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Höhere Steuern und neue Schulen

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Die neuen Schulhäuser, der Ortsplan, die Sportstätten St. Leonhard, die Neugestaltung des Burgquartiers: Das betrachten alle fünf Freiburger Gemeinderatsmitglieder als die wichtigsten Dossiers der laufenden Legislatur.

Kultur- und Finanzdirektorin Madeleine Genoud-Page (CSP) nennt zudem die Eröffnung des Gastspielhauses Equilibre und der baldige Ausbau des 1998 ausgebrannten Werkhofes in der Freiburger Unterstadt. Und vor allem ist sie froh über die Steuererhöhung, die der Gemeinderat auf Anfang 2014 durchgebracht hat: «Es hat uns viel Energie gekostet, alle davon zu überzeugen.» Mit der Steuererhöhung trügen nun alle Einwohner zu einer Verbesserung der finanziellen Situation bei, und so sei kein Abbau bei den Dienstleistungen nötig.

Keine Fusion

Ein dicker Wermutstropfen ist die Gemeindefusion, die nicht zustande gekommen ist. «Das ist mein grosser Frust», sagt Genoud-Page. Anstatt gemeinsam etwas aufzubauen, wollten einige Gemeinden nur dann fusionieren, wenn es ihnen finanziell schlecht gehe. Jean Bourgknecht (CVP) hofft auf eine Fusion 2021. Thierry Steiert (SP) will nicht darauf spekulieren, dass nach den Gemeindewahlen 2016 neue Köpfe in den Gemeinderäten eine Fusion voranbringen könnten. «Würden wir auf einen Wechsel warten, würden wir nur Zeit verlieren», sagt er. Es sei wichtig, ständig mit den Gemeinden zu diskutieren und sie ernst zu nehmen. «Das Thema steht zuoberst auf der Agenda.» Antoinette de Weck (FDP) hat bereits eine Veränderung festgestellt: «Einige Gemeinden sehen, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt etwas bringt–das Image Freiburgs hat sich verändert.»

Gutes Arbeitsklima

Die fünf Gemeinderäte sind sich einig, dass im Gremium alle am gleichen Strick ziehen und ein gutes Klima herrscht. Syndic Pierre-Alain Clément (SP) betont, dass nur dieser Zusammenhalt es ermöglicht habe, dass die Stadt Millionen in die Schulbauten investiert. De Weck sagt: «Wir haben eine gute Arbeitsatmosphäre entwickelt.» Auch wenn nicht immer alle einer Meinung seien, könne über unterschiedliche Ansichten diskutiert werden, ohne dass eine Polemik entstehe. Dieses gute Klima habe es ermöglicht, einige zuvor blockierte Dossiers voranzubringen, «vor allem bei den Schulbauten und dem Ausbau der ausserschulischen Betreuung.»

Der Schlussspurt

Die drei Gemeinderäte, die in einem Jahr nicht mehr antreten (siehe Kasten rechts), wollen noch nicht ans Aufhören denken: «Ich habe noch viel vor», sagt Genoud-Page. Sie will unter anderem einen neuen Leiter für das Finanzamt finden. Und Baudirektor Bourgknecht will bei der Neugestaltung des Burgquartiers und des Bahnhofplatzes vorwärtsmachen und einige Pflöcke einschlagen–«damit die grossen Ideen vorgespurt sind und ein guter Übergang stattfinden kann». De Weck bedauert, dass durch den Abgang viel Wissen verloren geht. «Ein Wechsel kann es aber auch ermöglichen, eingeschliffene Muster infrage zu stellen und Veränderungen einzuleiten.»

Freiburg: Eine offizielle Zweisprachigkeit?

W as sagen die Gemeinderäte zur Idee einer zweisprachigen Stadt Freiburg? Pierre-Alain Clément gibt zu bedenken, Freiburg sei zwar die Hauptstadt eines zweisprachigen Kantons, aber auch der Hauptort des zu 90 Prozent französischsprachigen Saanebezirks. Madeleine Genoud-Page geht davon aus, dass Freiburg «eine sehr spezifische Zweisprachigkeit» erreichen wird. Jean Bourgknecht will Zweisprachigkeit fördern, ist sich aber nicht sicher, dass eine Offizialisierung der Zweisprachigkeit eine Mehrheit finden würde. Antoinette de Weck stört sich an «einigen manchmal zu fordernden» Deutschschweizern und setzt auf gegenseitigen Respekt. Thierry Steiert als einziger deutschsprachiger Gemeinderat betont, es brauche mehrheitsfähige Vorschläge, um ein Ziel zu erreichen. «Die offizielle Zweisprachigkeit ist ein hochemotionales Dossier, da braucht es einen Konsens.» Der bestehe heute nicht. njb

Rücktritte : Drei von fünf Sitzen im Gemeinderat sind zu haben

G leich drei von fünf Gemeinderatsmitgliedern treten in der Stadt Freiburg bei den Wahlen in einem Jahr nicht mehr an. Syndic Pierre-Alain Clément (SP) will zwar noch nicht offiziell bekannt geben, dass er nicht mehr antritt. Doch sagt der 64-Jährige: «Ich war 27 Jahre lang Lehrer und dann 17 Jahre lang Gemeinderat – nun noch weiter zu gehen wäre übertrieben.»

Baudirektor Jean Bourgknecht (CVP) wurde 1991 in den Gemeinderat gewählt. Erst war er zehn Jahre lang im Nebenamt tätig. Von 2004 bis 2006 – nachdem Syndic Dominique de Buman (CVP) ins Bundeshaus gewechselt hatte – war er Syndic; dieses Amt musste er abgeben, als die Linke 2006 die Mehrheit holte. Insgesamt wird Bourgknecht nächstes Jahr auf 25 Jahre Gemeinderatstätigkeit zurückblicken. Er habe noch genügend Energie für das Amt. «Doch irgendwann muss man den anderen Platz machen», sagt er fast bedauernd.

Finanzdirektorin Madeleine Genoud-Page (CSP) hatte von Anfang an gesagt, dass sie zwei Legislaturen lang im Gemeinderat bleiben werde; die zweite Legislatur läuft nächstes Jahr ab. Nun sagt sie: «Im Prinzip gehe ich davon aus, dass ich nicht weitermache.» Definitiv bestätigen will sie dies aber erst, wenn sie die «politische Konstellation» etwas besser abschätzen kann. Konkret: Wenn absehbar ist, welche Parteien Allianzen eingehen und wer in den Gemeinderat einziehen möchte.

Trotz des Abwiegelns von Clément und Genoud-Page kann davon ausgegangen werden, dass drei Gemeinderatssitze frei werden. Thierry Steiert (SP) und Antoinette de Weck (FDP) hoffen, dass auch die neuen Gemeinderatsmitglieder teamfähig sind. «Das ist das Wichtigste», sagt Steiert. Wird er wiedergewählt und holt die Linke erneut die Mehrheit, ist er als Syndic quasi gesetzt. «Das ist noch weit weg, daran denke ich noch nicht», sagt er abwehrend. njb

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