
Die Stadt Freiburg ehrt den legendären Professor Paul Cantonneau aus Hergés «Tim und Struppi»-Comics.

Zwar hat es an der Universität Freiburg nie einen Professor namens Paul Cantonneau gegeben, doch taucht der Gelehrte in Freiburg immer wieder auf; in Givisiez ist seit 2012 sogar eine Strasse nach ihm benannt. «Paul Cantonneau de l’Université de Fribourg» ist eine Erfindung des belgischen Comiczeichners Hergé, Autor der Serie «Tim und Struppi». Der Professor erschien erstmals 1941 in der Geschichte «Der geheimnisvolle Stern», als Mitglied einer internationalen Forschungsgruppe, die einen Meteoriten untersuchen soll, der in den arktischen Ozean gestürzt ist. Später kam Cantonneau auch noch in den Bänden «Die sieben Kristallkugeln» (1948) und «Der Sonnentempel» (1949) vor. In der ersten deutschen Ausgabe von «Der geheimnisvolle Stern» platzierten die Übersetzer den frankophonen Professor allerdings nicht im schweizerischen Freiburg, sondern im französischen Toulouse. 1972 wurde dies korrigiert – und seither trägt Cantonneau auf Deutsch auch den Namen Fassbinder.

Ausstellung und Stahlfigur

Nachdem in den letzten Jahren bereits Institutionen wie das Staatsarchiv und die Kantons- und Universitätsbibliothek den Professor geehrt haben, zieht jetzt die Stadt Freiburg nach. Pünktlich zum 90. Geburtstag von «Tim und Struppi» zeigt sie im Botanischen Garten eine Kurzausstellung rund um den gewieften Reporter, seinen vierbeinigen Gefährten und den Schweizer Professor. Paul Cantonneau wird auch nach dem Ende der Ausstellung im Botanischen Garten präsent bleiben: in Gestalt einer Stahlfigur, die nach Hergés Vorlage hergestellt wurde und dauerhaft im Garten zu sehen sein wird. Hinweistafeln auf Deutsch und Französisch erklären die Geschichte von Paul Cantonneau und wie er in Freiburg von der Nebenfigur in einem belgischen Comic zur eigenständigen Legende wurde. Der Botanische Garten hat für das Projekt mit der Firma Moulinsart, welche das Werk von Hergé vermarktet, und mit dem Musée Hergé in Louvain-la-Neuve zusammengearbeitet.

cs

Ausstellung im Pavillon Vert des Botanischen Gartens Freiburg: Bis zum 28. Mai, täglich 8 bis 18 Uhr. Am Samstag anlässlich der Nacht der Museen bis Mitternacht geöffnet, mit speziellen Veranstaltungen.