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Gute Zeiten – schlechte Zeiten ?

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Die Frage stellt sich immer wieder, und sie wurde ja auch schon in allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen gestellt. Wahrscheinlich macht es wenig Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen – interessant ist es aber allemal. Es geht nicht darum, das Neue und den Fortschritt in Frage zu stellen, höchstens zum Denken anzuregen und kurz zu überlegen, ob uns gewisse Schritte möglicherweise nur weiter fort, vom wirklich Wichtigen im Leben bringen.

Erinnerungen aus «guten alten Zeiten», wie ich sie neulich von einem Kollegen erhalten habe – natürlich per E-Mail – brachten mich zu Betrachtungen, welche ich einfach nicht für mich behalten will.Zuerst stellt sich schon mal die entscheidende Frage, wie es die älteren Herrschaften von heute überhaupt in die aktuelle Zeit geschafft haben? Da ich mich nun ja auch schon dazuzähle, sei es mir also erlaubt, ein wenig aus der Schule zu plaudern.Stichwort Schule: Diejenigen, welche nicht so gut waren, blieben sitzen und mussten das Jahr wiederholen. Niemand wurde deswegen zum Psychologen oder Psychopädagogen geschickt. Nach der Schule kam man zum Essen nach Hause und fastfoodete nicht im Untergeschoss eines Einkaufszentrums, obwohl das Rauchen hier verboten ist und draussen die Sonne scheint. Dafür war es selbstverständlich, dass der Abfall in den dafür vorgesehenen Kübel gehörte. Während man sich früher eher schämte, wenn die Mutter auswärts arbeiten musste, ist es heute umgekehrt. «Was – du arbeitest n u r zuhause?» Diese immer wieder gehörte Frage disqualifiziert diejenigen, die sie stellen, gleich selbst. Die Frage, ob heute die Kinder mehr organisiert statt erzogen werden, wäre da schon angebrachter!Wir konnten bei unseren Freunden einfach anklopfen und sie zum Spielen abholen. Falls mal einer nicht in die selbst bestimmte Mannschaftsaufstellung gewählt wurde, gabs kein psychisches Trauma, und er lernte damit umzugehen. Vor dem Finsterwerden mussten wir zuhause sein, und das funktionierte auch ohne Handy. Die Velos hatten im Gegensatz zu heute einen Dynamo mit Lampe, und wir wurden auf der Strasse erkannt. Heute fahren zwar alle mit Helm, aber die Hälfte davon ohne Licht! Wenn jemand Mist baute, gabs eine Strafe und nicht eine oder mehrere psychotherapeutische Behandlungen. Es gab keine Kindersicherungen an Steckdosen, Autotüren, Arznei- und anderen Flaschen, und die Spielzeuge waren bestimmt bleihaltig oder mit bedenklichen Lacken gestrichen. Verfalldaten gab es keine, und man entschied selbst, ob die Milch noch trinkbar ist. Wasser wurde aus dem Gartenschlauch und nicht aus sterilen Flaschen getrunken, weil der 0.00001- Prozent-Gehalt an irgendeinem unbekannten und damals gar nicht messbaren Schadstoff uns eigentlich wurscht war.Apropos Wurst … auch die halbverkohlte Cervelat am Lagerfeuer schmeckte richtig gut, und wir trugen offenbar auch hier keine bleibenden Schäden davon. Schürfwunden, gebrochene Knochen, auch mal einen ausgeschlagenen Zahn gab es natürlich schon, aber deswegen wurde nie jemand verklagt, und wir gingen meistens davon aus, dass man halt selbst schuld sei. Keine Playstations, X-Boxes, 188 Kabelkanäle, DVDs, Computer, Chatrooms – nichts dergleichen. Wir hatten aber Freunde und keine Gewichtsprobleme, weil wir immer draussen spielten und körperlich aktiv waren. Heute wird noch während des Essens computerlet, und bewegt wird höchstens noch die Maus.Auch die Sackgeldfrage war – mit dem Erhalt des verbleibenden «Münz» aus Vaters Zahltagstäschli – schnell beantwortet, und das Leuchten in seinen Augen war mehr wert als alles Geld der Welt.Die Aufzählung könnte beliebig weitergeführt werden. Schön wäre es, wenn die Erkenntnisse und das Gute aus früheren Zeiten – die nicht besser, aber anders waren – uns bewusst bleiben. So wie man eigentlich gerne nochmals 25 wäre, aber schon über die Erfahrung und Gelassenheit eines über 50-Jährigen verfügen möchte.*Heinz Pfander, Unternehmer in Düdingen, ist Inhaber der ATEC Personal AG und REGA-TEXT TV, Gastgeber der Wallenried-Gespräche und Initiant des PRIX ATEC. Als Mitglied des Gewerbeverbandes Sense ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet. Der Inhalt braucht sich nicht zwingend mit der Meinung der Redaktion zu decken.

Autor: Von HEINZ PFANDER

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