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HFR fährt Permanence-Öffnungszeiten zurück

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Derzeit steht die Permanence des HFR Meyriez Murten Patienten an Wochenenden und Feiertagen bis um 21.30 Uhr zur Verfügung. Ab Mai wird der Notfalldienst seine Türen bereits um 19 Uhr schliessen. Darüber informierte das HFR gestern in einer Medienmitteilung. «Grund für diesen Entscheid sind der Ärztemangel und die Schwierigkeiten des Freiburger Spitals, für die Permanence neue Ärzte zu rekrutieren», schreibt das HFR. Mit den Sparmassnahmen, die das HFR im Hinblick auf seine angespannte finanzielle Lage treffen muss, habe dieser Entscheid nichts zu tun.

Unter der Woche ändere sich nichts an den Öffnungszeiten: Werktags nimmt die Permanence weiterhin Patienten von 7.30 Uhr bis um 21.30  Uhr auf. Patienten aus der Region Murten könnten sich auch an die Notaufnahmen in Freiburg und Tafers wenden, schreibt das HFR weiter. Beide Standorte verfügen über einen 24-Stunden-Betrieb.

Die Bewohner des Seebezirks kämpften lange für den Erhalt ihres Spitals mit einer Notaufnahme und gingen dafür auch auf die Strasse. 2012 sagten sie mit 83 Prozent klar Ja zu einem 25-Millionen-Kredit für den Umbau des Spitals. Bei der Abstimmung von damals sei von einem 24-Stunden-Notfallbetrieb die Rede gewesen, sagt Werner Zürcher aus Merlach auf Anfrage. Der SVP-Alt-Grossrat kämpfte über zwölf Jahre lang für den Spitalstandort in Merlach. Dass die Permanence seit der Wiedereröffnung des Spitals 2016 doch nicht 24  Stunden zur Verfügung steht, sorgt in weiten Kreisen für Bedauern.

«Etwas ist faul»

«Nun steht ein erneuter Abbau des Angebots bevor», sagt Zürcher zur Ankündigung des HFR, die Öffnungszeiten zu kürzen. Er habe jedoch nichts anderes erwartet. Der Alt-Grossrat stellt die Kompetenz der HFR-Spitze infrage und kann nicht nachvollziehen, weshalb es denn für Freiburg und Tafers genug Personal gibt. «Sie könnten ja auch Personal verschieben», gibt er zu bedenken. «Etwas ist faul.» Er befürchte, dass die Permanence etappenweise abgebaut werde. «Der Entscheid schwächt den Standort und das Vertrauen der Bevölkerung in das HFR – kein Wunder, gehen immer mehr Leute nach Bern», stellt Zürcher fest. «Die Politiker im Seebezirk müssen erwachen und handeln.»

Ärztezentrum in St.Ursen soll Spital entlasten – zum Artikel.

Petra Schlüchter, Gemeinderätin von Murten, kann den Entscheid des HFR nachvollziehen: «Die Kürzung ist bedauerlich, aber es ist klar, dass der Ärztemangel der Grund dafür ist.» Sie frage sich, wohin dieser Mangel noch führt, «es macht schon ein wenig Angst vor der Zukunft». Überrascht und enttäuscht sei sie jedoch darüber, gleichzeitig mit den Medien von der Kürzung erfahren zu haben.

Auch Markus Ith, Präsident des Gesundheitsnetzes See, ist von der Art und Weise der Kommunikation des HFR überrascht: «Ich hätte eine Vorinformation erwartet.» Dass die betroffenen Gemeinden und Verbände gleichzeitig mit den Medien von der Kürzung erfahren, «ist befremdend, wir fühlen uns vor den Kopf gestossen». Die Argumentation des HFR könne er nicht beurteilen, dafür fehle es ihm schlicht an Wissen.

Pascal Pörner, Ammann von Muntelier, bedauert den Entscheid «ausserordentlich». Er könne sich noch gut daran erinnern, wie die Seebezirkler für das Spital und den Notfalldienst auf die Strasse gingen. Auch Pörner befürchtet einen schrittweisen Abbau und spricht von Salamitaktik seitens des HFR. «Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten für die Permanence kämpfen», sagt Pörner.

«Ein Mangel an Grundversorgern zeichnete sich ab, und es wird noch schlimmer werden», sagt Franz Küng, Chef­arzt der Permanence HFR Meyriez-Murten, gegenüber den FN. Die Öffnungszeiten seien zu jenen Zeiten gekürzt worden, «wo es am wenigsten wehtut». Also wenn am wenigsten Patienten in die Permanence kommen. «Wenn es genug Haus­ärzte gäbe, wäre es kein Problem, die Permanence zu schliessen», ist Küng überzeugt, «denn die Mehrheit der Fälle könnten Hausärzte betreuen». Den Grund für den Mangel an Grundversorgern sieht Küng darin, dass in der Schweiz über Jahrzehnte gleich viele Medizin-Studenten ausgebildet wurden, der Bedarf jedoch gestiegen ist. «Lange konnten wir deutsche Ärzte in die Schweiz holen.» Damit sei es heute aber vorbei, «sie kehren zum Teil sogar nach Deutschland zurück».

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