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Heldengeschichten unter der Bettdecke

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Elmar Elbs war elf Jahre alt, als er zum ersten Mal Karl Mays Jugendroman «Der blaurote Methusalem» las. Damit war es um ihn geschehen: Er las und sammelte fortan alles, was ihm von Karl May in die Finger geriet und ist noch heute, über 60 Jahre später, ein grosser Bewunderer des deutschen Schriftstellers und Erfinders von Winnetou und Old Shatterhand. «Wir haben uns nach Helden und nach Gefühlen gesehnt», sagt der heute 72-Jährige. «Karl May hat uns das gegeben.»

Hunderte von Büchern von und über Karl May stehen bei Elbs zu Hause in Luzern, und vor 20 Jahren gründete der gebürtige Österreicher die Vereinigung der Schweizer Karl-May-Freunde, die heute gegen 100 Mitglieder zählt. Wie für alle Karl-May-Liebhaber ist 2012 für Elbs ein wichtiges Jahr: das Jahr des 100. Todestags und des 170. Geburtstags des Schriftstellers und dazu das 50-Jahr-Jubiläum der ersten Karl-May-Verfilmung («Der Schatz im Silbersee»).

Weltweit übersetzt

«Karl May ist in diesem Karl-May-Jahr auch in der Schweiz sehr präsent», stellt Elmar Elbs fest. Er selbst leistet dazu zusammen mit einigen weiteren Schweizer Karl-May-Freunden einen Beitrag im Gutenberg-Museum Freiburg: Bis Mitte August zeigen sie hier einen reichhaltigen Einblick in das Universum des Schriftstellers und seiner Fans. Zahlreiche Bücher von und über Karl May sind zu sehen, darunter eine Auswahl an Übersetzungen. Mays Werk wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt; er zählt damit zu den am häufigsten übersetzten deutschen Schriftstellern. In Freiburg sind unter anderem Ausgaben aus Indonesien, Russland, Japan, Brasilien und den USA ausgestellt.

Dazu kommen Illustrationen, Zeitschriften, Comics, Fotoromane, Sonderbriefmarken, Spiele, Bastelbögen und viele weitere Sammlerstücke. Während der ganzen Ausstellung läuft zudem der Film «Der Schatz im Silbersee» mit Pierre Brice als Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand. Eine Leseecke lädt Kinder zum Verweilen ein, und das Rahmenprogramm bietet Führungen und Referate für Erwachsene und Bastelnachmittage für Kinder.

Dass Elmar Elbs die Ausstellung ausgerechnet im Gutenberg-Museum organisiert hat, kommt nicht von ungefähr: Als ehemaliger Buch- und Offsetdrucker ist er Mitglied der Freunde des Gutenberg-Museums. Die sich im 19. Jahrhundert rapide entwickelnde Druckindustrie habe die Verbreitung von Karl Mays Werk massgeblich beeinflusst, so Elbs. Die Ausstellung zu Karl May sei darum auch eine Ausstellung über die Druckindustrie. «Schon vor 100 Jahren wurden viele Karl-May-Bücher in hervorragender Qualität gedruckt», sagt der Fachmann. Das Gutenberg-Museum gebe am Beispiel von Karl May einen Einblick in verschiedene Drucktechniken.

Lesen unter der Bettdecke

Die Ausstellung über Karl May ist zugleich die erste, die das Museum unter der Leitung des neuen Direktors Stefan Ledergerber präsentiert (siehe Interview rechts). Der 39-Jährige gehört zwar zu einer anderen Generation als Elmar Elbs, doch die Faszination für Karl May vereint die beiden Männer. Auch er habe seine erste Begegnung mit Karl May als Kind gehabt, erzählt Ledergerber. «Ich hatte in der Schule lange Mühe mit dem Lesen. Das änderte sich erst, als ich die Bücher von Karl May entdeckte. Die las ich sogar nachts unter der Bettdecke, im Licht der Taschenlampe, wie so viele andere Kinder auch.»

Gutenberg-Museum, Liebfrauenplatz 16, Freiburg. Bis zum 12. August. Mi., Fr. und Sa. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr, So. 11 bis 17 Uhr. www.gutenbergmuseum.ch; www.karlmayfreunde-schweiz.eu.

Die Bandbreite der Ausstellung im Gutenberg-Museum reicht von der Biografie Karl Mays bis zur Vermarktung Winnetous.Bilder Aldo Ellena

Interview: «Das Potenzial des Museums ist noch lange nicht ausgeschöpft»

Im April hat der Freiburger Stefan Ledergerber die Leitung des Gutenberg-Museums übernommen. Mit den FN sprach er über seine Motivation und seine Pläne.

 

Herr Ledergerber, was hat Sie an der Stelle als Leiter des Museums interessiert?

Es ist ein vielseitiger Posten, in dem man vieles selber entwickeln kann. Zudem hat er inhaltlich mit meinem ursprünglichen Beruf als Polygraf zu tun, und ich kann meine Erfahrungen als diplomierter Techniker für Medienmanagement und visuelle Kommunikation und als Projektleiter einbringen.

 

Hatten Sie schon früher einen Bezug zum Museum?

Ich habe das Museum gekannt und die Ereignisse rund um seine Schliessung und Wiedereröffnung verfolgt. Seinen Inhalt, die Geschichte des Buchdrucks, der grafischen Industrie und der Kommunikation kenne ich von meiner Ausbildung her.

Seit der Wiedereröffnung 2005 hat sich das Museum sehr gut entwickelt; 2011 zählte es über 11 000 Besucher. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Ich bin sicher, dass das Potenzial des Museums noch lange nicht ausgeschöpft ist. In den letzten Jahren hat man sich stark auf die Temporärausstellungen konzentriert, doch daneben gibt es noch viele andere Möglichkeiten. So möchte ich das Museum für Kinder und Jugendliche und speziell für Schulen attraktiver machen. Ich möchte die jungen Besucher mit Ateliers ansprechen, die auf die jeweiligen Altersgruppen zugeschnitten sind, immer in Zusammenhang mit dem Buchdruck und den Buchstaben.

 

Und die Erwachsenen?

Für sie möchte ich die Dauerausstellung ausbauen und noch mehr auf geschichtliche und soziale Zusammenhänge fokussieren. Dabei geht es etwa um das Verständnis dafür, welche Auswirkungen die Erfindung der beweglichen Lettern durch Gutenberg hatte. Dank Gutenbergs Buchdruck-Methode begannen die Menschen, selber zu lesen, und waren nicht mehr auf das Wissen angewiesen, das ihnen die Kirche und die Gelehrten vermittelten. Eine weitere Idee betrifft die Nutzung unserer Räume: Sowohl der Gemperlin-Saal als auch der Dachstock sind sehr attraktiv und könnten in Zukunft vermehrt Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen oder Konzerte beherbergen.cs

Stefan Ledergerber.

«Wir haben uns nach Helden und nach Gefühlen gesehnt. Karl May hat uns das gegeben.»

Autor: Elmar Elbs

Autor: Gründer und Leiter der Karl-May-Freunde Schweiz

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