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«Heute gehört Gewalt zum Alltag»

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«Heute gehört Gewalt zum Alltag»

Wer aktiv ist, kann etwas ändern: Wendelin Kappeler setzt sich gegen die Gewalt ein

Wendelin Kappeler baute nicht nur sein eigenes Didgeridoo, er engagiert sich auch für seine Altersgenossen. Mit der Teilnahme am Projekt «Jugend gegen Gewalt» zeigt der junge Mann, was Zivilcourage ist.

Von ILONA STÄMPFLI

«Wenn man nichts unternimmt, wird es nie besser», sagt der 16-jährige Wendelin Kappeler aus Alterswil. Er meint vor allem die Gewalt, die von Jugendlichen ausgeht und in letzter Zeit stark zugenommen hat. Wendelin macht in der Kerngruppe «Jugend gegen Gewalt – Hinsehen statt wegsehen» mit (siehe Kasten). Er ist das jüngste Mitglied der Gruppe und weiss deshalb besonders gut, wie die Jugendlichen für das Thema sensibilisiert werden können.

«Den Leuten die Augen öffnen»

Gewalt am eigenen Körper hat Wendelin noch nie erlebt. «Gott sei Dank bin ich noch nie in eine brenzlige Situation geraten, aber ich höre immer wieder von Vorfällen.» Die Medien berichten von Jugendbanden, grundlosen Schlägereien, Vandalenakten und Skinheads. Die Messerstecherei in Yverdon und Vauderens, die brutale Schlägerei zwischen Jugendlichen und Studenten im Eichholz in Bern und der Überfall auf den 40-jährigen Historiker in der Stadt Bern sind bekannte Beispiele von Jugendgewalt.

Die Mehrzahl der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen werden von der Öffentlichkeit jedoch kaum wahrgenommen. Es sind Konflikte, die im Versteckten, auf dem Schulhausareal oder im Jugendtreff ausgetragen werden. «Gewalt gehört heute zum Alltag. Es wird nicht mehr so dramatisiert wie früher», betont Wendelin Kappeler. Gegen diese Tatsache, dass Gewalt längst auch in kleineren Städten und auf dem Land ein Problem ist, will er ein Zeichen setzen: «Wir wollen das Thema ansprechen und öffentlich machen, damit die Leute ihre Augen öffnen.»

Positiver Grundgedanke
des Hip-Hops
Eine Hip-Hop-Veranstaltung soll die Jugendlichen und Erwachsenen in die Eishalle in Düdingen locken. Der Hip-Hop wurde nicht zufällig für den Anlass ausgewählt. «Der Grundgedanke dieser Bewegung ist nämlich die gewaltfreie Lösung von Konflikten», erklärt Wendelin. Dieser Gedanke wurde in den letzten Jahren von verschiedenen gewaltverherrlichenden Rappern missachtet. Die brutalen Musikvideos zeigen genau das Gegenteil von dem, was Hip-Hop eigentlich zu vermitteln versucht. Angefangen habe alles in den 70er Jahren in Amerika, klärt Wendelin auf. Damals wollten Banden ihre Rivalitäten nicht mehr durch Gewalt, sondern mit Wettbewerben austragen. Durch die so genannten «Battles» in Breakdance, Graffiti und Rap wurden Aggressionen auf eine gewaltfreie und kreative Art abgebaut. «Diesen Grundgedanken des Hip-Hops wollen wir an der Veranstaltung rüberbringen. Aggressionen und Frustrationen können in positive Energien umgewandelt werden.»

Die Wettbewerbe stellen das Können einer Person in den Vordergrund. Die ethnische und nationale Herkunft ist nicht mehr wichtig. «Du bist, was du kannst und nicht woher du kommst», fasst Wendelin diesen Aspekt zusammen. Die Integration fremder Kulturen ist ein wichtiges Ziel der Veranstaltung. Der Wettbewerb fördere ausserdem das Streben nach konkreten Zielen und persönlichem Erfolg und versuche so eine Flucht in die Drogen oder Gewalt zu verhindern.

