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Grossrat Ueli Johner ist wütend über Prospekt zum Kiesabbau in Kerzers

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Kerzers Falsche Aussagen und Ungenauigkeiten: Dies wirft der Kerzerser Grossrat Ueli Johner der Interessengemeinschaft «IG Kiesgrube Kerzers Nein» vor. Die anonym auftretende Gruppe hatte vor Ostern eine Broschüre als Beilage des «Anzeigers von Kerzers» publiziert (die FN berichteten). In einem Brief an die Kiesabbau-Gegner, der den FN vorliegt, kritisiert Johner die Broschüre. Deren Inhalt habe ihn «wütend gemacht», so der Grossrat gegenüber den FN.

«Kontakt nicht abbrechen»

Was Johner am Prospekt aufregt, ist die Behauptung, die 1995 beendete Güterzusammenlegung habe wohl zum Zweck gehabt, einige wenige Landbesitzer reich zu machen. «Genau das Gegenteil trifft zu», betont Johner im Gespräch mit den FN. Die Landbesitzer seien damals vor die Wahl gestellt worden, im «Richtperimeter Kies» zu verbleiben oder an einem anderen Ort die anderthalbfache Landfläche zu erhalten, erklärt Johner.

Und er stört sich an den Forderungen der IG, wonach die Gemeinderäte von Kerzers und Fräschels den Kontakt zur am Kiesabbau interessierten Firma Holcim sofort abbrechen sollen. «Das darf man jetzt nicht», sagt Johner, «denn ohne Kontakt kann man nicht verhandeln, und die Holcim besitzt selber einige Hektaren dieses Landes.»

Das Loch wäre kleiner

Johner weist in seinem Brief auf den geltenden Richtplan 2002 hin, der mit solchen Forderungen nicht «einfach weggewischt werden» könne. Selbst das Bundesgericht habe schon vor bald 30 Jahren festgehalten, dass es beim Kiesabbau in Kerzers «nie ein Nie» geben werde. Man müsse pragmatisch sein, sagte Johner gestern Montag auf Anfrage. «Früher oder später kommt die Kies-Ausbeutung», ist er überzeugt. Dann aber werde das Loch nicht so gewaltig ausfallen, wie es im Prospekt den Anschein mache. «Es wären in jeder Phase nur zwei bis drei Hektaren offen», so Johner. Als profunder Kenner des Themas bietet Johner der IG ein Gespräch an. Und er versucht, deren Mitglieder zu beruhigen, indem er seine Überzeugung äussert: Mit den Einsprachemöglichkeiten in den Auflage- und Baubewilligungsverfahren seien die Rechte der Anwohner garantiert.

Der Brief wird besprochen

Ein Vertreter der «IG Kiesgrube Kerzers Nein», der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, bestätigte am Montag, dass er von Johners Brief Kenntnis genommen hat. Intern habe man diesen aber noch nicht besprochen. Wegen Ferienabwesenheiten wird die Gruppierung erst in einer der kommenden Wochen zusammensitzen, um das Schreiben zu besprechen.

Bei dieser Gelegenheit will die IG auch entscheiden, ob sie weiterhin anonym auftritt oder ob sie einen Ansprechpartner für die Öffentlichkeit bestimmt. Genau dies hatte Susanne Schwander nach Publikation des Prospekts gefordert. Die IG wolle als Kollektiv wahrgenommen werden, begründet ihr Vertreter das bisherige Vorgehen.

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