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«Hausgemachte» Touristen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Hausgemachte» Touristen

Viele Teilnehmer der geführten Stadtrundgänge kommen aus Murten selbst

Führungen durch die historische Altstadt von Murten sind beliebt. Unter den Besuchergruppen befinden sich jedoch nicht nur von weit hergereiste Touristen. Auch Einheimische vertiefen sich immer wieder gerne in die Geschichte ihres Stedtlis.

Von PATRICK HIRSCHI

Die Gruppe, mit der Stadtführerin Marlis Siegenthaler am Samstagvormittag unterwegs ist, entspricht vom Aussehen her sämtlichen Touristen-Klischees. Alle sind sie dem heissen Sommerwetter entsprechend angezogen. Hut und Sonnenbrille dürfen ebenfalls nicht fehlen – genauso wenig natürlich eine Fotokamera.

Unter der fachkundigen Führung von Marlis Siegenthaler besichtigen die rund zehn Personen die Ringmauer, die Türme, das Geburtshaus von Jeremias Gotthelf und weitere Sehenswürdigkeiten von Murten. Aufmerksam wird der Führerin zugehört, mit der gebotenen Vorsicht die steilen Treppenstufen auf die Türme erklommen – und der Bauch eingezogen, wenn sich auf dem schmalen Gang der Ringmauer die Wege mit einer anderen Gruppe kreuzen.

Auch Skandinavier leben in Murten

Doch nicht alle Teilnehmer dieses geführten Stadtrundgangs sind aus weiter Ferne nach Murten gereist – nicht einmal das Paar mit dem fremdländischen Akzent. Sie seien Schweden, sagen sie. Sie leben schon seit drei Jahren in Murten und wollen nun endlich einmal die Stadt kennen lernen.

Etwas auffälliger ist da schon eine ältere Frau. Sie wechselt mit der Führerin gelegentlich ein paar Worte, die erahnen lassen, dass Murten auch für sie kein Neuland ist. Sie habe Besuch aus Zürich, erklärt die alteingesessene Murtnerin. Nun begleite sie ihre Gäste bei der Tour.
Eine weitere Frau aus Murten nimmt zum wiederholten Mal an einem geführten Rundgang teil. Sie veranstalte selber Führungen durchs Stedtli für privaten Besuch. Mit einer Teilnahme an der Führung könne sie sich gelegentlich ein bisschen weiterbilden. Im übrigen habe sie festgestellt, dass nicht alle Führerinnen und Führer genau dieselben Sehenswürdigkeiten anliefen. So bringe jede und jeder etwas von seiner Persönlichkeit mit in die Tour.

Schliesslich finden sich doch noch zwei Frauen aus dem Aargau in der Gruppe. Sie seien schon letztes Jahr an der Expo hier gewesen und nun nochmals nach Murten zurückgekehrt.

Bern? Nein, Freiburg! –
Oder vielleicht doch Bern?

Dass eine historische Führung nicht nur von Jahreszahlen und historischen Fakten leben darf, ist sich Marlis Siegenthaler bewusst. Mit erstaunlichen Anekdoten und witzigen Kommentaren verleiht sie der Tour eine lockere Atmosphäre. So würden etwa 75 Prozent aller Schweizer meinen, dass Murten zum Kanton Bern gehört, erzählt sie der Gruppe. Sogar Lehrer hätten sie einmal gefragt, ob sie sich ganz sicher sei, dass Murten zu Freiburg gehöre – und das wohlgemerkt nach dem Rundgang.

Hat der Besucher das mit der Kantonszugehörigkeit dann endlich kapiert, folgt schon die nächste Schwierigkeit: Jeremias Gotthelf ist zwar in Murten geboren und hat zehn Jahre hier gelebt, gilt aber als Berner Schriftsteller. Wenig gekümmert habe dies eine Schulklasse aus dem Emmental, die einst eine Stadtführung durch Murten mitgemacht hatte. Beim Anblick der Gotthelf-Statue bei der Deutschen Kirche seien einem Schüler als erstes die «grosse Scheiche» aufgefallen. Ihr gehe es seit diesem Erlebnis auch nicht anders, gesteht Marlis Siegenthaler.

Auf Schnäppchenjagd
bei der Unglücksstelle

Baugesuche müssen, zumindest in Murten, schon zu alten Zeiten eine ziemlich mühsame Sache gewesen sein. Für alle Dächer der Altstadt waren so genannte Biberschwanz-Ziegel vorgeschrieben. Wenn es nun irgendwo in der näheren Umgebung von Murten gebrannt hatte, sei nebst der Feuerwehr ebenfalls stets ein Mitglied der Stadtverwaltung ausgerückt, um eventuell ein paar übrig gebliebene Ziegel zu ergattern, berichtet Marlis Siegenthaler.

Sie gehört zu den 25 Führerinnen und Führern, die für Murten Tourismus unterwegs sind. Im Sommer werden jeweils am Samstag geführte Touren angeboten. Weitaus häufiger sind die Führer aber durchs Jahr mit geschlossenen Gruppen unterwegs. Im Jahr werden ungefähr 350 Führungen veranstaltet.

Murten Tourismus; Telefon: 026 670 51 12
Auf eigene Faust durchs Stedtli

Seit etwa fünf Jahren bietet Murten Tourismus eine individuelle Stadtführung mit einem Walkdiscplayer plus Stadtplan an. Damit habe man dem Trend zu mehr Individualismus entsprochen, sagt Monika Schneeberger von Murten Tourismus.

Insgesamt 25 Geräte stehen für eine so genannte «Murtour» zur Verfügung. Neben Individualreisenden würden oft auch Schulklassen davon Gebrauch machen. «Der Lehrer schickt sie dann grüppchenweise im Abstand von ein paar Minuten auf die Tour», erklärt Schneeberger. Als kleines Andenken erhalten die Besucher nach dem Rundgang ein «Diplom» mit einem alten Stadtporträt.
Diese Führungen per Kopfhörer gibt es zurzeit nur auf Deutsch. Gerne würde man sie auch auf Französisch und Englisch anbieten, so Schneeberger. Das sei aber momentan aus Kostengründen noch nicht möglich. hi

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