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«Hier sind auch schräge Töne erlaubt»

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«Ich habe es geliebt, Runaway von Bon Jovi zu spielen», antwortet Markus Boschung auf die Frage, welches Stück im Repertoire der Guggenmusik Dütschbach-Schlorggeschlüüpfer sein Favorit sei. Er selbst spielte während 14 Jahren Posaune in der Guggenmusik. Nun ist er seit zehn Jahren Präsident des Fasnachtskomitees, das die Plaffeier Fasnacht organisiert. «Dies wird meine letzte Fasnacht – zumindest als Präsident.» Für das 20-Jahr-Jubiläum organisiert das Komitee ein dreitägiges Fest, das vom 10. bis 12. November auf dem Schulhausplatz in Oberschrot stattfindet (siehe Kasten).

Leidenschaft Musik

Seit einigen Jahren spielt Boschung wieder in der Musikgesellschaft Alp­horn Plaffeien. Den Kontrast zur Guggenmusik habe er stets genossen: «In der Guggenmusik sind auch mal schräge Töne erlaubt. Zudem gefiel mir das lockere Musizieren mit Freunden sehr.» Egal ob man von Tuten und Blasen Ahnung hat oder nicht: Jeder ist bei der Guggenmusik Dütschbach-Schlorggeschlüüpfer willkommen. So führt sie jedes Neumitglied in die Kunst der Fasnachtsmusik ein. Insgesamt hat die Guggenmusik pro Saison 20 bis 25 Lieder im Repertoire, davon sind jeweils zwei bis drei Stücke neu. Wichtig sei, so Boschung, dass jedes Lied Stimmung mache, damit die Zuhörerinnen und Zuhörer auch mitjubeln. «Giggerig» von Polo Hofer sei ein gutes Beispiel für ein Lied, das bei den Fasnächtlern schon immer Begeisterung ausgelöst habe. Doch einmal sei es mit «Giggerig» schief gelaufen. «Im deutschen Bad Rappenau stimmten wir “Giggerig” an. Nur die andere Schweizer Guggenmusik, die ebenfalls vor Ort war, konnte mitsingen. Der Rest blieb relativ ruhig», so Boschung, der bei dieser Anekdote zu lachen beginnt.

Auffallen ist alles

Glitzernde Pailletten, grobes Leder, flauschiger Kunstpelz, regenbogenfarbener Stoff: Bei der Kreation der Guggenmusikkostüme gibt es keine Spielregeln, einzig auffallen müssen sie. Dies lebten die Schlorggeschlüüpfer die letzten 20 Jahre aus. «Wir gründen für das Kostüm jeweils ein eigenes Komitee, welches sich um das Konzept und die Realisierung unserer Kleider kümmert», so Boschung. Die ersten zwei Jahre hätten sie noch Kostüme gekauft, danach hätten sie sich damit selbst verwirklicht. «Meist wählt die Guggenmusik ein Fasnachtsthema aus, das dann auch im Kostüm umgesetzt wird.» Jedes Sujet werde jeweils zwei Jahre getragen, da es zum einen teure Kleider seien und es zum anderen schade sei, die schönen Einzelstücke nur eine Saison lang zu tragen.

Bis ein Neumitglied ein solch prächtiges Guggenmusikkleid tragen darf, muss es bis zu seiner ersten Hochfasnacht, die immer Ende Winter stattfindet, eine blaue Jacke mit einem grossen L tragen. «Es lohnt sich nicht, das alte Kostüm für die Neuen nur für die erste Hälfte der Fasnacht anzufertigen. Hinter dem pragmatischen Grund ist aber auch ein gewisser Spass versteckt», sagt Markus Boschung mit einem Schmunzeln. Wenn das Probejahr überstanden ist und das Neumitglied offiziell aufgenommen wurde, darf es sich über eine Feuertaufe am letzten Sonntag der jeweiligen Fasnacht freuen. «Wir haben kein festes Programm, sondern denken uns jedes Jahr spontan etwas aus.» So mussten die neuen Schlorggeschlüüpfer einst über ihren Schatten springen und zum Beispiel fremde Leute zum Tanzen auffordern. «Ein bisschen wehtun muss es schon.»

Zahlen und Fakten

Drei Tage volles Programm

Vom Freitag, 10. November bis am Sonntag, 12. November feiert die Guggenmusik Dütschbach-Schlorggeschlüüpfer aus dem Sense-Oberland ihr 20-Jahr-Jubiläum. Am Freitag, 10. November ab 19.30 Uhr findet die Party-Night mit der Stimmungsband «Freibier» im Festzelt auf dem Schulhausplatz in Oberschrot statt. Am Samstag, 11. November, um 11.11 Uhr läutet die Guggenmusik die Fasnachtssaison 2017/18 auf dem Dorfplatz ein. Ab 14 Uhr findet der Kindernachmittag mit der Band «Ani and the Flowers» statt. Abends feiert die Guggenmusik ihre Jubiläumsparty mit den Guggenmusiken Gögguschränzer Littau, Mü-Ha-Ranchers Hämikon und die Sensler Guggenmusik tritt ebenfalls mit den Ehemaligen auf. Im «Gaffi- Stübli» sorgen die «Freestyle-Örgeler» für musikalische Unterhaltung. Am Sonntag, 12. November, ab 9.30 Uhr findet ein gemütlicher Brunch statt.

jp

 

Rückblick

20-jährige Geschichte der Sensler Fasnacht

Die ersten lauten Fasnachtstöne erfuhr das Sense-Oberland im Februar 1997: Der Luzerner Bruno Süess, der im Sensebezirk sesshaft ist, brachte die Luzerner Guggenmusik Mü-Ha-Ranchers nach Plaffeien. Die närrische Plaffeier Dorffasnacht wurde somit ins Leben gerufen, die durch Roger Matter, damaliger Wirt des Gasthofs Hirschen, und Mario Piller, Wirt des Gasthofes Goldenes Kreuz, organisiert wurde. 29 Musikbegeisterte schlossen sich daraufhin zusammen, um selbst eine Guggenmusik zu gründen: die Dütschbach-Schlorggeschlüüpfer. Am 23. Mai 1997 fand die Gründungsversammlung statt. 20 Jahre danach treiben die Guggenmusiker während der Fasnacht immer noch ihr Unwesen. Sie zählen heute 32 Mitglieder. Der Präsident ist Joël Chambettaz. Das Organisationskomitee für das 20-Jahr-Jubiläumsfest präsidiert Markus Boschung.

jp

 

 

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