Freiburg 09.08.2018

Veloverleih-Betreiber Publibike hofft in Freiburg auf die Studierenden

Die Publibike-Station an der Grenette gehört zu den beliebtesten in Freiburg.
Knapp 40 Fahrten pro Tag registriert der Veloverleih-­Betreiber Publibike momentan. Er glaubt, dass diese Zahl mit dem Semesterbeginn noch steigt.

Die Stadt Freiburg ist vieles, doch ein Velo-Mekka ist sie nicht. Zumindest wenn man der Rangliste der velo­freundlichsten Städte des Dachverbandes Pro Velo glaubt: In der Kategorie mittelgrosse Städte liegt Freiburg abgeschlagen auf dem zehnten und letzten Platz. Das dürfte nicht nur an der Strassenführung liegen, sondern auch an der Topografie – wer von der Unterstadt zum Bahnhof radeln will, braucht stramme ­Waden.

Deshalb setzt das Anfang ­Juli in Freiburg von Publibike neu lancierte öffentliche Veloverleihnetz auf E-Bikes – mit ihnen lassen sich die Steigungen leichter erklimmen. 75 von 100 Velos in der Stadt haben einen Elektromotor; das ist der grösste Anteil schweizweit. In Bern und Zürich haben nur die Hälfte der Publibikes einen Motor. Und die E-Bikes sind beliebt in der Saanestadt: Sie machen rund drei Viertel der bisher ausgeliehenen Velos aus, schreibt Tobias Ebinger, stellvertretender Geschäftsführer von Publibike auf Anfrage.

1400 Fahrten

Rund 1400 Fahrten verzeichnete Publibike seit der Eröffnung des neuen Netzes am 3. Juli. Das seien mehr als im Vorjahreszeitraum mit dem alten System: Im ganzen Jahr 2017 gab es damit gerade einmal 3500 Fahrten. Publibike verzeichnet nun rund 40 Fahrten pro Tag. Ebinger hofft aber, dass diese Zahl bald ansteigen wird. «Momentan ist noch Ferienzeit, und unser Angebot ist auf Pendler, und in Freiburg besonders auf Studierende, ausgerichtet.» Mit Studien­beginn dürften bald mehr violette Velos auf den Freiburger Stras­sen unterwegs sein. Besonders beliebt sind die Statio­nen am Hauptbahnhof, auf der Grenette, am Bahnhof Poya und in Marly.

Eher bescheiden

Im Vergleich mit anderen Städten sind die Freiburger Zahlen bescheiden. In Bern beispielsweise verzeichnet die Tochterfirma von Postauto fast so viele Fahrten pro Tag wie in Freiburg in ganzen fünf Wochen, wie einem Interview mit Publibike-Chef Bruno Rohner von Mitte Juli zu entnehmen ist. 1000 Fahrten pro Tag werden dort mit den 655 Fahrrädern unternommen – im Gegensatz zu 40 mit 100 Leih-Velos in Freiburg.

Ebinger lässt den Vergleich nicht gelten: In Bern sei Publi­bike schon länger präsent, nämlich seit April. In den ersten Wochen seien die Zahlen ähnlich gewesen wie in Freiburg. Ende Juni sei das Netz ausgebaut worden und die Zahl der Fahrten angestiegen.

Könnte es auch daran liegen, dass Freiburg weniger Velo­stadt ist als Bern? Ebinger wägt ab: Einerseits helfe es natürlich, wenn es in einer Stadt bereits eine gute Infrastruktur für Velos gebe. Andererseits böte eine Stadt, in der weniger Leute bereits ein eigenes Velo hätten, mehr Chancen für ein Verleihsystem.

Abschliessend meint er: «Aussagekräftige Zahlen zu Freiburg gibt es wohl erst in einigen Wochen, wenn die Ferien vorbei und mehr Pendler und Studierende unterwegs sind.»

Das Netz soll wie geplant ausgebaut werden. Bis im kommenden Frühling sollen 15 neue Stationen in Betrieb genommen werden und weitere zehn bis 2020. Dann werden 315 Leih-Velos den Freiburgerinnen und Freiburgern zur Verfügung stehen. Für Studierende sind Spezialangebote geplant. Laut Ebinger laufen momentan Gespräche mit der Universität und den Hochschulen.

Zahlen und Fakten

Alte Leih-Velos im Juli ersetzt

Seit 2010 gibt es in Freiburg und Umgebung ein Velo­verleihnetz; seit 2013 betreibt dieses Publibike, eine Tochterfirma von Postauto. Weil die Nutzungszahlen stagnierten, wollte die Agglomeration Freiburg 2017 das Netz erneuern. Die neuen Publibike-Velos sind seit dem 3. Juli in Betrieb. Sie können über eine App ausgeliehen und wieder zurückgebracht werden. Schweizweit zählt Publibike 37 000 Nutzerinnen und Nutzer.

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