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«Häperetùmmer» hundertmal im Briefkasten

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«Häperetùmmer» hundertmal im Briefkasten

Josef Vaucher gibt seit mehr als acht Jahren das Blettli «Häperetùmmer» heraus

Das einzige vollständig senslerdeutsche «Blettli» der Welt enthält nicht nur Literatur, sondern auch sprachliche Hinweise und sprachpolitische Anliegen. Ende Jahr ist der 100. Häperetùmmer herausgekommen.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ

Das «seislertütsch Blettli, wa au Maanet iinisch usachùnt» wurde über die Jahre «as seislertütschis Blettli, wa au Maanet iinisch setti usachoo». Warum? «Es war nicht immer einfach Themen zu finden. Und so konnte ich auch Porto sparen», sagt der «Maggebärger Toni» alias Josef Vaucher. Der 72-Jährige werde nicht reich dabei. Er rechnet vor, dass er für ein Jahresabonnement Fr. 18.50 Ausgaben habe. Das Abonnement selbst koste 20 Franken. Er habe drum oft gleich zwei Nummern gleichzeitig herausgebracht und verschickt, sagt Vaucher. Das Datum auf dem Blettli hat er ab August 2003 vorsorglich weggelassen. Trotzdem ist es rechtzeitig zum Jubiläum wieder richtig im Rhythmus.

Leserschaft nur schwer einzuspannen

Für das Monatsblatt ist auch nicht einfach, dass dahinter nur eine einzelne, viel beschäftigte Person steht. Der Maggebärger Toni hat seine Leserschaft immer wieder aufgerufen, Texte einzuschicken, damit er den schweren Zweiradkarren nicht allein ziehen müsse. Aber selten wurden diese Hilferufe erhört. «Ich bin etwas enttäuscht, dass nicht mehr Unterstützung gekommen ist», zieht Vaucher nach dem 100. Häperetùmmer Bilanz. Die Breitenwirkung fehle.

Aber er habe seine persönlichen Ziele mit dem Blettli erreicht. Immer wieder habe er positive Reaktionen erhalten. Dies habe ihn immer wieder weitergetragen. «Auch Peter Boschung hat die Idee als gut befunden. Aber er hat die ersten Exemplare jeweils korrigiert zurückgeschickt», schmunzelt der Mäggebärger Toni. Er selbst geht jedoch davon aus, dass er als gebürtiger Alterswiler einen wenig abgeschliffenen Dialekt spricht, den es zu erhalten gilt. «Ich habe meine Sprache immer als authentisch empfunden», sagt Vaucher. Ausserdem gehe sonst viel Wissen über das Leben seiner Jugendzeit und die Sprache verloren.

Gleichzeitig freue es ihn, dass Junge wieder vermehrt das Bedürfnis hätten, gemeinsam zu senslern. «Heute sind die Jungen stolz, Sensler zu sein», freut sich Vaucher. Aber trotzdem werde die kulturelle und ästhetische Seite der Sprache oft vergessen.

Aktuelle Bezüge fehlen nicht

Der Häperetùmmer besteht jeweils aus einem beidseitig beschrifteten A4-Blatt. Er beginnt fast immer mit einem «Vorgschpann», wo Vaucher die neusten Publikationen, politischen Diskussionen oder sprachpolitischen Tendenzen kritisiert. Hier merkt der Leser rasch, dass sich der Präsident der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft, ehemalige SP-Gross- und Verfassungsrat nach wie vor mit Politik und Sprachpolitik auseinander setzt.

Oder Vaucher situiert in seiner Einleitung die Texte der vorliegenden Sammlung. Dann folgen viele Geschichten und Gedichte vom Herausgeber selbst, manchmal auch Eingesandtes sowie die erwähnten Hinweise für besseres Senslerdeutsch.
«Es braucht Zeit, um Senslerdeutsch zu lesen», weiss Vaucher. Viele Leser nähmen sich diese Zeit gern. Mit 100 Häperetùmmere will er sich aber nicht begnügen. Stets sammelt er «allergattig» Kartoffeln, die er auf seinen Karren laden will. Für die nächste Ausgabe verspricht er eine fasnächtliche Überraschung: Der Häperetùmmer wird kurzfristig umbenannt.

Häperetùmmer. Postfach 415, 1701 Freiburg.

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