Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Hoffnung auf die Macht des Weltgewissens

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: josef osterwalder

Vor 15 Jahren stand der Begriff «Zusammenprall der Kulturen?» noch als Frage da. Mittlerweile ist er zu einer These ohne Fragezeichen geworden. Professor Küng ging in seinem Vortrag am Freitagabend von dieser verhängnisvollen Wende aus und hatte in der Politik der USA der vergangenen Jahre genügend Anschauungsunterricht.

Das andere Handeln

Küng setzte somit bei der weltpolitischen Grosswetterlage an, um das zu erläutern, was das vor zwanzig Jahren initiierte Projekt «Weltethos» meint: Ein Handeln, das auf «Verständigung, Annäherung und Versöhnung» basiert und die alten Muster von «Konfrontation, Aggression und Revanche» hinter sich lässt: «Natürlich gibt es nach wie vor überall unterschiedliche Interessen, doch diese sollten ohne Gewalt und Dämonisierung des Gegners ausgetragen, sollten vielmehr im Miteinander und in Interessenverflechtungen befriedigt werden.»

In diesem Zusammenhang suchte und sucht das Projekt Weltethos, die lapidaren ethischen Grundsätze herauszustellen, an denen sich ein verantwortungsvolles Handeln orientieren kann.

Menschenpflichten

1948 wurden im Rahmen der Uno die Menschenrechte proklamiert. Die Erfahrung aber hat gezeigt, dass mit Deklarationen allein noch nichts erreicht ist. Es gibt eben nicht nur Menschenrechte, sondern auch Menschenpflichten; das heisst, den ethischen Impuls, sein Handeln an diesen Rechten auszurichten.

1990 hat Hans Küng seine Ideen im Buch «Weltethos» vorgelegt, 1993 wurden sie vom «Parlament der Weltreligionen» in Chicago aufgegriffen. Und erstmals waren die Vertreter verschiedenster Religionen bereit, die lapidarsten ethischen Grundsätze als gemeinsame Überzeugung anzuerkennen: das Humanitäts- und das Reziprozitätsprinzip.

Das erste heisst: «Jeder Mensch soll menschlich behandelt werden», das zweite besteht in der Goldenen Regel, die in allen Religionen bekannt ist: «Behandle deinen Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.»

Religion und Philosophie

Weltethos setzt bei den Einsichten der Religionen an. Darum das Bemühen, sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Dabei sollen Unterschiede nicht vermischt, wohl aber der gemeinsame ethische Kern herausgearbeitet werden. Und genau so wie mit der Religion wird auch der Diskurs mit der Philosophie gesucht.

Durch die Stiftung Weltethos wird versucht, die Botschaft auf den verschiedensten Kanälen zu verbreiten, in wissenschaftlichen Kongressen, in Ausstellungen wie zurzeit an der Uni Freiburg oder auch in Unterlagen für den schulischen Unterricht. Dort setzt Küng dann gerne beim Beispiel des Fussballs an, bei dem es ohne elementares, von allen bejahtes Regelwerk weder Spiel noch Spass gibt.

Kofi Annan

«Weltethos will das Weltbewusstsein angesichts der Weltprobleme in einer möglichst irreversiblen Welt-Bewusstwerdung auf ein Welt-Gewissen hin fokussieren», sagte Küng zum Schluss seines Vortrags. Das letzte Wort jedoch bildete ein Zitat von Kofi Annan: «Wir müssen in uns selbst den Willen finden, nach den Werten zu leben, die wir verkünden – in unserem Privatleben, in unseren lokalen und nationalen Gemeinwesen und in der Welt.»

Organisiert wurden Vortrag, Seminar (siehe Kasten) und Ausstellung durch die Akademische Verbindung Gotena, angeregt durch Professor Alois Riklin. Das Engagement der Studentinnen und Studenten ist ein Zeichen, dass sich auch die Universität als Ganze der Idee eines globalen Ethos verpflichtet fühlt, wie Rektor Guido Vergauwen in der Einleitung sagte.

Mehr zum Thema