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Händel-Oper mit Verve, Pfiff und Fantasie

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Händels Oper «Acis und Galatea» erzählt von der ewigen Liebe, die in unserer Welt unmöglich ist. Gleich zu Beginn der Oper besingt der Chor die Glückseligkeit einer scheinbar perfekten Welt. Der junge Schäfer Acis liebt die göttliche Galatea. Alles scheint in bester Ordnung. Doch Damon warnt vor zu viel Sorglosigkeit. Aber Acis und Galatea geben sich unbekümmert. Da taucht der gewaltige Polyphem auf, der ungestüm Galatea begehrt. Damon versucht vergeblich, Polyphem zur Sanftmut zu bringen. Als Acis sich Polyphem zum Kampf stellt, erschlägt der eifersüchtige Riese den Jüngling. Die trauernde Galatea bleibt zurück und glaubt an die Unsterblichkeit von Acis’ Liebe.

Fantasiereiche Inszenierung

Der Freiburger Regisseur Julien Chavaz, Mitbegründer der Opéra Louise, hat sich bei der Inszenierung am antiken Stoff orientiert und das Geschehen in ein mystisches Umfeld gesetzt. Mit mannigfachen Andeutungen: der Chor als Schafherde, alle in einen zart-beigen Schafspelz gehüllt; der langhaarige Naturbursche Acis; die marionettenhafte, weltfremde Nymphe Galatea; das Monster Polyphem, an den Mann im Mond erinnernd. Einzige Requisiten sind die dunklen, unterschiedlich grossen Kuben auf der schmucklosen Bühne, die in ihrer Nüchternheit fasziniert und lediglich mit variierenden pastellfarbigen Lichteffekten ausgeleuchtet wird. Schlichtweg grandios.

Überzeugender Chor

Die Kuben setzt Chavaz virtuos ein. Die Protagonisten erklettern sie. Verschwinden darin, tauchen auf. Für Acis wird so ein Kubus gar zum gläsernen Sarg. Ein verblüffender Einfall. Mal rückt die Schafherde zusammen, geht auf allen vieren oder steigt auf den «Berg»: ein jugendlicher Chor, der sowohl darstellerisch als auch sängerisch überzeugt. Dabei ist das Freiburger Kammerorchester unter der Direktion von Frédérique Chauvet, Leiterin des Ensemble Barokopera Amsterdam, ein aufmerksamer Partner mit einem dynamisch-subtilen Orchesterklang.

Hervorragende Solisten

Die Schweizer Sopranistin Marie Lys wirkt als Nymphe schauspielerisch wie sängerisch kompetent und souverän. Peter Gijsbertsen verleiht dem Schäfer Acis tenorale Strahlkraft und glaubhafte Virilität. Und Christian Immler, Gesangsprofessor an der Musikhochschule Lausanne, bestreitet als Monster die etwas allzu lange Phase mit wohlklingender Baritonstimme. Auch die Freiburger Sopranistin Salomé Zangerl gestaltet ihren Part als warnende Damon mit sattem Klang und agilem Spiel. Und für ergreifende Momente sorgt letztlich der Freiburger Jonathan Spicher, der seine Arie als Krüppel Corydon virtuos singt.

Musikalisch ist die Oper von einer reizvoll-zarten Intimität, wenn auch mit vielen Wiederholungen. Opéra Louise bringt den Einakter in englischer Originalversion mit deutschen und französischen Untertiteln, die aber wegen zu kleiner Schrift schwer lesbar sind. Zweifelsohne ist die Aufführung in Zusammenarbeit mit der Barok-opera Amsterdam eine beachtenswerte Bereicherung im Opernbetrieb von Freiburg. Und wenn sich die deutsche Sprache im Programm nicht auf den Satz «Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein» beschränkte, müsste man fast von einer tadellosen Aufführung sprechen.

Eine weitere Vorstellung findet heute Freitagabend um 20 Uhr im Equilibre statt. Vorverkauf bei Freiburg Tourismus: 026 350 11 00.

Die Opéra Louise geht anschliessend mit der Produktion auf Tournee und spielt noch 16 Mal in Holland und in Frankreich.

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