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Grün gewinnt, SVP verliert einen Sitz

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Eine Sitzverschiebung, ein Abgewählter, eine neue Partei, drei Männer, vier Frauen: Das ist die Kurzzusammenfassung der Freiburger Nationalratswahl von gestern.

Grosse Siegerin ist die Grüne Partei: Erstmals zieht mit Gerhard Andrey ein Freiburger Vertreter der Grünen in den Nationalrat ein. Die Partei hat im Vergleich zu 2015 um 8,33 Prozentpunkte zugelegt. Verloren haben dabei die grossen Parteien. Die Grünen haben in allen Bezirken gepunktet. In den Bezirken Broye, Glane und See liegen sie bei 9,5 bis 9,78 Prozent Stimmenanteil, im Greyerz-, im Sense- und im Vivisbachbezirk holten sie zwischen 10,42 und 11,93 Prozent. Im Saanebezirk punkteten sie gar bei 16,57 Prozent der Stimmenden – und 18,31 Prozent der Auslandschweizer gaben den Grünen ihre Stimme.

Drei Grosse tauchen

Gleich drei etablierte Parteien haben um die fünf Prozentpunkte an Wähleranteilen verloren: Die SVP muss ein Minus von 5,34 hinnehmen, die SP -5,2, die CVP 5,48. Einen Sitz verloren hat aber nur die SVP: Das Schwergewicht Jean-François Rime wurde abgewählt. Bei den letzten Nationalratswahlen war er noch der Freiburger mit dem drittbesten Resultat gewesen. Der SVP-Sitz ging ins linke Lager – zu den Grünen.

Wichtige Allianzen

SP und CVP behalten ihre beiden Sitze trotz ihrer dramatischen Verluste beim Wähleranteil. Beide profitieren dabei von ihren Wahlallianzen. Die CVP war eine Listenverbindung mit der GLP, der BDP und der EVP sowie den entsprechenden Jungparteien eingegangen. Zusammen haben sie alle der CVP 6,77 Prozentpunkte Wähleranteil zugeschanzt – genug, um die SVP zu überholen und den zweiten CVP-Sitz zu sichern.

Trotz den beiden Sitzen geht der Niedergang der CVP weiter: Kam die Partei bei den Nationalratswahlen 1995 noch auf einen Wähleranteil von gut 35 Prozent, waren es bei den letzten Wahlen 2015 noch 22,7 Prozent, nun sind es noch 14,41 Prozent. Im Sensebezirk hat die CVP am meisten Anhängerinnen und Anhänger: Dort kommt sie auf einen Wähleranteil von 22,22 Prozent. In allen anderen Bezirken liegt ihr Stimmenanteil aber zwischen 8,45 Prozent – im Seebezirk – und knapp 16 Prozent.

Linke Erfolgsgeschichte

Die SP ist eine sehr breite Allianz mit den linken Parteien eingegangen. So spannten SP, Grüne, CSP, Ziel 2030, mehrere SP-Zusatzlisten und die Juso zusammen. Die linke Listenverbindung ist eine Erfolgsgeschichte: So holte die Linke ihren dritten Sitz zurück, den sie 2015 verloren hatte, und verhalf den Grünen zu ihrem Einzug ins Bundeshaus.

Der Wähleranteil der Sozialdemokraten jedoch sank im Vergleich zu 2015 von 22,63 Prozent auf 17,43 Prozent. 2011 hatten sie sogar noch einen Stimmenanteil von 26,7 Prozent erreicht: Damals war die SP die wählerstärkste Partei im Kanton. Nun liegt die SVP erneut vor ihr, wie bereits 2015 – diese hat aber nur einen Nationalratssitz, weil sie ausser der Jungen SVP und der EDU keine Verbündete hatte.

Die SP kam nur gerade im Saanebezirk auf einen Wähleranteil von über 20 Prozent – auf 20,48 Prozent. In allen anderen Bezirken liegt sie da­runter, teilweise deutlich. Im Sensebezirk holte sie nur 13,17 Prozent der Stimmen, im Seebezirk 16,15 Prozent.

