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«Hier nennen wir sie Thérèse»

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«Hier nennen wir sie Thérèse»

Viele lobende Worte für die Nationalratspräsidentin Thérèse Meyer am Empfang in Estavayer-le-Lac

Vor sechs Jahren wurde Joseph Deiss in den Bundesrat gewählt und Thérèse Meyer nahm im Nationalrat seinen Platz ein. Jetzt ist Jean-Philippe Maitre krank geworden und wieder rutscht die CVP-Politikerin nach: Das Nationalratspräsidium als Krönung einer politischen Karriere?

Von IRMGARD LEHMANN

Der Saal La Prillaz in Estavayer-le-Lac war am Mittwochabend zum Bersten voll. Hunderte gaben der neu gewählten Nationalratspräsidentin Thérèse Meyer die Ehre. Und irgendwo in einer Ecke sassen auch die Eltern. «Sie hat immer erreicht, was sie sich in den Kopf gesetzt hat», sagt Mutter Kaelin, eine gebürtige Tessinerin, 84-jährig. Der Vater hingegen, einst Notar in Bulle, schaut dem Geschehen gemächlich zu. Auch die vier Geschwister, André Kaelin, Professor in Genf, die Biochemikerin Denise aus Basel, die Notarin Emmanuele und der Vermögensverwalter Pierre aus Bulle waren anwesend.

Auf die Frage, was sie zur Politkarriere der Schwester beigetragen haben, kam die Antwort quasi unisonso: «Wir alle haben ihr Mut gemacht, als es galt den ersten politischen Schritt zu tun.» Das war vor 25 Jahren, als Thérèse Meyer mit der Wahl in den Generalrat ihre politische Karriere startete. «Ein eher zufälliger Schritt», meinten die Geschwister.

Heute gilt die gebürtige Greyerzerin in Estavayer-le -Lac als eine ganz und gar populäre Politikerin. Die Hälfte der Bevölkerung ist mit ihr auf Du», sagt eine eingeladene Bekannte. «Und an der Fastensuppe nimmt sie die Kelle in die Hand und schöpft eigenhändig.»

Lobende Worte

Anlässlich des Empfangs im Saal Prillaz ergriff u. a. auch Staatsratspräsidentin Ruth Lüthi das Wort. In ihrer Rede wies sie auf die Freiburgerinnen und Freiburger hin, die zurzeit Geschichte schreiben. Joseph Deiss, der Bundespräsident wurde, ohne Vizepräsident gewesen zu sein, Anne-Claude Demierre wurde Grossratspräsidentin, bevor sie ihre zwei Jahre als Vizepräsidentin hinter sich hatte. Und jezt auch Thérèse Meyer, die Nationalratspräsidentin wurde, ohne dass sie je Erfahrungen sammeln konnte als Vizpräsidentin. «Ich wünsche mir, dass ihr Beispiel Frauen überzeugen möge, dass es auch mit Familie möglich ist Politik zu machen.»

Bundesrat Joseph Deiss wiederum beschwörte den «Geist der Freiburger», was nichts anderes heissen will, als «nicht spektakulär, aber mit Ausdauer Politik zu machen».

Die politische Vergangenheit der Geehrten rollte Ammann Albert Bachmann auf. Der CVP-Fraktionschef und neu gewählter Walliser Staatsrat Jean-Michel Cina wiederum meinte: «Wir lieben dein Lachen, das stets eine grosse Lebensfreude ausstahlt.»

Bis Ende Jahr erste Frau des Landes

Formell ist die 57-jährige Thérèse Meyer nun bis Ende Jahr höchste Schweizerin. Die CVP-Fraktion – der Anspruch der Romandie auf das Amt war unbestritten – hat sie vor zwei Wochen als Nachfolgerin für den an einem Hirntumor erkrankten Jean-Philippe Maitre nominiert. Und vor einer Woche wurde sie vom Nationalrat gewählt – eine reine Formsache.

Thérèse Meyer ist gelernte Laborantin, Mutter von drei Kindern und zweifache Grossmutter. Sie ist mit einem Arzt verheiratet und war 19 Jahre in der Gemeinde Estavayer-le-Lac aktiv: zwei Jahre als Generalrätin, neun Jahre als Gemeinderätin und acht Jahre als Gemeindepräsidentin. Bevor sie 1999 in den Nationalrat gewählt wurde, war sie noch drei Jahre Mitglied des Grossen Rates, eine Frau mit grosser menschlicher und politischer Erfahrung.

Dass die Schweiz doch noch eine Mutterschaftsversicherung eingeführt hat, geht auf ihre Initiative zurück. Engangiert hat sie sich ebenfalls in der Drogenpolitik. Ein flexibles Rentenalter, billigere Krankenkassenprämien wie höhere Kinderzulagen sind ihr weitere Anliegen. «Wir müssen in die Zukunft unserer Jugend investieren», lautet eine ihrer Devisen.

Thérèse Meyer ist die siebte Frau, welche den Nationalrat leitet.

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