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Hochschulopfer soll boykottiert werden

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 Am 15. November feierte die Universität Freiburg den Dies academicus und verlieh vier Ehrendoktorwürden–eine davon ging an Judith Butler (die FN berichteten). Die US-Philosophin hat die Gender-Theorie entwickelt, welche die Geschlechterrollen als soziales Konstrukt und nicht als biologische Gegebenheit betrachtet.

Die christliche Orientierung

Nun ruft die christlich-konservative Arbeitsgruppe «Jugend und Familie» die Pfarreien in Briefen und in sozialen Medien auf, am 30. November darauf zu verzichten, das traditionelle «Hochschulopfer» zugunsten der Universität Freiburg aufzunehmen. Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Judith Butler habe die Universität Freiburg ihre christliche Orientierung «definitiv abgelegt», heisst es in einer Medienmitteilung.

Die von Judith Butler entwickelte Gender-Theorie demontiere «das natürliche Verständnis von Mann, Frau und Familie». Mit ihrer Ehrung distanziere sich die Universität Freiburg «klar vom christlichen Menschen- und Familienbild».

Macht hinterfragt

Die Philosophische Fakultät der Uni Freiburg schrieb in der Begründung der Ehrung, Butlers Werk habe die Gender-Frage in den Fokus der Gesellschafts- und Sozialwissenschaften gerückt und dazu beigetragen, die diesbezüglichen Theorien in der Politischen und in der Moral-Philosophie neu zu überdenken. Ihre «Geschlechterstudien» hinterfragen ein Machtverhältnis im sozialen, historischen und kulturellen Kontext.

Die Universität Freiburg bedaure den Unmut, den die Verleihung des Ehrendoktorats der Philosophischen Fakultät an Judith Butler in Teilen der katholischen Glaubensgemeinschaft hervorgerufen habe, schrieb Rektor Guido Vergauwen auf Anfrage. Der Entscheid, wem ein Ehrendoktortitel der Universität Freiburg verliehen werde, obliege jedoch einzig und allein den Fakultäten der Universität – in diesem Sinne habe sich übrigens auch Bischof Charles Morerod unmissverständlich geäussert. Die Wahl erfolge in Würdigung der wissenschaftlichen Verdienste. Diese universitäre Unabhängigkeit sei ein «unverzichtbares Element» der in der Bundesverfassung garantierten Freiheit von Lehre und Forschung.

In ihrer Verpflichtung gegenüber den christlich-humanistischen Idealen führe die Universität die Idee der Gründerväter konsequent fort, «eine schweizerische, nicht-kirchliche Universität für Katholiken» zu errichten, betonte Vergauwen. Die durch die jährliche Hochschulkollekte unterstützten Projekte trügen zur Entwicklung dialogfähiger Personen bei. Die Universität Freiburg sei überzeugt, dass dies «dem Geist und dem Wunsch der Mehrheit der katholischen Glaubensgemeinschaft» entspreche.

Für Ehe und Familie

Die Arbeitsgruppe «Jugend und Familie» ist nach eigenen Angaben «eine überkonfessionelle, christliche Arbeitsgemeinschaft vielfach junger Ehepaare und Familien». Sie setze sich für die eheliche Treue und für die Familie ein und kämpfe für den Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod. Besondere Aufmerksamkeit widme man den kinderreichen Familien in der Schweiz.

Der «Hochschulsonntag» findet traditionsgemäss am ersten Adventssonntag statt. An diesem Tag geht die Kollekte sämtlicher katholischer Pfarreien der Schweiz an die Universität Freiburg. Das gesammelte Geld darf ausschliesslich für die Bedürfnisse der Universität ausgegeben werden.

Wichtige Kollekte

Anfänglich machte die Kollekte einen Drittel der Einnahmen der Universität Freiburg aus. Seitdem die Universitäten von Bund und Kantonen unterstützt werden, stellt die Kollekte nur noch einen kleinen Teil des Budgets dar, bleibt aber immer noch eine wichtige Stütze bei der Realisation von Projekten einer Universität, die ihren Studierenden neben einer qualitativ hochstehenden Lehre auch eine ethische Reflexion bieten will. Bei der Kollekte im Jahr 2013 kamen 318 000 Franken zusammen. kipa

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