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Grundversorgung auf lange Sicht

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Eigentlich war es für Bundesrat Alain Berset (SP) eine Einladung, Werbung für den Verfassungsartikel zur Stärkung der medizinischen Grundversorgung zu machen. Dieser kommt am 18. Mai zur Abstimmung. Am Themenabend der Firma Fiduconsult gestern im Freiburger Hotel NH hielt sich Berset aber vornehm zurück mit Abstimmungskampf. Vielmehr zeichnete der Gesundheitsminister ein Bild, das viel komplexer ist.

Gewiss, Berset erwähnte den Mangel an Hausärzten in der Schweiz, und dass mit einem Ja zum Artikel die Tarife für Hausärzte angehoben und bei den Spezialisten kompensiert würden. Doch für Berset ist dies bloss eine von vielen Massnahmen, um die Grundversorgung in der Schweiz zu stärken. Er sprach von einer Vision 2020, mit welcher er plane. «Warum nicht gleich 2030?», fragte Berset und antwortete gleich selber: «2020 ist nahe genug, um konkret zu sein, und doch weit genug, um auch kohärent zu sein.»

Als eine der Massnahmen im Bereich medizinische Grundversorgung sieht Berset die Einführung und Vernetzung elektronischer Patientendossiers (siehe auch Seite 6). Weiter fordert er eine Verbesserung der Qualität. «Da haben wir Nachholbedarf», sagte er. «Die Kantone sind dabei wichtige Partner.»

So erklärte Berset auf eine entsprechende Frage, dass die Ausbildung von Ärzten fast ausschliesslich in der Kompetenz der Kantone liege. «Die Schweiz bildet nur einen Drittel der nötigen Ärzten aus. Für den Rest müssen wir ausländische Ärzte holen.» Berset betonte, dass er mit den Kantonen Anstrengungen unternommen habe, um die Ausbildung zu fördern, doch in Anbetracht der Ausbildungsdauer brauche es zehn Jahre, bis Massnahmen wirkten. «Noch so können wir nicht dreimal mehr Ärzte ausbilden, sondern höchstens 40 bis 50 Prozent.»

Festhalten an Fallpauschale

 Der Bundesrat wurde auch gefragt, ob man nicht wieder von der Fallpauschale bei den Spitälern abrücken könne. Gerade im Kanton Freiburg gibt es zwischen dem Spitalnetz und einem Teil der Krankenversicherer seit Jahren keine Einigung über die Höhe dieser Pauschale. Berset entgegnete: «Dazu ist es viel zu früh. Das Parlament hat gewusst, dass die erste Phase schwierig sein würde. Es gibt nichts Schlimmeres, als Spielregeln während des Spiels zu ändern. Man muss nun eine Runde mit diesem System machen, dann Bilanz ziehen und allenfalls Korrekturen anbringen.»

Der Bundesrat sagte aber auch, dass das gewählte System durchaus auch Vorteile habe, insbesondere im Bereich der Transparenz. «Transparenz kann auch wehtun, sagte er. «Aber irgendjemand muss ja die Kosten bezahlen.»

Anne-Claude Demierre: Kampf um Spezialgebiete

W ährend Alain Berset die Herausforderungen der Grundversorgung aufzeigte, sprach Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre über die spezialisierte Medizin aus Freiburger Sicht. Die Planung der Grundversorgung müsse jeder Kanton selbst gestalten, für die spezialisierte Medizin aber arbeiteten alle Kantone gemeinsame an einer Spitalplanung, so Demierre. Sie erwähnte, dass das Freiburger Spital drei Gebiete abdecke, die an der Grenze zur spezialisierten Medizin lägen: Organchirurgie, Onkologie und Radioonkologie. Laut Demierre werden in Freiburg einige seltene Tumore behandelt, für die es keine übermässige Infrastruktur brauche. Sie betonte aber, dass diese Gebiete für Freiburg gefährdet seien. Wenn sie wegfielen, würde der Standort weniger attraktiv und hätte entsprechend mehr Mühe, gutes Personal zu rek rutieren. uh

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