Freiburg 23.08.2019

Stimmen erklingen in der Grotte

Das Ensemble Bascarsija aus Bosnien-Herzegowina erfüllte die Grotte in der Buvette du Petit Train mit einzigartiger Musik aus seiner Heimat. Dazu gehörten melancholische Balladen und polyfone Melodien.

Die Lampen liessen die Grotte der Buvette du Petit Train in einem kalten Licht erscheinen, und auch die feuchten Steinwände vermittelten ein Gefühl von Kälte. Das hinderte die Besucherinnen und Besucher jedoch nicht daran, der Aufführung der Folkloregruppe Bascarsija aus Bosnien-Herzegowina zuzuhören: Die Höhle war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Vorstellung war Teil des Programms des Folklorefestivals. «Wir freuen uns auf den Auftritt – vor allem deshalb, weil wir die Einzigen sind, die in der Grotte auftreten dürfen», erklärte Sängerin Neira Kabaš. Die Gruppe Bascarsija besteht aus Musikern und Sängern. Die Freude hat man dem Ensemble, das mit viel Elan und Power gesungen und gespielt hat, denn auch angemerkt. Trotz Kälte in der Grotte kreierten die Künstler mit den melancholischen Klängen eine heimelige Atmosphäre.

Und so klingt das dann:

Verschiedene Arten von Gesang

Die Gruppe stellte drei verschiedene traditionelle Arten des Gesangs vor: die Kolo, gesungene Tänze, sogenannte Sevdalinka, melancholische Balladen, und polyfonen Gesang, der mehr als zwei Melodien enthalten kann. Die Gruppe trat in traditionellen Kostümen auf, die alle unterschiedliche Regionen von Bosnien-Herzegowina darstellten. «Jedes Gebiet hat seine eigene Kleidung. Es ist zwischen Berg, Tal, Stadt oder Land zu unterscheiden», erklärte Kabaš. «Mit unseren Kostümen wollen wir auch die Diversität unseres Landes aufzeigen». Bosnien-Herzegowina sei ein wenig wie die Schweiz: Berge und Täler, mit ihren jeweiligen Traditionen. «Wir füh­len uns willkommen in der Schweiz», sagte Kabaš. Eigentlich hätte ein Ensemble aus Russland auftreten sollen. Weil aber die endgültige Zusammenstellung der russischen Gruppe kurzfristig geändert worden war und so nicht dem Thema für die Grotte entsprach, hat die künstlerische Leitung sich für die Gruppe aus Bosnien-Herzegowina entschieden, sagte Cyrill Renz, Mitgründer des Folklorefestivals und Moderator der Veranstaltung. Ausserdem wä­re das Ensemble aus Russland schon zum zweiten Mal in der Grotte aufgetreten. Enttäuschung war im Publikum jedoch kaum zu spüren: «Es war ein wirklich schönes Konzert, sehr harmonisch, mit schönen Stimmen», meinte eine Besucherin zufrieden.

Programm

Kunterbunte Unterhaltung mit Kulturen

Heute gibt es viele Unterhaltungsmöglichkeiten bei dem internationalen Folkloretreffen. Um 18 Uhr finden die Tanzvorführungen von Bulgarien und Uganda auf dem Georges-Python-Platz statt. Später, um 20  Uhr, treten die verschiedenen Folkloregruppen aus Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Italien, Nepal und Uganda bei der Gala-Vorstellung in der Omnisporthalle St. Leonhard auf. Um 20.30  Uhr lädt der Georges-Python-Platz mit Les Bouèbes, Laüsa und Los Cinc Jaus zum Tanzen ein. Um 21  Uhr tanzt Kolumbien dann zum Tagesabschluss im Café du Tunnel. Am Samstag geht es mit allerlei Vorstellungen weiter: Um 11  Uhr wird aus der St.-Leonhard-Halle die Sendung «Le kiosque à musiques» von RTS gesendet. Um 13.15  Uhr sind Aufführungen mit dem Thema «Bewahrung der lebendigen Traditionen» zu sehen, die sich ab 14  Uhr von Vorstellungen in traditionelle Spiele verwandeln. Um 19.30  Uhr wird es einen Umzug vom Equilibre zum Georges-Python-Platz geben und danach wird getanzt zum Thema «Stadt in Feststimmung».

ka