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Hier der Barde, dort der Castingstar

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Nie hatte der Haribo-Stand während des viertägigen Openairs Estivale solchen Zuspruch wie am Sonntag gegen 22 Uhr, unmittelbar nach dem Auftritt des französischen Barden Pascal Obispo. Gelb, rot, grün, rosa, oft gummig, manchmal mit Zucker bestreuselt, war die Lust nach Süssem gross.

Der Haribo-Stand drückte das aus, was Obispo zuvor während anderthalb Stunden und noch ein paar Minuten mehr auf der Bühne präsentiert hatte. Der 49-jährige Popsänger brachte ein Liedgut auf die Bühne, bei dem viel von Liebe die Rede ist, von den emotionalen Höhen und Tiefen, die damit verbunden sind, von Nostalgie (das sind für ihn die 80er-Jahre) und allgemein vom Glauben ans Gute. Am meisten Dreck brachte er ins Repertoire, als er mit «Let’s Dance» David Bowie eine kurze musikalische Referenz gewährte.

Kreischfaktor bei Arthur

Obwohl in Schwarz gekleidet, zu Beginn auch mit schwarzer Wollmütze, und am Unterarm der Ansatz eines Tattoos zu erkennen war, verzichtete er nicht auf Bling-Bling an Hemd und Hose, sorgte dafür, dass zwei kleine Mädchen vorne am Gitter gute Sicht hatten, und verabschiedete sich mit einem Selfie von der Bühne, die zuvor oft in Gelb, Rot, Grün und Rosa getaucht war. Wie der Haribo-Stand.

Obispo hatte die Massen am Sonntagabend nach Estavayer gelockt (siehe Kasten). Er war der Magnet des Festivals, unterhielt, für Begeisterungsstürme war er aber zu brav und das Publikum zu durchmischt.

Ungleich grösser war der Kreischfaktor 24 Stunden zuvor beim Auftritt von James Arthur gewesen. Er ist zwar noch arm an Alben und hat eigentlich bloss zwei Hits, «Impossible» und «You’re Nobody ‘til Somebody Loves You», aber er gewann eben 2012 in England die Casting-Show X-Factor und weiss dadurch eine entsprechende Marketing-Maschine hinter sich.

Arthur hat um einiges mehr Tattoos als Obispo, trug ein graues und bald durchschwitztes T-Shirt und enge Dreiviertelhosen, und als er seine Brooklyn-Baseball-Cap ablegte, musste er erst sein wirres Haar büscheln. Zum Publikum spricht er ein bisschen ungehobelt, über die Festivalorganisatoren aber ganz nett, und ja, man würde ihn wohl eher am Bierwagen antreffen als beim Haribo-Stand. Sein Repertoire, mit viel Laufarbeit vorgetragen, war nach einer Stunde erschöpft. Für eine Zugabe reicht seine Karriere noch nicht.

So war es dem Barbados-Winterthurer William White vorbehalten, das Festival am Sonntag gegen Mitternacht zu beenden. Er hatte das Verdienst, all jene bis zum Schluss bei Laune zu halten, die sich nach dem Obispo-Konzert nicht schnurstracks auf den Heimweg machten. Mit einer siebenköpfigen Band spielte er ein viel voluminöseres reggaelastiges Set, als man es von seinen Club-Konzerten her kennt. Den mehrheitlich französischsprachigen Besuchern war er weitgehend unbekannt. Wer aber noch an der Cocktail-Bar verweilte, nahm gerne ein Ohr voll White mit von der Hauptbühne.

Zahlen und Fakten

Der zweitgrösste Publikumsaufmarsch

Schauer drohte fast bei jedem der vier Festivalabende des Musik-Openairs in Estavayer-le-Lac. Dennoch blieben die Festivalbesucher mehrheitlich von Regen verschont. Zwischendurch ein paar Tropfen, ein bisschen mehr bei den ersten Minuten des Obispo-Konzerts, sonst nichts. Trotz eher ungünstiger Wettervorhersagen hatten die Organisatoren und Besucher des Estivale Wetterglück. Einzig im Vorfeld, beim Aufbau des Geländes, hatte die schlechte Witterung für Verzögerungen gesorgt. So aber besuchten fast 7500 Musikliebhaber die drei Festivalabende, bei denen Eintritt verlangt wurde. Mit 3000 Gästen war der Sonntag mit Pascal Obispo am besten besucht, so die Organisatoren, ein bisschen weniger der Elektroabend am Donnerstag und der Auftritt von James Arthur am Samstag. Ein Erfolg mit 5000 Besuchern war der 1. August mit Bundesfeier und Gratis-Eintritt. Mit dieser Bilanz war Estivale 2014 die zweiterfolgreichste nach derjenigen des letzten Jahres. Eine gute Basis, um im nächsten Jahr die 25. Austragung in Angriff zu nehmen.uh

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