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Hände schütteln, lächeln und abwarten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kameras werden aufgestellt, Mikrofone getestet, und es wird fleissig in die Laptops getippt. Kurz nach Mittag nehmen die Journalistinnen und Journalisten das Foyer vor der Aula der Universität Miséricorde in Beschlag. Sie bereiten sich fokussiert auf die Hektik am späteren Nachmittag vor – so gut dies geht. Denn auch bei der besten Vorbereitung: Den Ausgang der Stände- und Nationalratswahlen können sie nicht üben.

 

Dann plötzlich rennen die Fotografen nach draussen. Gerhard Andrey (Grüne) fährt standesgemäss auf dem Velo vor. Journalisten fangen ihn ab, noch bevor er vom Sattel steigen kann. Nach ihm kommen immer mehr Kandidierende in das Foyer vor der Aula. Johanna Gapany (FDP) steigt die Stufen hoch und schüttelt mit einem grossen Lächeln auf dem Gesicht allen Anwesenden die Hand. Hände schütteln und lächeln – die 31-Jährige kennt das A und O einer jeden guten Politikerin. Sie hat allen Grund zur Freude, erreicht sie bei der Ständeratswahl nach den beiden bisherigen Christian Levrat (SP) und Beat Vonlanthen (CVP) doch den dritten Platz. Am Wahlsonntag ist sie entsprechend gefragt und wickelt ein Interview nach dem anderen ab – das Lächeln trägt sie den ganzen Nachmittag.

Kandidierende, Parteikolleginnen und -kollegen und Angehörige besetzen mittlerweile die weiss gedeckten Stehtische im Foyer. Sie schütteln den Tischnachbarn die Hand, lächeln einander an und widmen sich dann wieder den Zwischenresultaten. Auf den Tischen liegen die Smartphones und Laptops nebeneinander. Die Blicke wandern immer wieder auf die Bildschirme in den Ecken des Saals. Darauf sind die Zwischenresultate und die Anzahl der ausgezählten Gemeinden abzulesen. Trotz den vielen Leuten herrscht eine konzentrierte Stimmung. Die Anwesenden diskutieren wie in einem emsigen Bienenstock und wägen die Chancen ab. Der Lärmpegel bleibt konstant, Emotionen werden kaum gezeigt. Die Kandidatinnen und Kandidaten selbst sind von Interviews eingenommen und bekommen die Zwischenresultate deshalb wohl nur sporadisch mit.

Draussen springen junge Skater über die Treppenstufen und üben ihre Tricks, während drinnen das Resultat der Ständeratswahlen feststeht: Es wird einen zweiten Wahlgang geben. Ohne jegliche Ausrufe wird dies verhalten zur Kenntnis genommen. Christian Levrat lässt sich nicht von seinem Interview ablenken. Fast stoisch geben er und Beat Vonlanthen sich wie zwei Tennisspieler nach einem fairen Match die Hände, bevor sie sich zurückziehen.

Danach verlagert sich das Gedränge vor die beiden Bildschirme, auf denen die Zwischenresultate der Nationalratswahlen aufgezeigt werden. Mitten drin steht Basil Andrey, der Sohn von Gerhard Andrey, und legt den Kopf in den Nacken, um die Resultate zu studieren. Obwohl er erst zwölf Jahre alt ist, weiss er um die Bedeutung der Kandidatur seines Vaters: «Auch wenn er nicht gewinnen sollte, gewinnen die Grünen als Partei.» Wegen seiner Nervosität sei es ihm trotz dem Warten nicht langweilig. Etwas Langeweile für ein Kind wäre verständlich, zieht sich die Wahl doch bis in den frühen Abend.

So wird die Stimmung im Saal mit der Zeit ruhiger. Die Anwesenden warten ab, schauen auf ihre persönlichen oder die Bildschirme in den Ecken und diskutieren etwas weniger hitzig. Leere Wassergläser reihen sich auf den Stehtischen aneinander, als Nervennahrung verdrücken die Wartenden Biskuits und Kuchen. Es sind 133 Gemeinden von 137 ausgewertet, und nichts deutet auf eine Änderung hin. Da springt die Zahl auf 135 ausgewertete Gemeinden, und das linke Lager klatscht und jubelt laut. Unter dem Namen von Valérie Piller-Carrard (SP) steht nun auch jener von Ursula Schneider Schüttel (SP). Die Freude über den zusätzlichen Sitz ist speziell den jungen Politikerinnen und Politikern anzusehen. «Wir haben gehofft, aber nicht gedacht, dass ihr Name noch vor der Auszählung der Stadt Freiburg erscheint», sagt Dalia Lamhangan (Juso). Für die 19-Jährige ist es die erste Wahl. Das Ende kann sie dennoch kaum erwarten. «Ich bin froh, wenn es vorbei ist», lacht sie.

Dann ist es so weit. Nachdem die Auswertung der Kantonshauptstadt den Anwesenden noch einiges an Geduld abverlangt hat, ist klar: Freiburg hat mit Gerhard Andrey den ersten grünen Nationalrat. Beim Betreten des Foyers wird der Unternehmer mit tosendem Applaus und Jubelrufen von allen Seiten empfangen. Angeführt von den Grünen, lassen sich auch die jungen Sozialdemokraten mitreissen. «Wir sind heisser als das Klima», rufen sie laut und sichtlich erleichtert in bekannter Klimastreik-Manier.

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