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Herr über die Mobilität

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Herr über die Mobilität

Herr über die Mobilität
Hubert Dafflon zieht Bilanz über seine acht Jahre als Direktor der Cutaf
Seit acht Jahren hat der Verkehrsverbund der Agglomeration Freiburg die Aufgabe, die Mobilität zu garantieren. Dies ist im ÖV besser gelungen als in der sanften Mobilität, wie ein Gespräch mit dem scheidenden Direktor Hubert Dafflon zeigt.
Mit HUBERT DAFFLON sprach JEAN-LUC BRÜLHART
Aufgabe der Cutaf ist die Sicherstellung der Mobilität. Die verstopften Strassen zeigen aber: Mobilität wird oft mit Individualverkehr gleichgesetzt.
Unsere Gesellschaft ist auf Individualverkehr angewiesen, das ist klar. Ich bin aber der Meinung, dass es für jede Strecke ein angemessenes Verkehrsmittel gibt. Aber leider nehmen zu viele Personen in Fragen der Mobilität ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht wahr. Es ist nicht Aufgabe der Cutaf, den Individualverkehr zu fördern, sondern ihn zu lenken. Man bedenke, dass 75 Prozent des Verkehrs in der Stadt Freiburg Durchgangsverkehr ist. Es kann nicht angehen, dass der Individualverkehr den öffentlichen Verkehr behindert, so wie wir es heute während den Stosszeiten zu oft erfahren. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein verstopftes Stadtzentrum nicht nur schlecht ist für die Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft.
Sie wollen das Stadtzentrum vom Verkehr entlasten. Mit welchen Massnahmen?
Wir sind der Meinung, dass die Autobahn A12 vermehrt als Umfahrungsstrasse genutzt werden muss. Ich denke da auch an die einseitige Aus- und Einfahrt auf der Höhe von Chantemerle in Granges-Paccot. Ebenso begrüssen wir die Verbindungsstrasse Marly-Posieux, sofern der Kosten-/Nutzenvergleich stimmt. Aber da müssen wir die Studie abwarten. Natürlich ist die Poyabrücke auch ein wichtiges Element. Sie ist für uns eine Begleitmassnahme. Denn dies erlaubt uns, die Zähringerbrücke für den Verkehr zu schliessen und so-mit das Zentrum attraktiv zu gestalten für den ÖV. Nicht zuletzt wollen wir die Bahnhof-Allee nur als Einbahn führen.
Und da warten alle gespannt auf einen Entscheid.
Seit zweieinhalb Jahren liegt das Dossier nun schon beim Oberamtmann des Broyebezirks zur Bereinigung der Einsprachen. Das ist in doppelter Hinsicht frustrierend, denn damit ist auch die Einführung der P&R-Anlagen in der Peripherie blockiert. Alle Beteiligten warten sehnlichst auf einen Entscheid. Die Cutaf hat in der Zwischenzeit ein P&R-Reglement verabschiedet.
Wenn man von Individualverkehr spricht, kommt man nicht umhin, die Parkplatzsituation zu erwähnen.
Parkplätze sind ein zentrales Thema. Es ist unabdingbar, dass die Cutaf-Gemeinden eine gleiche Parkplatzpolitik betreiben. Man darf aber nicht vergessen, dass in der Stadt Freiburg zum Beispiel nur 25 Prozent der Plätze von der Gemeinde verwaltet werden. Drei Viertel sind in den Händen von Privaten.
In welchem Bereich hat die Cutaf bisher die grössten Anstrengungen unternommen?
Den öffentlichen Verkehr haben wir in den letzten acht Jahren am markantesten ausgebaut. So wurden Buslinien erweitert, neue sind entstanden, und das Rollmaterial wurde modernisiert. Aber es ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Mein Ziel ist es, zwei Linien ganz zu elektrifizieren. Auch behalten wir die Entwicklung der Agy-Ebene im Auge und die Bedienung der Zeughausstrasse ist ebenfalls ein Thema. Raumplanung und ÖV gehen einher. Ich habe mich immer für die elektrischen Busse eingesetzt, musste aber einsehen, dass angesichts der Baustellen im Stadtzentrum bimodale Fahrzeuge die vorläufig beste Lösung sind. Sie bieten mehr Flexibilität, sind aber teurer in der Anschaffung. In Bezug auf den Antrieb erwarte ich in den nächsten Jahren einen grossen technologischen Fortschritt. Ich bin überzeugt, dass sich die Brennstoffzelle durchsetzen wird.
