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Hoher geistlicher Besuch aus Syrien

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Der Geistliche, der vor kurzem in der Schweiz weilte, lebt in Damaskus und hat den Krieg in Syrien seit Beginn hautnah erlebt. Nur wenige Hundert Meter vom Zentrum seines Patriarchats seien die Islamisten stationiert gewesen, erzählt der emeritierte Patriarch Gregorios III im Gespräch mit kath.ch. Er gehört der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche in Syrien an, die mit Rom uniert ist.

Von Raketen bedroht

Die Islamisten vor den Toren von Damaskus hätten ihre Raketen damals wahllos in die Umgebung abgefeuert, berichtet der geistliche Augenzeuge. Es seien keine gezielten Angriffe auf Kirchen gewesen, vielmehr seien sie zufällig getroffen worden, so wie andere Gebäude und auch Personen, so Gregorios.

Dies illustriert er mit kurzen Episoden folgender Art: Eine Studentin sei auf ihrem Weg an die Universität umgekehrt, weil sie ihren Rosenkranz vergessen hatte. Auf dem Weg sei sie von einer Rakete getroffen worden. Den Angreifern ging es laut Gregorios darum, die Menschen zu terrorisieren. Auch das Zentrum seines Patriarchats sei dreimal getroffen worden.

Nachtleben mitten im Krieg

Von der Not der Kriegsbetroffenen handelt der Bericht des emeritierten Patriarchen eher wenig. Ausführlich spricht er hingegen vom Mut und von der Hilfsbereitschaft der Menschen in Syrien. Noch mitten in den Kriegsjahren seien die Strassen und Cafés abends voller Menschen gewesen, erzählt er. Und die Kirchen seien besonders in der 50-tägigen Fastenzeit jeden Tag voll von Gläubigen gewesen. So wie vor dem Krieg.

Und die Menschen hätten einander geholfen – unabhängig von jeglicher Religionszugehörigkeit. Da fanden aramäische Christen auf der Flucht vor IS-Angreifern Unterkunft bei muslimischen Familien. In einer Ortschaft unweit von Homs retteten sich vom IS verfolgte Christen in die Moschee, bei einem anderen IS-Angriff flohen die nun verfolgten Muslime in die Kirche. Beide Religionsgemeinschaften hätten die jeweils Andersgläubigen aufgenommen, weiss Patriarch Gregorios.

Kirchen helfen Flüchtlingen

Überhaupt windet der Geistliche den Kirchen in der Region ein Kränzchen. Alle hätten sich ausnahmslos stark engagiert, um die Not zu lindern. Auch Gregorios selbst stellte eine Hilfsorganisation auf die Beine. Kurz nach Kriegsbeginn habe er ein Komitee unter der Leitung eines Priesters gegründet, das sich um die Versorgung der geflüchteten Menschen gekümmert habe, erzählt er. Sie hätten Lebensmittel, Matratzen, Decken und Medikamente verteilt und sich um Verwundete und Kranke gekümmert.

Die Zahl der Hilfesuchenden stieg rasch an: von anfänglich 300 Familien bis zu 8000 Familien im Jahr 2016, als Patriarch Gregorius von seinem Amt zurücktrat. Es habe ein grosses Lager voller Matratzen gegeben, erzählt der Patriarch.

Die Hilfe vor Ort sei nur dank Unterstützung von aussen möglich gewesen, betont er weiter. Finanziell und organisatorisch unterstützt wurden sie dabei insbesondere durch Organisationen wie SOS Chrétiens d’Orient mit Sitz in Paris sowie Kirche in Not mit Hauptsitz im deutschen Königstein, aber auch durch französische Bistümer.

Ein «grosser Bettler»

Der Patriarch bezeichnet sich als «grossen Bettler». Er gebe Liebe und erhalte Liebe, erklärt er seine Beziehungen ins Ausland. Dank dieser jahrzehntelangen Freundschaften seien rund eine Million Dollar pro Jahr nach Syrien geflossen, rechnet der Geistliche nicht ohne Stolz vor.

Von 2000 bis Anfang Mai 2017 war Gregorios III. Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexan­drien und Jerusalem. Am 6.  Mai 2017 nahm Papst Franziskus seinen Rücktritt an. Seither lebt der Geistliche in einer Wohnung eines muslimisch-christlichen Begegnungszentrums, das zum Patriarchat gehört, und ist weiterhin in den Medien präsent.

Kürzlich berichtete er auf Einladung von Kirche in Not in der katholischen Kirche Wädenswil im Kanton Zürich über die Lage in Syrien.

Hilfe

Kirche in Not engagiert sich für die Opfer in Syrien

Das internationale Hilfswerk Kirche in Not ist seit Kriegsbeginn in Syrien engagiert. Seither habe es über 40  Millionen Franken gesammelt und mehr als 850 Projekte unterstützt, schreibt das Hilfswerk in einer Mitteilung. Im laufenden Jahr investierte Kirche in Not sechs Millionen Franken.

Die meisten Gelder – rund 65  Prozent – flossen in Nothilfeprojekte, rund ein Viertel in den Wiederaufbau und der Rest in pastorale Projekte, wie die Informationsbeauftragte Lucia Wicki-Rensch mitteilt. Die neu bewilligten Projekte richteten sich besonders an den Bedürfnissen der syrischen Kinder und Jugendlichen aus, so die Mitteilung. Erwähnt werden die Organisation der Milchversorgung und die Übernahme des Schulgelds. Die Hilfe für den Nahen Osten hat bei Kirche in Not 2018 rund ein Viertel aller Projektausgaben ausgemacht. Nur wenig mehr gab das Hilfswerk für Projekte in Afrika aus.

kath.ch

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