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Herausforderin verlangt mehr Transparenz

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In einem Mail Mitte Januar machte der Präsident der Professorenschaft darauf aufmerksam, dass am 11. April die Wahl für das Rektorat der Universität Freiburg ansteht. «Ich sagte mir, dass ein Umdenken stattfinden muss, und dass die Zeit drängt», sagt Bernadette Charlier Pasquier. Die Dekanin der Philosophischen Fakultät entschloss sich deshalb, als Gegenkandidatin zur amtierenden Rektorin Astrid Epiney anzutreten. «Es war meine eigene Entscheidung.» Es sei nicht die Kandidatur ihrer Fakultät, sondern sie habe Unterstützung aus allen Fakultäten, sagt sie. Als Direktorin des Zentrums für Hochschuldidaktik habe die Erziehungswissenschaftlerin jeweils mit allen anderen Fakultäten zusammengearbeitet.

Und genau diese Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten stellt Charlier ins Zentrum ihrer Kandidatur. «Es herrscht ein Silo-Denken», sagte sie. «Jede Fakultät hat ihre eigenen Daten und Informationen. Aber keine weiss, was die jeweils anderen Fakultäten machen. Sie haben unzureichend Ahnung über die wichtigsten Informationen der Gesamt-Universität und wenig Zugang zum Entscheidungsprozess.»

Der Umgang mit Information

Gerade für Charliers Fakultät, die mit 4600 Studenten die grösste der Uni Freiburg ist, sei es gefährlich, Entscheidungen zu treffen, wenn wenig Kenntnisse über die Probleme und Herausforderungen der Universität vorhanden seien. Charlier sagt, sie wolle nicht die Arbeit der amtierenden Rektorin Astrid Epiney kritisieren. Sie bekennt aber, dass ihre Kandi­datur als eine solche Kritik zu verstehen sei. Die Führung der Universität sei zu bürokratisch und gleichzeitig auch zu zen­tralistisch. «Es gibt zwar eine gewisse Partizipation, aber meist bleibt nicht genügend Zeit, Lösungen zusammen zu erarbeiten.» Sie selber stehe für mehr Kollegialität, Transparenz und eine bessere Vorbereitung für die Zukunft der Uni ein.

Doch gibt nicht gerade das neue Gesetz über die Universität den Rahmen für das Rektorat vor? «Sicher», sagt sie. «Aber es kommt auch auf den Stil an, wie man mit dem neuen Gesetz arbeitet. Das geht sicher auch mit mehr Kollegialität.»

Grundsätzlich einverstanden ist Bernadette Charlier mit der Erhöhung der Uni-Gebühren, wenn auch für sie die Kommunikation dazu zu kurzfristig erfolgte. Sie habe Epiney in einem Mail geschrieben, es sei «ein mutiger Entscheid». Allerdings, mit etwas mehr Zeit hätten Probleme vermieden werden können. Charlier sagt, dass auch ihre Fakultät mehr Stellen und somit mehr Mittel brauche. Dass aber Doktoranden und somit Assistenten Gebühren zahlen müssen, dafür hat sie kein Verständnis: «Man kann doch nicht von den eigenen Angestellten Gebühren verlangen.»

Bernadette Charlier ist überzeugt, dass sie die notwendigen Voraussetzungen für das Rektoratsamt mitbringt. «Niemand ist vorbereitet für alle Aspekte des Amts. Aber ich bringe viel Erfahrung aus Lehre, Forschung und Verwaltung mit.»

Mit Freiburger verheiratet

Die gebürtige Belgierin hat an der Universität von Lüttich Erziehungswissenschaften studiert, einer Institution, die auf diesem Gebiet in Europa Pionierarbeit geleistet hat. Danach war Charlier Professorin, Forscherin und auch Verantwortliche für das Multimedia-Zen­trum der Universität in Namur. Nach Freiburg kam sie 2002 als assoziierte Professorin. 2011 wurde sie ordentliche Professorin und 2015 Dekanin der Philosophischen Fakultät. Sie ist seit 2004 mit einem Freiburger verheiratet und wohnt in Semsales.

Die frankophone Charlier ist nicht zweisprachig. Das Gespräch mit den FN fand auf Deutsch statt, sie musste dabei aber bei einigen deutsche Ausdrücken etwas länger überlegen. Wie sie sagt, würde sie aber sehr wohl in der Öffentlichkeit Deutsch sprechen, wie sie es schon an Promotionsfeiern getan habe. Sie betont auch, dass die Universität seit 2002 mit Paul-Henri Steinauer keinen französischsprachigen Rektor mehr gehabt hat.

Bernadette Charlier ist heute 61-jährig. Sie ist eine der letzten Professorinnen, für die gemäss dem alten Arbeitsvertrag für Professoren noch das erhöhte Pensionsalter 69 gilt. Als Rektorin könnte sie somit nur eine fünfjährige Amtszeit ausüben. «Fünf Jahre, das ist genug», sagt sie.

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