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Haldimann: Vom Pferdegespann zum E-Müllwagen in 100 Jahren

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Firma Haldimann AG feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Das Unternehmen ist fest in der Region Murten verwurzelt und hat sich auf den Wertstoff Abfall spezialisiert.

Angefangen hat die Geschichte in der Murtner Rathausgasse. «In den Kronenstallungen, wo heute das Optikergeschäft Hildenbrand ist, hielt mein Grossvater Gottlieb Haldimann seine Pferde», berichtet der heutige Geschäftsführer der Haldimann AG, Christian Haldimann. Von der Rathausgasse aus habe Gottlieb verschiedene Fuhraufträge erledigt. So habe er mit den Pferden das Holz aus dem Wald gezogen, die Post geholt und Camionnage betrieben, also Waren vom Bahnhof nach Hause geliefert. Auch für Beerdigungen wurde Haldimann engagiert. Ein Leichen- und ein Kranzwagen wurden bei den Bestattungen jeweils von einem Pferd gezogen.

An die Beerdigungen ging der heute sechzigjährige Geschäftsführer in jungen Jahren auch noch. «Ich habe das etwa zehn Jahre lang weitergeführt. Als das Pferd dann starb, haben wir damit aufgehört», erinnert sich Haldimann. 1930 beauftragte die Stadt Murten den Grossvater von Christian Haldimann, mit seinem Zweispänner den Kehricht der Stadt einzusammeln. 15 Franken erhielt Gottlieb von der Stadt pro Abfuhr. Jeweils am Mittwoch und am Samstag zog er mit seinen Pferden durch die Stadt. Von da an liess der Abfall das Familienunternehmen nicht mehr los.

Ein Container mit Abfall auf dem Firmengelände in Murten Löwenberg.
Aldo Ellena

Innovation als Motor

Die Zeit an der Rathausgasse ist für die Firma Haldimann längst Geschichte. Zuerst ging es für die Familie ins Pra Pury, wo sie bis 2002 neben der Fuhrhalterei noch Landwirtschaft betrieb. «Wir haben die Pferde gebraucht, um Kartoffeln zu setzen, hielten aber nebenher noch Grossvieh und mästeten Schweine», erinnert sich Christian Haldimann. Die Familie habe aber nur wenig eigenes Land gehabt und konnte schliesslich die neuen Landwirtschaftsnormen nicht mehr einhalten. «Deshalb haben wir den Landwirtschaftsbetrieb aufgegeben, obschon ich immer gerne Bauer war.»

Der Umzug in die Grande Ferme am Löwenberg erlaubte es der Firma vor rund zehn Jahren, sich massiv zu vergrössern. «Seit dem Umzug sind wir um hundert Prozent gewachsen», sagt Christian Haldimann und zeigt Fotos des Areals: Über rund 25’000 Quadratmeter erstreckt sich das Entsorgungszentrum, wo die Haldimann AG Abfälle zwischenlagert, sortiert und für die fachgerechte Weiterleitung vorbereitet. Rund um das alte Bauernhaus, in welchem sich die Büroräumlichkeiten der Firma befinden, steht der umfangreiche Fuhr- und Materialpark: orangefarbene Lastwagen, Spezialfahrzeuge, Mulden, mobile Toiletten und Spezialmaschinen.

Haldimanns kümmern sich längst nicht mehr nur um reine Transportaufträge. Vierzehn verschiedenen Dienstleistungen bietet die Firma an: Von der Spezialreinigung von Strassen und Plätzen über das Vermieten von 5-Stern-Toiletten für gehobene Anlässe bis hin zur Schneeräumung «Ich bin nicht jemand, der andere kopieren möchte, sondern biete lieber selber immer wieder etwas Neues an», meint Christian Haldimann. Neues und Innovatives hat die Haldimann AG schon gewagt: Vor 30 Jahren stiess sie den Bau der Kompostieranlage Seeland AG an. «Damals gab es so was bei uns noch nicht», erinnert sich Christian Haldimann. «Wir mussten bis nach Deutschland, um uns eine ähnliche Anlage anzusehen.»

Kreislaufwirtschaft als Ziel

Vor dreieinhalb Jahren kaufte Haldimann das weltweit erste elektrische Kehrichtfahrzeug seiner Grössenordnung. Zwar gab es bereits leichtere Fahrzeuge, Haldimanns 27-Tonnen-Müllwagen war aber eine viel beachtete Neuheit. Für ihre Pionierleistung wurde die Firma letztes Jahr vom Bundesamt für Energie mit dem Watt d’Or in der Kategorie «energieeffiziente Mobilität» ausgezeichnet.

Dieses Jahr will Haldimann nun einen Schritt weitergehen und hat anlässlich des Jubiläums einen zweiten vollelektrischen Kehrichtsammelwagen bestellt. Bald soll ein mit Wasserstoff betriebener Lastwagen folgen. Haldimanns erklärtes Ziel ist es, auch die Energie für die Fahrzeuge selber zu produzieren, die Lösung für den Wasserstoff fehlt ihm im Moment aber noch.

