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Herr und Frau Schweizer sind die Zukunft

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Thomas Steiner kann mit dem vergangenen Jahr zufrieden sein. Der Direktor des Freiburger Tourismusverbands (FTV) stellt fest: Die Übernachtungszahlen gehen steil noch oben. Damit steht die Region Freiburg fast allein, denn insgesamt ist das Jahresergebnis für den Tourismus in der Schweiz «niederschmetternd» (FN vom Dienstag). Besonders stark boomt er in der Stadt Freiburg und im Greyerzbezirk. «Gut laufen auch unsere Ausflugsziele, das Maison Cailler oder das Papiliorama», freut sich Steiner.

 Ferien in der Region Freiburg machen vor allem Einheimische: Zwei von drei Gästen sind aus der Schweiz. «Das ist eine Chance und bringt Stabilität herein», betont Steiner. Er verweist auf die schwerwiegenden Folgen des starken Frankens in Regionen, die vor allem auf Ausländer bauen. «Wir sind weniger abhängig von den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen.»

Darum will sich der FTV im Gegensatz zum nationalen Verband weniger auf die Fernmärkte konzentrieren. Der Schweizer Feriengast bleibt im Fokus. Dieser interessiere sich auch für jene Werte, auf welche Schweiz Tourismus vermehrt setzt: Authentizität, Tradition, Boden, Herkunft. «Viele Städter suchen in ihrer Freizeit nicht nur Erholung, sie stellen sich auch Sinnfragen wie jene nach ihren Wurzeln.» Die Grossstädte wachsen stetig, so Steiner. Und der Schweizer lange auch immer tiefer ins Portemonnaie. Früher war er nur kurz auf Stippvisite und konsumierte wenig. Allerdings wollen auch die traditionellen ausländischen Märkte, vor allem Deutschland und Frankreich, weiter gepflegt sein.

Schliesslich sind da ja noch die Gruppenreisenden, die sich im Greyerzbezirk während eines Kurzstopps mit Käse und Schokolade eindecken oder in Freiburg Powershopping betreiben. «Diese Zielgruppen ergänzen sich», so Steiner.

Verschiedene Baustellen

Doch damit sind die guten Nachrichten bereits erzählt. Der Baustellen gibt es viele im Kanton. Einige wenige Orte drücken die Statistik nach oben und viele Tourismusregionen treten an Ort. Besonders viel Effort leisten muss der FTV in den Regionen Les Paccots und Schwarzsee. Dies, weil dort immer mehr Ferienwohnungen ganzjährig bewohnt werden; vor allem von Städtern, die der Ruhe wegen aufs Land ziehen. Diese Betten werden dem Fremdenverkehr entzogen und den Tourismusvereinen kommt die Kurtaxe abhanden, eine Grundlage ihrer Finanzierung.

«Wir müssen die Gemeinderäte sensibilisieren, dass sie mit ihren Steuereinnahmen den Wegfall der Kurtaxe kompensieren. Nur so können wir weiterarbeiten.» Das sei natürlich schwierig. Was für die Gemeinde und ihre Steuereinnahmen gut ist, stört den Touristiker. «Das ist eine enorme Herausforderung für diese Regionen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir dort wieder Hotels eröffnen können.» Für ihn ist auch das Gebiet Sense-Unterland noch zu wenig ausgebaut. «Das wird kommen, braucht aber seine Zeit.»

Schlechte Auslastung

Der Fremdenverkehr in Freiburg ist noch immer stark vom Ausflugstourismus und von der Parahotellerie geprägt, also Ferienwohnungen, Ferienkolonien und Campings. Deren Anteil am Übernachtungskuchen beträgt drei Viertel, während sie in anderen Regionen nur etwa einen Viertel der Übernachtungen ausmachen. Und die Parahotellerie wächst im Gegensatz zur Hotellerie eben nicht. «Was mir auch nicht so gefällt, ist die Auslastungsquote», so Steiner weiter. Die Bettenbelegung gehöre mit unter 40 Prozent im Schnitt zu den schlechtesten in der Schweiz. Vor allem ausserhalb der Zentren seien die Betriebe wenig rentabel.

Steiner ist Realist genug, dass er sich von den hervorragenden Statistiken nicht blenden lässt. Der Freiburger Tourismus wachse zwar, zugleich aber sei die Region die kleinste in der Schweiz und jede Eröffnung oder Schliessung eines Hotels wirke sich stark auf die Statistik aus. «Wir haben einen grossen Aufholbedarf.»

Freiburg sei auf einem guten Weg. Der Staat sorge zusammen mit anderen Stellen dafür, dass immer wieder Betriebe gebaut oder renoviert werden können. Steiner stellt fest, dass in allen Kategorien in die Betriebe investiert wird. Mit einer bedeutenden Ausnahme: Im Kanton steht nur ein einziges Fünf-Sterne-Haus, das Vieux Manoir in Merlach. «Das ist problematisch, wenn wir Geschäftsleute anziehen wollen.»

Strategie: Wertschöpfung verdoppeln

E s zeige sich, so Tourismusdirektor Thomas Steiner, dass die Umsetzung der 2008 angestossenen Strategie nun funktioniere. «Wir haben den Schritt vom Entwurf zur konkreten Aktion getan.» Da die zuvor entwickelten Visionen nun greifen, könnten sein Team und er die Entwicklung beeinflussen. Mit staatlicher Unterstützung soll der Tourismus in den Regionen systematisch ausgebaut werden.

Das Ziel: Der Tourismus im Kanton Freiburg soll bis etwa 2025 rund zwei Milliarden Franken an Wertschöpfung generieren. Im Jahr 2008 erwirtschaftete die Branche erst eine Milliarde Franken. Der Ausbau soll sanft erfolgen, durch qualitative und damit hochpreisige Angebote. «Wir wollen ein Segment ansprechen, das mehr Geld ausgibt», so Steiner. Und dieses Publikum wollen die Touristiker nicht in der Ferne suchen, wenn es doch auch in der Nähe vorhanden ist. fca

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