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Herausforderung für duales Bildungssystem: Wirtschaft braucht mehrsprachige Angestellte

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Autor: Frederic Auderset

Freiburg Zum Abschluss des Jahreskolloquiums der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des mehrsprachigen Unterrichts in der Schweiz APEPS fand am Samstagnachmittag an der Universität Freiburg eine öffentliche Podiumsdiskussion statt. Erfahrene Fachleute aus Bildung, Wirtschaft und Politik diskutierten Fragen zu Nutzen und Wert der Mehrsprachigkeit sowie Möglichkeiten zu deren Förderung.

Berufsbildung aufwerten

Charles Phillot, Präsident der Freiburger Handelskammer, hielt gleich zu Beginn der Debatte fest, wie wertvoll mehrsprachige Angestellte für ein Unternehmen sind: «Kommunikation ist im Wirtschaftsleben zentral und daher ist auch die Fähigkeit zum mündlichen Austausch in mehreren Sprachen sehr wichtig.» Aber auch Lese-Kompetenzen seien für das Verstehen von Beschreibungen und Anleitungen unverzichtbar. Die Freiburger Unternehmen seien dermassen mit der Deutschschweiz und oft auch Deutschland vernetzt, dass man mit blossen Französischkenntnissen nicht weit komme. «Die zweisprachigen Personen in Freiburg sind aber fast ausnahmslos Deutschschweizer», sagte er und bezeichnete die mangelnden Deutschkenntnisse vieler Romands als «Handicap». Am grössten seien die Sprachdefizite bei jenen Mitarbeitern, welche eine praktische Ausbildung mit Lehre und anschliessender Fachhochschule absolviert hätten.

Die Präsidentin der APEPS Christine Le Pape Racine warnte daher in Hinblick auf das schweizerische System mit akademischen und praktischen Ausbildungswegen: «Die Berufsbildung muss sprachlich aufgewertet werden, wenn wir das duale System beibehalte wollen.» Auch der Zürcher Berufsschullehrer Willy Nabholz plädierte für eine verstärkte Förderung der Mehrsprachigkeit auf dem praktischen Ausbildungsweg. «Schliesslich beginnt immer noch die Mehrheit der Schulabgänger eine Lehre», stellte er fest. Er habe in seinem Unterricht immersive Methoden eingeführt und unterrichte das Fach «Allgemeinbildung» auch auf Englisch. Dies sei ein bewährter Weg, vor allem die mündlichen Kommunikationsfähigkeiten in einer Fremdsprache zu fördern – was im gewöhnlichen Fremdsprachenunterricht vielleicht etwas zu kurz komme.

Allerdings könnten für die beabsichtigte Aufwertung der Berufsbildung auch die Betriebe mehr zur Mehrsprachigkeit beitragen. Darauf erwähnte Charles Phillon den Lehrlingsaustausch, den einige – zu seinem Bedauern aber noch wenige – Freiburger Betriebe untereinander pflegen würden.

Projekte institutionalisieren

Christine Le Pape Racine betonte, dass es für mehrsprachigen Unterricht motivierte Personen brauche, welche Projekte anreissen und durchsetzen würden. Diese würden so als «Katalysatoren» für Beschleunigung in der bilingualen Ausbildung sorgen. Diese Ansicht kritisierte Willy Nabholz aber umgehend: «Viele zweisprachige Projekte hängen zu stark von den Initiantinnen und Initianten ab. Für einen dauerhaften Erfolg sei es aber notwendig, die Projekte zu institutionalisieren.»

Heribert Fasel von der kantonalen Direktion für Erziehung, Kultur und Sport sagte, der Kanton Freiburg mache in dieser Hinsicht grosse Schritte nach vorn. Sowohl das neue Sprachenkonzept als auch die Revision des Schulgesetzes sähen diverse Massnahmen zur institutionellen Förderung der Zweisprachigkeit vor.

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