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Historisches Stellwerk ist betriebsbereit

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«Mit einem Glasfaserkabel haben wir das heutige Kerzerser Stellwerk von 2004 mit jenem von 1901 verbunden», sagt Markus Vollack vom Verein Stellwerk Kerzers mit strahlenden Augen im historischen Wärterstellwerk zwischen den Geleisen am Bahnhof in Kerzers. «Damit wird eine weltweit einzigartige Live-Koppelung möglich.» Denn so könne das alte Stellwerk mit den aktuellen Zugverkehrs-Informationen des neuen elektronischen Stellwerks Elektra gespiesen werden. «Das bedeutet, dass wir den heutigen Bahnbetrieb eins zu eins in Echtzeit im alten Stellwerk simulieren können.» Im historischen Stellwerk ist die Betriebslage nun jederzeit abrufbar: Wann Züge ein- und ausfahren sowie welche Gleise frei sind. «Das ist fast wie Weihnachten», sagt Vollack.

Die Instandstellung der elektrischen Stellwerktechnik aus den Jahren 1953 bis 1963 sei fast abgeschlossen. «Damit wird dem alten Stellwerk neues Leben eingehaucht, es wird nun zu einem lebendigen Museum», sagt der Projektleiter, «und ein solches Museum hat eine besondere Daseinsberechtigung». Dass das Bahnunternehmen BLS Ja gesagt hat dazu, den Datenstrom des neuen Stellwerks anzuzapfen, ist für Vollack nicht selbstverständlich und deshalb umso einzigartiger.

Touristen anlocken

Die Eröffnungsfeier der wiederauferstandenen Stellwerktechnik findet am 16. September statt. «Wir rechnen damit, dass zahlreiche Interessierte aus der Schweiz und auch aus den Nachbarländern kommen werden», sagt Vollack. Die historische Anlage soll Besucher aus der ganzen Welt anlocken: Der Projektleiter attestiert der Anlage einen hohen historischen Wert. Die Gemeinde Kerzers könne das Stellwerk touristisch nutzen.

Hier beim Bahnhof Kerzers befindet sich das alte neue Stellwerk.

Auf der Tafel des alten Stellwerks ist der Gleisplan mit den Kreuzpunkten ersichtlich. Kommt ein Zug, leuchten die entsprechenden Lämpchen. «Dann wissen wir, welchen Hebel wir bedienen müssen, um die Weichen richtig­zustellen.» Die Befehle der Hebel und Tasten seien jedoch nicht mit den heutigen Signalen verbunden. «Die echten Weichen umstellen und Signale steuern können wir effektiv aber nicht», erklärt Vollack. «Aber die Arbeitssituation im Stellwerk mit der Maschine ist wie echt.»

Zur Bildergalerie hier drücken. 

Gern auf der Reise

20 000 Franken aus eigenen Mitteln, 16 000 Franken an Geldspenden, rund 80 000 Franken an Sachspenden und zahlreiche Freiwilligen-Arbeitsstunden stecken im Projekt des Vereins Stellwerk Kerzers. Als Elektroingenieur und Spezialist für Bahntechnik hat Markus Vollack während dreier Jahre unzählige Arbeitsstunden investiert. Der 50-jährige bezeichnet sich selbst als Reisenden, «ich habe das von meinen Eltern in die Wiege gelegt bekommen». Ihm sei es am wohlsten, wenn er unterwegs ist, sagt Vollack, «sei es nun mit der Eisenbahn, mit dem Flugzeug oder mit dem Auto, mich interessieren alle Fortbewegungsmittel». Wobei die Eisenbahn für ihn das wirtschaftlichste und auch sozialste Fortbewegungsmittel darstellt, wie er betont.

«Und ich habe Freude an allem, was elektrisch funktioniert», sagt der Elektroingenieur, der in einer Bösinger Firma Umbauprojekte von Bahnhöfen in der ganzen Schweiz realisiert.

Vollack hat die Instandstellung des alten Stellwerks initiiert: «Es war eine ausgefallene Idee, ein Traum, der nun wahr geworden ist.» Er habe sich vor drei Jahren gefragt, was er tun könne, «damit das alte Stellwerk wieder Arbeit bekommt». Und jetzt sei das Ziel erreicht, das historische Stellwerk aus seiner Pension entlassen, denn während den Führungen und zu anderen bestimmten Zeitpunkten wird es in dem Stellwerk zu und her gehen wie in alten Zeiten.

Rückblick

Seit 2004 ein Museum

Das Stellwerk in Kerzers war im Jahr 2004 bei Betriebsende das älteste noch in Betrieb stehende Stellwerk der SBB. Und in Europa war es das letzte, in dem die Kommandos noch per Drahtzüge übermittelt wurden. Beat Winterberger war bis im Jahr 2004 stellvertretender Bahnhofvorstand in Kerzers und wollte das historische Gebäude unbedingt erhalten und als Museum weiterführen.

Bei den SBB stiess er mit seinen Plänen auf wenig Interesse. Um den Plänen Nachdruck zu verleihen, erreichte er zusammen mit Carmen Reolon vom Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg, dass das Stellwerk 2003 von der eidgenössischen Denkmalpflege unter den Schutz des Bundes gestellt wurde. So konnte das Stellwerk einige Monate nach der Stilllegung im Dezember 2004 in ein Museum umgewandelt werden. Im Stellwerk finden regelmässig Führungen statt. Mit dem Projekt des Vereins Stellwerk Kerzers (siehe Haupttext) werden diese Führungen ab Herbst zu einer echten Besonderheit.

emu

 

 

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