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Heim in Guggisberg öffnet seine Tore

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«Die Jugendlichen bei uns haben meist schon mehrere Aufenthalte in Heimen, Krisengruppen oder in der Jugendpsychiatrie hinter sich», erklärt der Leiter der «WG-Guggisberg» Rolf Küng auf der Terrasse des Heims in Guggisberg. Sechs Jugendliche seien im Moment in dem Wohn- und Schulheim zu Hause «und vier leben in Partnerfamilien in Guggisberg und besuchen bei uns die Schule». Sie seien eine sehr kleine Institution, «viele Jugendliche kommen aus grösseren Heimen zu uns».

Auf die zehn bis zwölf Jugendlichen fallen rund 1100 Stellenprozente: «Die Betreuung ist fast eins zu eins – diese jungen Menschen brauchen das, sonst gehen sie unter.» Die Mädchen und Jungen kommen hauptsächlich aus den Kantonen Bern, Aargau, Solothurn und Basel und gelangen über Kindesschutzbehörden, Sozialdienste oder über Jugendanwaltschaften nach Guggisberg.

Ländliche Idylle

Im Herzen von Guggisberg ist nicht viel mehr zu hören als Kuhglockengeläute, Vogelgezwitscher und auch mal ein Auto. Für die Jugendlichen bedeutet dies meist eine grosse Veränderung, denn alle stammen aus städtischen Verhältnissen. «Sie müssen raus aus ihrem Umfeld, und die Natur ist gut für sie», ist Rolf Küng überzeugt.

Die meisten blieben zwei bis zweieinhalb Jahre in Guggisberg: «Gerade Jugendliche in grossen Krisen können hier schon mal zwei Jahre in Ruhe leben, herunterfahren und ihre Gedanken ordnen.» Sie kämen teils schon aus sehr heftigen Verhältnissen, sagt Küng. Der Durchschnitt der Heimbewohner und -bewohnerinnen stamme aus einer grösseren Stadt, die Eltern seien meist alleinerziehend und hätten häufig eigene Probleme zu bewältigen. «Die Kinder machen oft in der Schule schlechte Erfahrungen und fallen bereits früh auf.»

Diese Jugendlichen müssten lernen, zu ihrer Geschichte zu stehen. «Wir schauen schon zurück und halten fest, was war, – aber dann schauen wir nach vorne und versuchen in einem sehr engen Kontakt im Alltag bewältigungsorientiert zu arbeiten.» Für viele sei schon das gemeinsame Essen eine Herausforderung.

Das Schlimmste seien Schlägereien unter den Jugendlichen oder Aggressionen gegenüber Mitarbeitenden. «Gewalt ist sehr schwierig, in diesen Fällen schalten wir sofort die Polizei ein.» Das Heim-Team besuche regelmässig Selbstverteidigungskurse. Das Schönste an dieser Arbeit seien die Momente, in denen Lachen und Zufriedenheit die Räume erfüllen, «wenn es funktioniert», sagt Küng. Denn das Ziel ist klar: Die WG soll Zugehörigkeit vermitteln, helfen, Fähigkeiten aufbauen, und die Selbständigkeit fördern. «Wir machen uns keine Illusionen, es wird auch nach der Zeit bei uns nicht alles gut sein», so Küng, «aber wir wollen den Jugendlichen so viel mitgeben, wie wir können, und tun dies in einer wohlwollenden und aufbauenden Haltung». Es sei nun mal einfach so: «Sie müssen lernen, in gewissem Masse zu funktionieren und sich anzupassen, sonst haben sie keine Chance.» Und wer als Kind nicht lernen konnte, kleinere Probleme zu lösen, für den sei es als Jugendlicher ein grosser Schritt, Konflikte konstruktiv anzugehen.

Die «WG-Guggisberg» ist als GmbH organisiert, «wir sind deshalb flexibler», sagt Küng. Seit 2003 ist sie in Guggisberg. Die Bewilligungs- und Aufsichtsbehörde des Heims ist das kantonale Jugendamt Bern. Vor zwei Jahren kauften Rolf Küng und seine Ehefrau Monika das ehemalige Altersheim Vreneli in Guggisberg und nahmen dessen Umbau in Angriff. Nun erstrahlt das Haus mitten im Dorf in neuem Glanz und die «WG-Guggisberg» lädt morgen Freitag und am Samstag zu Tagen der offenen Tür (siehe Kasten). «Wir wollen transparent machen, was hier läuft», sagt Küng.

Blick von innen

Eine Saftbar und Gebäck für die Besucher

Morgen Freitagnachmittag und am Samstag öffnet die «WG-Guggisberg» ihre Türen für alle, die sich ein genaueres Bild des Wohn- und Schulheims machen wollen. Am Freitagnachmittag werden auch die Jugendlichen anwesend sein und alkoholfreie Drinks sowie Gebäck anbieten. «Wir haben die Jugendlichen eingespannt», freut sich der Leiter des Heims Rolf Küng. «Sie haben auch Kollegen eingeladen.» Auch Interessierte aus der Region Guggisberg seien willkommen.

emu

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