Freiburg 30.06.2017

Studenten bauen das Haus der Zukunft

Das Zukunftshaus des Schweizer Teams nennt sich «NeighborHub» und wird mit Solarstrom betrieben.
In der Freiburger Blue Factory entstand in den letzten Jahren ein futuristisches Wohnhaus. Ein Team aus Schweizer Studenten tritt damit an einem internationalen Wettbewerb an. Die Studenten erhielten dabei auch Unterstützung von Experten von Groupe E.

In der Stadt Denver im US-Bundesstaat Colorado findet im kommenden Oktober der sogenannte Solar Decathlon statt. 13 Studententeams – davon elf aus den USA – treten bei diesem Wettbewerb in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Das Ziel: Häuser mit moderner, innovativer und nachhaltiger Technik entwerfen. Solarstrom muss als Energiequelle genutzt werden, um so dem Prinzip der Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Die Häuser müssen auch mit energieeffizienten Wärme- und Lüftungssystemen ausgestattet sein und das gebrauchte Wasser wiederverwerten.

Freiburger sind beteiligt

Am internationalen Wettbewerb nimmt auch ein Schweizer Studententeam teil (die FN berichteten). Das Team mit dem Namen SwissLivingChallenge besteht aus Studenten der ETH Lausanne, der Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg, der Hochschule für Kunst und Design in Genf und der Universität Freiburg. Den Studenten standen Experten der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft zur Unterstützung zur Seite. Eine besondere Rolle spielten dabei die Unternehmen von Groupe E: Groupe E Connect hat die Studenten im Bereich Solaranlagen, Heizung und Haustechnik beraten, Groupe E Greenwatt seine Erfahrung im Bereich Energieeffizienz von Gebäuden eingebracht, und Groupe E plus hat dafür gesorgt, dass der «Neigh­bor­Hub» – so nennt sich das Schweizer Haus – mit den sparsamsten Elektrogeräten ausgestattet wird.

«Das Interessante an diesem Wettbewerb ist, dass die Studenten den grössten Beitrag leisten. Natürlich erhalten sie aber professionelle Unterstützung von uns», sagt Peter Cuony, Produktmanager bei Groupe E Connect. Stolz präsentiert Cuony den ZiG-Reportern das Haus der Zukunft auf dem Gelände der Blue Factory in Freiburg. «Das Abwassersystem des Hauses ist sehr durchdacht», erklärt er. «Das ist ein Punkt, bei dem die Schweizer sehr weit voraus sind.» Die Toi­let­te des Schweizer Hauses funktioniert ohne Wasser und nach dem Prinzip von Kompost. Das wenige Abwasser, das etwa durch die Dusche entsteht, wird hauptsächlich mit Regenwasser abgedeckt.

Der Strom des futuristischen Hauses wird über Solar­panels von Groupe E Connect erzeugt. Die Solarzellen befinden sich an den Fassaden, da bei hö­heren Gebäuden das Dach ­alleine nicht mehr reicht, um alle Bewohner mit Strom zu versorgen.

Modulare Bauweise

Zudem ist die Bauweise des Wohnhauses modular, so dass die Funktion eines Raumes verändert werden kann. Ein Veloreparaturraum kann so zum Beispiel ganz leicht in einen Konferenzraum umgewandelt werden. Zurzeit steht das Projekt der Schweizer Delegation immer noch auf dem Gelände der Blue Factory in Freiburg. Im Moment laufen die Abbauarbeiten auf Hochtouren, da das Haus demnächst in 12 Containern in die USA verschifft wird.

Zahlen und Fakten

Grosses Projekt in der ehemaligen Brauerei

Auf dem Gelände der ehemaligen Cardinal-Brauerei wird ein beachtliches Projekt realisiert. Das Innovationsquartier Blue Factory verfolgt das Ziel, eine CO2-neutrale Unterbringung mit einer veränderbaren Struktur zu ermöglichen. Beim ersten Gebäude, das schon realisiert wurde –, der sogenannten Blauen Halle – wird dies unter anderem durch eine leichte Bauweise erreicht, bei der mehr Plastikelemente verwendet werden. Die Energie kommt von Solarzellen, und die Temperatur wird durch eine Wärmepumpe geregelt. Eine innovative mobile Heizung, die mit Holzpellets betrieben wird, sorgt für Wärme. Diese wurde von Groupe E Entretec entwickelt und bereitgestellt. Bei der Planung und dem Bau der Projekte sind auch verschiedene Hochschulen der Schweiz beteiligt. Bisher sind 43 Unternehmen auf dem Gelände tätig. Diese stellen Arbeitsplätze für 200 Personen sicher. Das riesige Areal soll in Zukunft 70 000 Quadratmeter Wohnfläche bieten.

Rashed Al-Momani, David Jandrasits, Noé Bollin und Chelsea Walker