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Halloween-Boom wohl schon vorbei

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marjolein Bieri

Als vor ungefähr acht Jahren Halloween den Weg aus Übersee nach Europa fand, war bei uns der Teufel los. Die Grossverteiler in der Schweiz reagierten und nahmen Halloween-Artikel in ihr Sortiment auf. Vom Zierkürbis über Deko-Artikel bis hin zu Verkleidung und Masken fand man in den Regalen von Migros, Coop und Co. plötzlich alles, was man für ein richtiges Gruselfest braucht. Auch die Fasnachtsvereine sprangen munter auf den neuen Festzug auf. Sie mieteten für den 31. Oktober ganze Turnhallen und veranstalteten grosse Halloween-Events, von denen sie sich einen durchschlagenden Massenerfolg ganz nach amerikanischem Vorbild erhofften. Auch die Clubs und Bars wollten sich ein Stück vom Kuchen sichern und organisierten ihrerseits Motto-Partys und Grusel-Nächte. Selbst die Schulen nahmen sich teilweise dem Thema an. Sie planten Anlässe für ihre Schülerinnen und Schüler, bei denen Geschichten erzählt, Kürbisse geschnitzt, Verkleidungen genäht und viele andere gruselige Dinge gebastelt wurden.

Reaktionen und Prognosen

Wie immer meldeten sich nebst den euphorischen Geistern auch die kritischen Stimmen, die entweder die Amerikanisierung hinterfragten oder diesen «esoterischen» Krimskrams nicht in der Nähe ihrer Kinder haben wollten. Medien und Soziologen indes prognostizierten eine grosse Zukunft für das aus Amerika importierte Fest und sagten eine wahrhafte Halloween-Manie für die Schweiz und ihre Nachbarländer voraus.

Halloween im Supermarkt

Heute, beinahe ein Jahrzehnt später, lassen sich diese Prophezeiungen schliesslich überprüfen. Sie haben sich nicht erfüllt. Flaniert man im Oktober die Einkaufsstrassen entlang wird man zwar auch in den nächsten Wochen Monster, Skelette und Geister in den Schaufenstern bewundern können, doch der reissende Absatz ist bis heute ausgeblieben.

Laut Coop-Mediensprecher Nicolas Schmied sind im Nonfood-Bereich Artikel zur Dekoration klar rückläufig, die Kürbisse zwecks Zierschnitzen seien sogar ganz aus dem Herbstsortiment genommen worden. Man setze vermehrt wieder auf Saisonartikel im Gegensatz zu spezifischen Halloween-Produkten. Nur die Halloweenbekleidung und deren Zubehör fände vor allem bei Familien mit Kleinkindern immer noch einen konstanten Absatz, hier gelte allgemein die Devise: «je gruseliger, desto besser».

Halloween an den Schulen

Auch an den Schulen ist Halloween nichts Feiernswertes mehr. In den Schulen Murten und Düdingen zum Beispiel ist und war Halloween noch nie ein Thema. «Halloween hat in der Schweiz null Tradition. Deshalb sehen wir auch keinerlei Bedürfnis, uns diesem Fest zu widmen. Schliesslich kann man ja nicht für jeden Anlass etwas Spezielles organisieren», lässt Eliane Aebischer, Schulleiterin der Schule Düdingen, verlauten. Die Primarschulen in Gurmels, Liebistorf und Cordast indes hatten anfänglich beim Aufkommen des Gruselbooms noch mitgemacht und eine Veranstaltung mit Geschichten, Verkleidung und Kürbisschnitzen organisiert. Doch auch Gesamtschulleiterin Marie-Joëlle Kämpfer spürte in letzter Zeit ganz klar das Abflauen der Euphorie und des Interesses an Halloween, sodass man offiziell schon seit Jahren nichts mehr auf die Beine stellt. Die Schulleitung überlässt den Kindern selbst im Privaten eine Party zu feiern, falls das Bedürfnis besteht. Dieses Jahr könnte sowieso nichts Offizielles an den Schulen unternommen werden, da Halloween noch in die offiziellen Herbstferien fällt.

Kein Boom und trotzdem Freude

Halloween, Volksfest mit ähnlicher Bedeutung wie Weihnachten? Also überhaupt nicht! Und trotzdem birgt das Fest, das so gar keine Tradition in der Schweiz hat, für einige eine willkommene Gelegenheit, sich zu verkleiden, Motto-Partys zu feiern, Hexengeschichten zu lesen oder auch einfach nur Kürbissuppe zu essen.

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