Die Cutaf arbeitet eng mit den Freiburgischen Verkehrsbetrieben TPF zusammen. Wie haben Sie diesen Kontakt erlebt?
Die Beziehung zu den TPF war am Anfang wahrlich nicht gut. Bei den Verantwortlichen musste ein Umdenken stattfinden. Sie waren es gewohnt, selber zu planen, heute ist das anders. Die Cutaf plant und verlangt Offerten. Leider sind die jährlichen Vertrags-Verhandlungen zäh. Ich plädiere deshalb für Mehrjahresverträge, in denen das Risiko aber auch die Gewinne aufgeteilt werden.
Ist die Öffnung des Marktes für Verkehrsbetriebe in Freiburg realistisch?
In der Schweiz herrscht noch die Mentalität: Lass mich in Ruhe, und ich lasse dich ebenfalls in Ruhe. Und das nicht nur zwischen den Verkehrsbetrieben. Anfangs war ich Befürworter für die Öffnung. Heute muss ich sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen uns, den TPF und dem Kanton eine Win-win-Situation ist. Eine Liberalisierung hätte wegen des Preisdrucks wahrscheinlich Lohndumping zur Folge. Die Konzession für das Betreiben des Stadtverkehrs läuft 2013 aus. Wir werden dann weitersehen.
Förderung der sanften Mobilität gehört auch zu den Aufgaben der Cutaf. Täuscht der Eindruck, oder ist in diesem Bereich wenig gelaufen?
Ich muss zugeben, dass die sanfte Mobilität ein Schwachpunkt war in den letzten acht Jahren. Es fehlte schlicht und einfach der Wille. Ich bedaure es sehr, denn wie Beispiele aus dem Ausland oder der Deutschschweiz zeigen, ist vieles möglich. Wir müssen in Zukunft unbedingt den Rückstand aufholen und ein sicheres und zusammenhängendes Netz schaffen für Zweiradfahrer und Fussgänger. Mit dem Agglomerationsprogramm des Bundes ist es uns auch finanziell möglich, grössere Projekte anzupacken. Uns schwebt vor, Fussgänger- und Velowege entlang der Schienen zu eröffnen.
Mehr ÖV, weniger Individualverkehr: Sieht so Ihre Vision aus?
Es sind ganz interessante Projekte am Laufen oder am Entstehen. Ich denke da zum Beispiel an die Mitfahrgelegenheit Frimobil – die übrigens ihren Namen gab für den neuen Tarifverbund. Bedenken Sie, dass in einem Auto im Schnitt 1,2 Personen mitfahren. Da liegt Potenzial. Ich finde aber auch das Road-Pricing – die Erhebung von Strassenbenützungsgebühren, wie man es aus London kennt – einen interessanten Ansatz.
Wie haben Sie die Einführung des Tarifverbundes Frimobil erlebt?
Frimobil ist ganz bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt geht es darum, die Anbindung an den Tarifverbund Libero in Bern bzw. Mobilis in Lausanne zu suchen. Das Benützen der öffentlichen Verkehrsmittel wurde mit Frimobil grundsätzlich billiger – jährlich 900 000 Franken. Die Cutaf-Gemeinden profitieren mehrheitlich davon. Ich bedaure aber, dass die Tarife in der Stadt Freiburg – im Speziellen auch diejenigen für Kinder – teurer wurden. Die Einführung von Frimobil bedeutet gleichzeitig das Aus des Presto-Abonnementes. Dank Presto war es der Cutaf erst gelungen, auf Touren zu kommen. Das Abonnement war ein erstes sichtbares Zeichen unserer Existenz. Ich kann mich erinnern, dass zusätzliche Sensler Gemeinden nur wegen des Presto-Abonnements hätten Mitglied werden wollen.
Welches sind in Bezug auf die Abonnemente die zukünftigen Herausforderungen für die Cutaf?
Ich denke da zuerst an kombinierte Frimobil-Tickets, sei dies in Verbindung mit kulturellen, sportlichen oder wirtschaftlichen Anlässen. Warum nicht einen Test lancieren mit einem Gottéron-Spiel, um zu sehe

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