«Das Wichtigste ist, aktiv zu sein»

Wendelin beginnt in diesem Herbst sein zehntes Schuljahr in Bulle. Danach will er eine Lehre als Zimmermann absolvieren und noch ferner in der Zukunft sieht er sich als Sozialpädagogen. Der junge Mann ist nicht nur gegen die Jugendgewalt aktiv, sondern setzt sich auch sonst für die Anliegen seiner Altersgenossen ein. Er ist Jugitrainer im Turnverein Alterswil, bald auch Jubla-Jungleiter und er war in der OS Tafers im Schülerrat. Wendelin ist stolz, wenn er erzählt, wie viel sie im Schülerrat erreichen konnten, um den Mitschülern «das Leben angenehmer zu gestalten»: «Wir richteten einen Getränkeautomaten ein, organisierten ein Pausenradio und setzten uns für bessere Busverbindungen ein.»

Mit seiner Bob-Marley-Mütze sieht Wendelin ein bisschen wie ein Revolutionär aus. Seine Gedanken sind es in einem gewissen Sinne auch: «Jeder kann etwas erreichen, wenn er es will. Man muss nur aktiv sein, das ist das Wichtigste.» Mit dem Anlass «Jugend gegen Gewalt» könnten zwar nicht alle Probleme aus der Welt geschafft werden, aber es sei ein Anfang, um nachher weiterzumachen.

Mit dem Didgeridoo ans Maiensingen

Ein spezielles Hobby von Wendelin ist das Bauen von Didgeridoos. Im Frühling ging er sogar mit dem australischen Instrument ans Maiensingen. Er könne zwar nicht richtig spielen, die Atemtechnik habe er noch nicht ganz im Griff, aber gebaut habe er das Ding in Eigenregie zusammen mit seinem Kollegen Mario Schafer – zuerst die einfachere Variante aus Bambus, dann ein echtes aus einem gebogenen Baumast.
Jam, Konzerte und Vorträge

Am 23. August organisiert die Gruppe «Jugend gegen Gewalt» eine Jam-Veranstaltung in der Eishalle Düdingen. Für die Wettbewerbe in den Disziplinen Breakdance, Rap, Graffiti und DJ-ing werden noch mehr Teilnehmer gesucht.

Nach einem Aufruf der Oberamtmänner des Kantons Freiburg hat sich eine Kerngruppe von 19 Personen (Eltern, Jugendliche, Jugendarbeiter, Vertreter aus den Gemeinden und Schulen) gebildet. Sie hat die Aufgabe, die Öffentlichkeit für die Thematik der Jugendgewalt zu sensibilisieren. Das erste Projekt wird am Samstag, 23. August, in der Eishalle in Düdingen realisiert.

Graffiti werden versteigert

Ein Höhepunkt der Veranstaltung werden die Wettbewerbe in den Disziplinen Breakdance, Rap, Graffiti und DJ-ing sein. Um 12.30 Uhr beginnen die Battels und werden bis am Abend ausgetragen.

Für die Sprayer stehen zwei mal drei Meter grosse selbststehende Betonelemente zur Verfügung. Die Graffiti-Werke zum Thema Gewalt werden im Anschluss an den Anlass versteigert. Die Organisatoren hoffen, dass die Gemeinden die Werke als Mahnmale gegen die Gewalt aufstellen. Das Sprayen ist an dieser Veranstaltung legal, die Künstler haben mit keinen Konsequenzen zu rechnen. Für die verschiedenen Wettbewerbsdisziplinen sind noch Anmeldungen erwünscht.

Podiumsdiskussion

Parallel zur Jam-Veranstaltung können an verschiedenen Ständen Informationen zum Thema Jugendgewalt bezogen werden. Institutionen und Gruppierungen, welche sich mit dem Problem auseinander setzen, stellen sich vor. Weiter steht ein Fachreferat und eine Podiumsdiskussion zum provokativen Thema «Prügeljugend: Opfer oder Täter?» auf dem Programm. An der Diskussion werden unter anderem Franz Kohler, Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Jugendfragen, Patrick Gruber, Vizepräsident der Jugendstrafkammer des Kantons Freiburg, und Rita Raemy, Erzieherin, teilnehmen.

Ein Vortrag über die Grundgedanken des Hip-Hops wird von Jugendlichen vorgetragen.

Hip-Hop-Konzerte am Abend

Um 16.30 Uhr geben die Krümmelmonstaz das erste Konzert. Ab 20.30 Uhr geht es weiter mit Lyrical Rush, Lyrical Army, Eggippa Fifauter, Greis & Teaturings.

Jung und Alt sind eingeladen

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