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Heilige und heilende Worte auswendig lernen

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wort zum sonntag

Autor: Hans Ulrich Steymans

Heilige und heilende Worte auswendig lernen

Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, … ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten» (Dtn 30,11-14). Bevor das Deuteronomium erzählt, wie Moses stirbt, belehrt es Israel noch einmal über alles, was es für die Berufung braucht, Volk Gottes zu sein. Deshalb ist das Lernen und Lehren im Deuteronomium besonders wichtig.

An anderer Stelle sagt Moses: «Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Kindern wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Strasse gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst» (Dtn 6,6f).

Israelitin und Israelit sagen sich überall und andauernd Schriftworte vor. Sie lehren sie ihren Kindern, damit auch diese sie aufsagen und folgenden Generationen weitergeben. Die Worte «auf dem Herzen oder im Herzen zu haben», meint das, was man im Deutschen «auswendig lernen» nennt. Das Englische kennt mit seinem Ausdruck «to know by heart» wie das Französische «savoir par coeur» die Beteiligung des Herzens bei dem, was man auswendig lernt.

Bibelverse oder ganze Abschnitte der heiligen Schrift auswendig zu lernen, ist eine spirituelle Übung, welche die Gedanken lenkt. Gedanken können sehr destruktiv sein. Man kann andere Menschen oder auch sich selbst in Gedanken herabsetzen und fertigmachen. Das Aufsagen des Gotteswortes dagegen kann den Geist mit positiven, konstruktiven Gedanken füllen und heilende Wirkung entfalten.

Warum blättern Sie nicht einmal in Ihrer Bibel und suchen sich Ihr heiliges, heilvolles Wort? Wie wäre es, ein paar Bibelverse oder einen kurzen Psalm auswendig zu lernen und sich immer wieder einmal ruhig vorzusprechen? Darin bestand die meditative Praxis der ersten Einsiedler und Mönche in den Wüsten Ägyptens.

Solch ein Bibelvers könnte sein: «Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und ins Haus des Herrn darf ich immer wieder zurückkehren» (Ps 23,6); oder «Jetzt aber – so spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich geformt hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir» (Jes 43,1). Man darf sich sein Bibelwort anpassen, indem man den eigenen Namen einsetzt. Wie klingt es für Sie, Folgendes aus Jesu Mund zu hören? «Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte: (Ihr Name) komm schnell …! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein» (Lk 19,5).

Der Dominikaner Hans Ulrich Steymans ist Professor für Altes Testament und Biblische Umwelt an der Universität Freiburg und lebt im Kloster St. Hyazinth.

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