Vier Freiburgerinnen in Bern

SP und CVP sorgen für einen ausgeglichenen Frauenanteil in der Freiburger Deputation. Bei der SP sind die bisherigen Ursula Schneider Schüttel und Valérie Piller Carrard wiedergewählt worden – wobei Schneider Schüttel den ganzen Nachmittag um ihren Sitz zittern musste. Sehr lange lag die SVP vorne, es sah nach einem Sitzverlust für die SP aus. Erst als gegen 17 Uhr die grösseren und links wählenden Städte ihre Auszählungen beendet hatten, kippte das Resultat zugunsten der SP und damit der zweitplatzierten Schneider Schüttel. Eine Abwahl wäre für sie besonders hart gewesen, da sie bereits bei den letzten Wahlen abgewählt worden war: Damals verlor die SP ihren dritten Sitz an die SVP.

Auch die CVP stellt zwei Frauen: Die bisherige Christine Bulliard-Marbach sowie Marie-France Roth Pasquier. Auch die Wahl Roth Pasquiers war lange Zeit in der Schwebe: Zuerst hatte der Sensler Bruno Boschung die Nase vorn. Roth Pasquier übernimmt damit den Sitz von Dominque de Buman, der wegen der parteiinternen Amtszeitbeschränkung nicht mehr angetreten ist.

SVP bleibt die grösste Partei

Die SVP ist mit einer reinen Männerliste zu diesen Wahlen angetreten und hat einen Stimmenanteil von 19,25 Prozent geholt. Der wiedergewählte Pierre-André Page ist mit 20 924 Stimmen der bestgewählte Freiburger, er liegt vor Bulliard-Marbach und Piller Carrard. Während die SVP in den Bezirken Broye, Glane, See, Sense und Vivisbach Anteile zwischen 21,55 und 25,99 Prozenten halten konnte, schiffte sie im Greyerz- und im Saanebezirk sowie bei den Auslandschweizern ab. Im einwohnerstarken Saanebezirk kam sie nur gerade auf einen Anteil von 12,40 Prozent, im Greyerzbezirk auf 16,85 Prozent. Trotz des Stimmenverlusts bleibt die SVP jedoch stärkste Partei im Kanton – vor SP, FDP, CVP und Grünen.

Stabile Verhältnisse bei der FDP

Die Freiburger FDP hat seit Jahren ihren Nationalratssitz auf sicher. Daran hat sich auch bei diesen Wahlen nichts geändert. Jacques Bourgeois musste nie darum zittern, seine vierte Legislatur antreten zu können. 14,44 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben den Freisinnigen ihre Stimme gegeben. Das sind 1,29 Prozentpunkte mehr als 2015 und 1,11 Prozentpunkte mehr als 2011.

Auch die Freiburger GLP konnte leicht zulegen: Sie steigerte ihren Wähleranteil im Vergleich zu 2015 um 1,17 Prozentpunkte. Die Grünliberalen profitieren von der Klimadebatte also viel weniger stark als die Grünen.

Die Freiburger CSP war bis 2011 im Nationalrat präsent; damals sank ihr Wähleranteil auf 5,5 Prozent, und sie verlor ihren Sitz an die SP. Bei den Wahlen 2015 sackte sie in die Bedeutungslosigkeit ab: Sie kam noch auf einen Wähleranteil von 1,82 Prozent. Nun hat sie sich wieder gefangen und kommt auf einen Anteil von 3,25 Prozent.

Freiburger BDP bedeutungslos

Quasi bedeutungslos sind im Kanton Freiburg die EVP mit einem Wähleranteil von 0,74 Prozent, die EDU mit 0,73 Prozent und die BDP mit 0,65 Prozent.

Die nächstplatzierten Ersatzleute sind: SP: Pierre Mauron; Grüne: Mirjam Ballmer; CVP: Bruno Boschung; SVP: Jean-François Rime; FDP: Nadine Gobet.

Zahlen und Fakten

Keine hohe Stimmbeteiligung

Viele Beobachter sind im Vorfeld der gestrigen Nationalratswahlen von einer hohen Stimmbeteiligung ausgegangen. Doch zeigt sich: Das waren leere Hoffnungen. Nur gerade 43,02 Prozent der Freiburgerinnen und Freiburger haben sich an den Nationalratswahlen beteiligt. 2015 waren es 47 Prozent das gewesen, 2011 47,2 Prozent. Bei den Ständeratswahlen liegt die Stimmbeteiligung im Kanton Freiburg dieses Jahr bei 42,87 Prozent. 2015 waren es noch 46,99 Prozent gewesen.

 

 

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