Freiburg 29.04.2017

Wikipedia-Autoren befassen sich in Freiburg mit dem Buchdruck

Rund 30 Wikipedia-Autoren treffen sich dieses Wochenende im Gutenberg-Museum und in der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg. Ziel ist es, die Wikipedia-­Einträge zum Buchdruck zu ­verbessern.

Dieses Wochenende halten sich rund 30 Wikipedia-Autoren aus der Schweiz und aus Deutschland in Freiburg auf, um sich mit der Bedeutung Freiburgs für die Druckindustrie, mit der Geschichte des Buchdrucks im Allgemeinen und mit ihrem Einfluss auf Reformation und Gegenreformation zu befassen. Die registrierten Autoren der Online-Enzyklopädie werden im Gutenberg-Museum und in der Kantons- und Universitätsbibliothek Dokumente studieren und sich austauschen. Ziel ist es, in den kommenden Monaten ­Wikipedia-Artikel zur Druckerei zu verbessern oder neu zu erstellen, wie das Gutenberg-­Museum mitteilt.

Langfristiger Austausch

Das Treffen in Freiburg ist Teil des Projekts «Glam on Tour», das Wikipedia-Gruppen und Kulturinstitutionen zusammenbringt, um die Kenntnisse der Autoren zu verbessern und einen langfristigen Austausch aufzubauen. In der Schweiz ist Freiburg die zweite Station nach Davos; im November folgt ein Anlass in Ascona.

Der Kontakt zur Wikipedia-Gruppe sei durch Zufall entstanden, sagte Stefan Ledergerber, Direktor des Gutenberg-Museums, gegenüber den FN. Einer der Autoren sei vor einiger Zeit bei einem privaten Besuch in Freiburg auf das Gutenberg-Museum aufmerksam geworden und habe daraufhin einen Wikipedia-Eintrag über das Museum verfasst. Er habe dann auch die Autorensitzung im Gutenberg-Museum vorgeschlagen.

Froschauer-Bibel bald digital

Das Museum verspricht sich von der Sitzung eine bessere Verlinkung im Internet. Vor allem aber freut sich Stefan Ledergerber über ein Projekt, das einen der grössten Schätze des Gutenberg-Museums betrifft: Dieses besitzt eines der wenigen erhaltenen Exemplare der Froschauer-Bibel aus dem Jahr 1536 – eine der ersten Bibeln in deutscher Sprache, die in der Schweiz gedruckt wurden. Zwei Vertreter von Wikipedia werden sich während ihres Aufenthalts in Freiburg ausschliesslich der Digitalisierung dieser Bibel widmen. «Das ist für uns sehr interessant», so Ledergerber, «denn so können wir die Bibel viel besser für das Publikum und die Forschung zugänglich machen.»

Im Gegensatz zum fragilen Original werden in der digitalen Version der Bibel alle Interessierten frei blättern können. Die digitale Froschauer-Bibel will Stefan Ledergerber erstmals im Sommer 2018 der breiten Öffentlichkeit vorstellen, im Rahmen einer grossen Ausstellung zum 550. Todestag von Johannes Gutenberg, zum Buchdruck und zur Gegenreformation.