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Hobby-Wirte auf der Selibühl-Hütte

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Philipp Mösch, früher Oberförster und heute beim Kanton tätig, und seine Frau Kathrin, von Haus aus Lehrerin, haben ein besonderes Hobby. Sie haben mit Freunden das alte Naturfreundehaus Selibühl gekauft und bauen es zum Gasthaus um. Das 100 Jahre alte Gebäude liegt 50 Meter unter der Spitze des Selibühls auf 1670 Metern. Während rund 15 Jahren war es schon als Restaurant in Betrieb, danach wurde es aufgegeben und seinem Schicksal überlassen.

Das Ehepaar, beide sind um die 58 Jahre alt, will es mit dem Projekt vor der Pensionierung noch einmal richtig wissen. «Wir haben uns gemeinsam dieser Herausforderung gestellt», sagt Kathrin Mösch. Dies, nachdem sie schon ein Bauernhaus umgebaut haben. «Unsere erwachsenen Kinder meinten, wir seien verrückt geworden, als wir uns mit der Selibühlhütte ins nächste Abenteuer gestürzt haben.» Fast jedes Wochenende haben die beiden in den letzten Monaten in das Projekt investiert. «Wir wissen nicht, ob wir das schaffen. Im Moment sieht es jedoch gut aus.» Diesen Sonntag laden sie zur Einweihung des Berggasthauses anlässlich eines Tags der offenen Tür (siehe Kasten).

Für die Umsetzung des Projekts haben Möschs zusammen mit dem Ranger Stefan Steuri eine Genossenschaft gegründet. Die erste, noch provisorische Eröffnung war Ende August: Als eine Art «Baustellen-Bistro» machten sie das Lokal erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Amateur-Wirte planen einen Ganzjahres-Betrieb freitagabends, samstags und sonntags.

Mehr Arbeit als vorgesehen

Möschs wurden beim Skifahren am Gantrisch auf die seit 2010 leer stehende frühere Naturfreundehütte aufmerksam. «Wir fanden es schade, dass sie fast verfiel», sagt Kathrin Mösch. Viele Menschen aus der Region teilten dieses Bedauern. Lange trieb das Ehepaar aus Burgistein die Idee um, in das Gebäude wieder Leben zu bringen und es quasi in letzter Minute vor dem vollständigen Zerfall zu bewahren. «Es wurde höchste Zeit, dass sich jemand der Hütte annimmt», so Mösch. Sie hat seit 30 Jahren ein Wirtepatent, sie entstammt einer Hoteliersfamilie und half als Kind im Hotel mit. Doch aktiv gewirtet hat sie lange nicht mehr.

Also knieten sie sich zusammen mit vielen Freunden rein. Ende März begannen die Arbeiten, es musste erst viel heruntergerissen und aufgeräumt werden. Ende Juni wurde die Baubewilligung erteilt. Sie kamen nicht ganz so rasch voran wie angenommen, weil «das 100-jährige Haus etliche Überraschungen bereithielt», so Kathrin Mösch. «Wir mussten an der Decke der Gaststube sechs Mal mit Schmierseife und noch mit Salmiak dahinter. Da klebten der Zigarettenrauch und der Fondueduft von 100 Jahren Betrieb dran.»

In den Schlafräumen fanden sie anderes vor: «In 100 Jahren Betrieb kommen viele Kritzeleien zusammen. Lagerromantik halt.» Tagelange Dampfreinigung mit Schmierseife war nötig. Am Anfang brauchte es deshalb viel Motivation, «ohne die Unterstützung von Helfern hätten wir gar nicht erst damit angefangen. Es macht Freude zu sehen, wie sich die Hütte nach jedem Arbeitstag entwickelt hat», so Mösch.

Ein Ofen als Mittelpunkt

Die Folge des Mehraufwands: Die Eröffnung verschob sich um zweieinhalb Monate. Die Nasszellen mussten von Grund auf neu gemacht werden, die Küche wurde auf Vordermann gebracht und ein stattlicher Trittofen mit Sitzplatz aufgebaut. Dieser habe zu Beginn etliche Kinderkrankheiten gehabt. «Jetzt ist es gewissermassen der Mittelpunkt der Hütte.» Denn der neue Ofen wärmt nun die ganze Gaststube.

Auch ein Wasserspeicher wurde installiert, um die Versorgung zu gewährleisten. Seit Anfang dieser Woche hat das Haus zudem eine grosse Geschirrspülmaschine. «Ein weiterer Etappensieg», freut sich Kathrin Mösch. Auch hat sie säckeweise Getreide und eine Mühle zur Hütte hinaufgetragen. «Ich backe unser Brot hier selber.» Auch alle anderen Esswaren und Getränke werden aufwendig hochtransportiert.

Ausbau ist angedacht

Das Projekt ist offen für verschiedene Unterstützungsleistungen: von der Finanzierung über Umbau- und Reinigungsarbeiten bis hin zu Dienstleistungen im Betrieb. «Das Resultat ist eine lustige Vielfalt», sagt Kathrin Mösch, «jeder hat irgendetwas beigetragen. Das ergab ein unkonventionelles und farbiges Produkt.»

In der Gaststube und auf der Terrasse mit einem wunderbaren Blick auf die Gantrischkette wollen Möschs mit einer einfachen Karte beginnen. Im Sommer gibt es ein kaltes Plättli, im Winter hat man unter anderem die Wahl zwischen Fondue oder Raclette. «Das soll ein Haus der Freude und der Entspannung werden», sagt Mösch. Und es sei ihnen wichtig, dass die Rohstoffe aus der Region stammen und Bio-Qualität aufweisen.

Zu Beginn will das Selibühl-Team Hungrige und Durstige bedienen. Durch die Woche sind auch Bankette, Menüs nach Wunsch und auf Anfrage Gruppenaufenthalte möglich. Noch besteht keine Übernachtungsmöglichkeit, doch später sollen Gästezimmer und ein Schlafsaal mit 30 Plätzen entstehen. Dafür wird das Team noch viel zu tun haben in den oberen Stockwerken. Auch der Einbau von Sonnenkollektoren ist vorgesehen. Weiter sind Veranstaltungen und geführte Wanderungen angedacht. Dafür arbeitet das Team für Anlässe mit dem Naturpark Gantrisch und der Waldarena zusammen.

Zum Programm

Ein Fest, das man sich erst verdienen muss

Am Tag der offenen Tür im Berggasthaus Selibühl laden das Ehepaar Philipp und Kathrin Mösch sowie ihre Freunde Stefan und Ampi Steuri zur Einweihungsfeier. Der Anlass vom Sonntag, 11.Oktober, beginnt mit einer Bergpredigt von Pfarrer Paul Veraguth und einem Aperitif. Vor und nach dem Mittag ist eine Hausführung mit Informationen vorgesehen. Alphornklänge untermalen die Feier. Den Abschluss des Tages macht die Enthüllung einer Sponsorentafel. Wer einen Beitrag an den Umbau geleistet hat, erhält den Namen auf die Tafel graviert. Mit dem Postauto gibt es eine Verbindung von Riggisberg und Schwarzenburg auf den Gurnigel. Parkplätze stehen auf den Panzerplattformen bei der Stierenhütte und der Wasserscheide zur Verfügung. Von dort sind es 20 Minuten zu Fuss auf die 60 Meter höher gelegene Selibühlhütte.fca

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