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«Häre Luege» braucht Verstärkung

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In Laupen entlang der Sense stehen zahlreiche Abfallkübel bereit. Dennoch landet Müll nicht immer in diesen Eimern, sondern auf dem Boden oder gar im Wasser. Um Littering und auch Vandalismus entgegenzutreten, hat die Gemeinde bereits 2009 das Projekt «Häre Luege» ins Leben gerufen: Von Mai bis Oktober begeben sich Erwachsene gegen Abend an die neuralgischen Punkte in Laupen und machen insbesondere Jugendliche darauf aufmerksam, wo der Müll hingehört und dass sie der Natur Sorge tragen sollen. Das Projekt hat Wirkung gezeigt, die Situation verbesserte sich. Um dies beizubehalten, braucht die Gemeinde nun dringend Verstärkung.

Der Sense-Saane-Spitz ist ein besonders beliebtes Ausflugsziel, das steinige Ufer und das Flussbett bieten sich zum Verweilen und Bräteln an: «Dort ist es am schlimmsten mit dem Littering und immer etwas los», erklärt der Laupener Gemeinderat René Spicher im Gespräch mit den FN. Auch das Schulhausareal sei einer der Orte, wo immer wieder etwas liegen bleibt oder Vandalismus betrieben wird. Das Projekt «Häre Luege» sei eine Art Kontroll- und Sozialpräsenz vor Ort: «Verantwortungsvolle Privatpersonen begeben sich zu zweit an Plätze, an denen sich Jugendliche gerne aufhalten und suchen das Gespräch.» Es gehe darum zu mahnen und zu bitten. «Es ist ein steter Kampf, aber wir müssen dranbleiben.»

Eigentlich habe er gar nicht mehr damit gerechnet, dass das Projekt in dieser Saison erneut zustande kommt, einige seien abgesprungen, «aber die verbleibenden Mitglieder der Gruppe wollten weitermachen». Auch der Gemeinderat sei für die Fortsetzung des Projekts.

«Maulen oder meckern»

Natürlich seien es grundsätzlich nicht nur Jugendliche, welche Abfall liegen lassen, «aber an den Sommerabenden sind es halt schon vor allem junge Menschen, die noch unterwegs sind». Auch Spicher selber ist beim Projekt dabei und begibt sich mit Taschenlampe und Abfallsäcken regelmässig auf den abendlichen «Häre-Luege-Spaziergang». Er könne es gut mit den Jugendlichen, sagt der Primarschullehrer, «viele kennen mich auch schon». Heikle Situationen habe er nie erlebt, «dass sie ab und zu maulen oder meckern, gehört aber dazu». Gerne mache er den Job nicht immer, betont Spicher und lacht, «aber wir haben das Projekt im Gemeinderat ins Leben gerufen und deshalb will ich auch mithelfen.»

Eine Gratwanderung

Spicher ist sich bewusst, dass die Situation je nachdem auch eskalieren könnte, «es braucht schon ein gewisses Gespür». Einen Kurs in Sozialkompetenz und im Umgang mit aggressivem Verhalten hätten sie von «Häre-Luege» im letzten Jahr gemacht. Kritiker hätten sie auch schon als Bürgerwehr bezeichnet. «Damit hat es aber nichts zu tun.» Es gehe rein darum, an die Vernunft und den Respekt gegenüber der Natur und den Mitmenschen zu appellieren, «aber es ist manchmal eine Gratwanderung», gibt Spicher zu bedenken. «Den Held markieren zu wollen, wäre auf jeden Fall nicht gut.»

Im Moment seien es fünf Frauen und drei Männer ab 40 Jahren, die sich auf die Tour begeben, «ideal wären rund ein Dutzend». Pro Einsatz erhalten die Freiwilligen 35 Franken von der Gemeinde.

Spicher ist seit 2009 Gemeinderat, so lange wie es das Projekt gibt. Seit drei Jahren geht er selber auf Tour. «Es ist eine Erfolgsgeschichte, denn die Situation in Sachen Littering und Vandalismus hat sich in Laupen merklich beruhigt».

Neben dieser Massnahme setzt die Gemeinde seit diesem Jahr auf die Kontrollen der Kantonspolizei, «doch diese kann am Wochenende nicht jeden Abend und zu jedem Zeitpunkt an den Brennpunkten Präsenz markieren». Ausweiskontrollen könne selbstverständlich nur die Polizei durchführen, «es ist richtig, dass die Polizei das Gewaltenmonopol hat, daran gibt es nichts zu rütteln».

«Es ist ein steter Kampf, aber wir müssen dranbleiben.»

René Spicher

Gemeinderat Laupen

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