Givisiez 09.09.2019

Vom Kopierer zur 3-D-Planung

Geschäftsführer Martin Wettstein in der Papeterie in Givisiez.
Bei ihrer Gründung 1969 verkaufte die Firma Duplirex ausschliesslich Kopiergeräte. Seither hat sie sich diversifiziert – und digitalisiert. Sie bietet heute ganze Büro-Einrichtungen an und plant diese mithilfe von Virtual Reality.

Die Kopiermaschinen, die die Firma Duplirex in ihrem Gründungsjahr vor 50 Jahren verkaufte, konnten nur eines: kopieren. Die heutigen Geräte können viel mehr – sie drucken, kopieren und scannen Dokumente, die sie dann gleich per E-Mail an den gewünschten Empfänger schicken.

Ähnliches gilt auch für die Firma selbst. Verkaufte sie zunächst nur Kopierer, stieg sie in den 1980er-Jahren ins Geschäft mit Papeterie-Artikeln ein und übernahm in den folgenden Jahrzehnten mehrere Papeterien. Heute gehören ihr unter anderem die Papeterie Meyer im Perollesquartier sowie die Sensler Papeterie in Düdingen. Gleichzeitig bietet Duplirex unter dem Namen Duplimob Büro-Einrichtungen vom Tisch über Stühle bis hin zu Lampen an. Seit diesem Jahr sind auch individuelle Werbegeschenke für Firmen im Angebot. Pro Jahr macht das Unternehmen einen Umsatz von fast 20 Millionen Franken.

Papeterie rentiert nicht

«Eine Papeterie allein rentiert heute nicht mehr», sagt Martin Wettstein, Geschäftsführer von Duplirex. «Wir müssen uns diversifizieren und spezifische Dienstleistungen anbieten, um uns von der Konkurrenz abzuheben.» Denn Stifte, Papier und Schreibhefte gebe es auch bei den Grossverteilern zu kaufen. Die Papeterie in Murten, die Duplirex 1983 eröffnet hatte, musste die Firma 2016 schliessen. Sie war defizitär.

In den neu gestalteten Verkaufsräumen von Duplirex in Givisiez finden sich zwar immer noch Schreibstifte aller Art, Mappen und Hefte. Aber auch Geschenkartikel, Duftkerzen und Trinkflaschen aus Glas. «Die Flaschen laufen momentan gut, da immer mehr Leute aus ökologischen Gründen eine wiederverwendbare Wasserflasche wollen», sagt Martin Wettstein. Immer noch sehr gut verkauften sich aber auch edle Kugelschreiber und Füllfederhalter. «Auch Farbstiftschachteln sind nach wie vor sehr gefragt.» Gut läuft das Geschäft für Duplirex beim Papier. «Wir verkaufen jedes Jahr mehr.» Das hänge aber auch damit zusammen, dass die Firma mehr Kunden habe. Würde man die Paletten mit Papier, die das Unternehmen pro Jahr verkauft, aufeinanderlegen, so wäre der Paletten-Turm 1500 Meter hoch. In ihrem Depot von Givisiez ist das Papierlager, verschiedene Sorten liegen dort in Kartonschachteln auf riesigen Paletten. Die Bestellung durch die Kunden erfolgt teils automatisch: Hat ein grosser Kopierer einen tiefen Papierstand, meldet er das direkt Duplirex, die liefert das Papier am folgenden Tag. «Wir beschäftigen auch sechs Techniker, die sofort ausrücken, wenn eine Kopiermaschine kaputt ist», sagt Wettstein. «Einer davon kennt sich sogar noch mit Schreibmaschinen aus.» Diesen Service nähmen aber nicht mehr viele Kunden in Anspruch.

Virtual Reality

Der Trend geht in Richtung Digitalisierung, in den Büros sowieso. Bei Duplirex zeigt sich dies in den Beratungen zu Büro-Einrichtungen. Denn dafür arbeitet das Unternehmen mit 3-D-Modellen, wie Martin Wettstein erklärt. «Wir nehmen die Masse eines Büros auf und erstellen verschiedene Modelle mit möglichen Büro-Einrichtungen.» Der Kunde könne diese dann mit einer Virtual-Reality-Brille anschauen. «So kann er sich sofort ein Bild machen, wie das Büro künftig aussieht.»

Was macht denn ein gutes, modernes Büro aus? «Heute gibt es viele Grossraumbüros», führt der Duplirex-Geschäftsführer aus. «Dort ist es wichtig, dass es nicht zu laut ist.» Dafür bietet Duplirex verschiedene schalldämpfende Elemente an, zum Beispiel Trennscheiben, die zwischen zwei Tische kommen, oder sogenannte «Totems», mit Stoff überzogene Säulen, die im Büro aufgestellt werden und den Lärm schlucken. Auch Holzmöbel helfen, wie Wettstein erklärt, während Metallmöbel eher laut seien.

Gut verkauften sich auch in der Höhe verstellbare Bürotische und hohe Sitzungstische mit hohen Stühlen – so könnten die Leute selbst entscheiden, ob sie während der Sitzung stehen oder sitzen wollten. «Es ist wichtig, dass sich die Leute im Büro wohlfühlen, schliesslich verbringen sie einen grossen Teil des Tages darin.»

Schulmaterial

Kanton als Konkurrenz

Zum Schulanfang pilgern jeweils viele Familien in die Papeterien, auch in jene von Duplirex. Das Geschäft dürfte aber dieses Jahr nicht so gut laufen wie zuvor. Denn der Kanton hat entschieden, dass künftig sämtliches Schulmaterial gratis zu sein habe. Das heisst, der Kanton stellt Stifte, Schreibhefte und was die Schülerinnen und Schüler sonst noch brauchen, selbst zur Verfügung.

«Da kommen die Familien natürlich nicht mehr zu uns, um das Material zu kaufen», sagt Duplirex-Geschäftsführer Martin Wettstein. Duplirex sehe den Kanton seither als Konkurrenten. Denn dieser kaufe das Material bei einem Zürcher Anbieter ein. «Die Zürcher zahlen keine Steuern in Freiburg – wir aber schon.» Martin Wettstein verhehlt nicht, dass Duplirex enttäuscht sei.