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Hallo Weltall, hier spricht der Mensch

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Gastkolumne

Autor: Hubert Schaller

Hallo Weltall, hier spricht der Mensch

Die Lust, mit blossem Auge oder durch ein Fernrohr in den offenen Weltraum hinauszublicken, wird im laufenden Jahr zunehmen. Nicht nur, weil die Uno 2009 zum Jahr der Astronomie ausgerufen hat, sondern weil wir uns vom Blick in die wunderbare Geordnetheit des Universums ein wenig Trost versprechen dürfen für die lästige Unübersichtlichkeit vor unserer Haustür. Was ist schon das Chaos auf den Finanzmärkten gegen die göttlich abgestimmte Bahn der Planeten. Was der ewige Wirrwarr im nahen und fernen Osten gegen die gleichmässigen Kräfte des Universums, die Ebbe und Flut in Gang halten. Was die nebulösen Verlautbarungen an Klima-Gipfeln gegen die Harmonie einer sternklaren Januarnacht!

Wem das noch zu wenig Trost ist, der stelle sich auf einem Himmelskörper in einer fernen Galaxis menschenähnliche Lebewesen vor, die morgens fröhlich aufstehen und sich abends fröhlich zu Bett legen, ohne Zank und Getöse. Wer sagt denn, dass nicht in nützlicher Frist ein bewohnbarer Stern gefunden wird, auf dem auch wir unsere verlorene Unschuld – nach dem Vorbild unserer galaktischen Brüder – zurückgewinnen können.

Wie heilsam jedenfalls, einmal über den Rand dieser krummen Erde hinauszufantasieren, um dem Weltradau zu entfliehen und sich wenigstens für einen Moment in einer universalen Ordnung aufgehoben zu fühlen. Lange werden wir dieses Gefühl allerdings nicht aushalten, denn das Nebenprodukt der Ordnung ist die Langeweile. Und weil es sogar Gott langweilig wurde, diese selbst geschaffene Ordnung auf immer und ewig auszuhalten, schuf er die Erde, setzte Menschen darauf mit dem Auftrag, ein wenig Betrieb zu bringen in dieses eintönige Weltall. Aber das ist lange her.

Wer weiss, vielleicht wird auch Gott dem Aufruf der Uno folgen und sich dazu bequemen, sein göttliches Fernrohr wieder einmal aus dem Futteral zu nehmen. Er wird es mit sanftem Gleichmut auf das schon fast vergessene Staubkorn Erde richten und sich darüber wundern, was für ein eigenartiges Wesen doch dereinst seiner Schöpferhand entglitten ist.

Hubert Schaller unterrichtet Deutsch und Philosophie am Kollegium St. Michael. Er ist unter anderem Autor der Gedichtbände «Trommelfellschläge» (1986) und «Drùm» (2005). Als Kulturschaffender ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet. Der Inhalt braucht sich nicht zwingend mit der Meinung der Redaktion zu decken.

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