Beim Bau der firmeneigenen Waschanlage hat Haldimann bereits auf ein umwelt- und wasserschonendes Verfahren gesetzt. Während rund 1000 Stunden wuschen Haldimanns Mitarbeiter letztes Jahr Fahrzeuge und Material. Das Wasser dafür kam aus dem 40 Kubikmeter grossen Tank, in welchen das Restwasser wieder zurückfliesst, nachdem es durch Bakterien gereinigt wurde. Das verdunstete Wasser wird jeweils durch Regenwasser ersetzt.  

Im Murtner Löwenberg türmen sich Abfallberge jeglicher Art.
Aldo Ellena

Spiegel der Gesellschaft

Die Firma Haldimann AG bearbeitet jedes Jahr 130’000 Tonnen Abfälle. «Es sind 270 verschiedene Abfallarten, die wir trennen und weiterleiten», so Haldimann. 87 Prozent der Abfälle werden recycelt, wobei auch die verbrannten Abfälle dazugerechnet werden, da durch sie Energie gewonnen wird. Die restlichen 13 Prozent der Abfälle landen in der Deponie.

Um dem Abfallproblem beizukommen, sei ein runder Tisch notwendig, fordert Haldimann. «Der Abfall beginnt beim Produkthersteller, er kann sehr vieles lenken», meint der Geschäftsführer. «Kunststoffe sollten zum Beispiel besser gekennzeichnet sein, um korrekt recycelt werden zu können. Hier gibt es auf jeden Fall noch Potenzial.»

Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass die Recyclingbranche ein riesiger Markt sei, der nicht regional, sondern global funktioniere. «Dadurch ist nicht alles so grün, wie man eigentlich denkt.» Trotzdem sieht Haldimann auch in der Schweiz noch Potenzial. «Gerade im Bauwesen wird nicht immer nachhaltig gearbeitet. Hier braucht es ein Umdenken von Architekten und Ingenieuren.»

Mitarbeitende der Entsorgungsfirma Haldimann sortieren den Abfall.
Aldo Ellena

Bereit für Generationenwechsel

Die Firma Haldimann AG gibt es nun schon seit drei Generationen. Fuhrhalter Gottlieb übergab sein Geschäft an seine Söhne Walter und Alfred. Walter kümmerte sich fortan eher um die Camionnage und Alfred um die Entsorgung. Heute beschäftigt die Firma 130 Mitarbeiter und wird von Christian und Willi Haldimann geführt. Auch Pascal Haldimann, Christians Sohn, arbeitet in der Firma.

Ob der studierte Betriebsökonom das Geschäft dereinst übernehmen wird, lässt Christian Haldimann im Moment noch offen. «Ich bemerke auf jeden Fall eine gewisse Müdigkeit und finde, dass die Welt den Jungen gehört», so der Sechzigjährige. «Als Unternehmer muss man einen breiten Rücken haben, und ich freue mich auf eine Zeit mit weniger Verantwortung.»

Zuerst wird bei der Haldimann AG aber gefeiert. Situationsbedingt beschränkt sich die Firma dieses Jahr eher auf kleine Aufmerksamkeiten und verschiebt die grossen Anlässe lieber aufs nächste Jahr.

Ein mit PET-Flaschen gefüllter Container auf dem Gelände der Firma Haldimann im Murtner Löwenberg.
Aldo Ellena

Von der Rathausgasse in die Industriezone

Mit der Hochzeit von Gottlieb Haldimann beginnt die Geschichte der Haldimann AG, die zuerst von der Rathausgasse aus operierte. Ab 1930 kümmerte sich Haldimann um die Kehrichtentsorgung der Stadt Murten, später auch von Muntelier und Merlach.

In den 1940er-Jahren zog die Familie ins Pra Pury. 1964 schaffte die Firma ihren ersten Kehrichtlastwagen an, in welchen die legendären Ochsner-Mülleimer gekippt wurden. Ein Jahr später wurde dann ein Containerleersystem für die 600-Liter-Container eingebaut. 1991 wurde die Kompostieranlage Seeland AG gegründet, die zu Teilen der Haldimann AG gehört und von ihr geführt wird.

1999 nahm die Firma das Entsorgungszentrum Löwenberg in Betrieb, und 2010 zog die Haldimann AG in die Grande Ferme 8 und 4 ein. Das bestehende Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert hat sie umgebaut, heute befinden sich die Administration, der Werkhof, Wasch- und Tankanlagen in der Grande Ferme.

2018 erfolgte die Übernahme der AB Marti AG, die 1946 gegründet wurde und dieses Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert. Die AB Marti AG bietet Lösungen im Bereich der Entwässerung und der Kanalreinigung an. cb

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