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Groupe E gibt Projekt Brunsbüttel auf

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Groupe E gibt Projekt Brunsbüttel auf

Autor: pascal jäggi

Was Umweltverbände schon lange forderten, macht die Groupe E nun wahr. «Vor einigen Wochen hat der Verwaltungsrat entschieden, sich nicht länger am Projekt Brunsbüttel zu beteiligen», erklärte Generaldirektor Philippe Virdis gestern vor den Medien. «Die Richtung, in die sich das Projekt entwickelt hat, entspricht nicht mehr unseren Vorstellungen.» Somit will die Groupe E Anteile in der Höhe von 50 Megawatt jährlich loswerden. Das entspricht laut Groupe E dem Verbrauch von rund 85 000 Haushalten.

Finanziell fragwürdig

Als Hauptgrund nannte der Generaldirektor wirtschaftliche Gründe. Einerseits sei noch immer nicht klar, wie die CO2-Emissionen kompensiert werden, andererseits sei durch das gewählte Modell unklar, ob die Versorgungssicherheit garantiert sein werde. «Wir können den Strom nicht selber produzieren, sondern müssen ihn den Betreibern abkaufen, das entspricht nicht unseren Zielen», sagte Virdis.

Er bemängelte auch den Planungsrückstand des Projekts: «Heute sind wir schon zwei Jahre über dem Plan. Unsere investierten Beiträge sind blockiert und wir müssen Strom einkaufen, um Versorgungsengpässe zu umgehen.»

Mehr Eigenproduktion

Zurzeit beträgt die Eigenproduktion der Groupe E rund 60 Prozent der gesamten Produktion, geplant sind 90 Prozent. Dieses Ziel soll nun mit dem geplanten Gas-Kombikraftwerk im neuenburgischen Cornaux realisiert werden. Allerdings ist das Kraftwerk noch nicht über das Planungsstadium hinausgekommen.

Ob es dereinst auch mit Opposition rechnen muss? Philippe Virdis macht sich offenbar bereits Gedanken: «Das wird sich zeigen, heute können wir das aber noch nicht beantworten.» Momentan besteht Groupe E auf negativ behafteter Energie. «Die erneuerbaren Energien reichen einfach nicht aus, um den Strombedarf zu decken», erklärte Virdis, «deshalb braucht es unter anderem auch weiterhin Kernkraft aus der Schweiz oder Kohlestrom aus Europa».

Einige Kunden sind wählerisch …

Indirekt haben offensichtlich auch die Proteste verschiedener Umweltverbände gefruchtet. Zwar betonte Philippe Virdis, dass nicht politischer Druck für den Rückzieher verantwortlich sei, aber er hielt auch fest, dass die wachsende Sensibilität der Kunden gegenüber der Stromherkunft mitentscheidend für den Ausstieg war. «Jeder sollte sich aber bewusst sein, dass in unserem normalen Strom-Mix weiterhin 17 Prozent aus Kohlekraftwerken stammen.»

… aber noch zu wenige

«Letztlich wollen die meisten Kunden Strom und fragen nicht nach, woher er kommt», bemängelte Virdis. Wenn nicht selber produziert werden könne, müsse die Groupe E den Strom auf dem europäischen Markt kaufen und importieren. «40 Prozent des europäischen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken, da ist es klar, dass auch in unserem Strom ein Teil mit dabei ist», meinte der Generaldirektor.

Kritik an Umweltverbänden

Nicht nur die Konsumenten, auch die Umweltverbände nahm Virdis in die Pflicht. «Auf dem Schwyberg wollen wir Windenergie produzieren – Pro Natura ist dagegen. An der Sense bei Zollhaus wollen wir ein Mini-Wasserkraftwerk bauen – der WWF ist dagegen. Wenn diese Verbände schon für erneuerbare Energien eintreten, verstehe ich nicht, wieso sie gegen diese Projekte kämpfen», kritisierte Virdis die Umweltverbände.

Druck von oben habe es im Übrigen nicht gegeben, erklärte der Generaldirektor. «Der Staatsrat hat uns die freie Wahl gelassen, den Entscheid haben wir unabhängig von seiner Ansicht zur Beteiligung gefällt.» Der Staatsrat hatte sich im letzten Jahr gegen die Beteiligung ausgesprochen, allerdings gleichzeitig der Groupe E die alleinige Entscheidungsgewalt zum Projekt in Schleswig-Holstein überlassen.

2,5 Millionen Euro hat der freiburgisch-neuenburgische Energieversorger bisher in Brunsbüttel investiert. Ist das Geld nun verloren? «Nein, wir suchen jetzt einen Käufer für unsere Anteile. Auf diesem Weg holen wir das Geld wieder rein», versprach Virdis.

Gespräche mit potenziellen Käufern hätten bereits stattgefunden, so Virdis weiter. «Brunsbüttel ist noch immer ein attraktives Projekt. Es sollte machbar sein, einen Käufer zu finden, der den neuen Weg des Kraftwerks mitgeht», gab sich Virdis überzeugt. Im Sommer dieses Jahres soll übrigens der Bau des Kraftwerks beginnen.

Auch Romande Energie weg

Zur gleichen Zeit wie die Groupe E steigt auch der Waadtländer Stromdienstleister Romande Energie aus dem Projekt Brunsbüttel aus. Diese hatte den gleichen Anteil gekauft wie die Groupe E.

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