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Horoskop/ Horrorskop

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Dank langem, intensivem und höchst anspruchsvollem Studium bekam ich Einsicht in geheimste, zum grössten Teil noch unentdeckte Schriften, Papyrusrollen und Tontafeln, von der sumerischen Keilschrift bis zu den Hieroglyphen der Pharaonen und den germanischen Runen. Dank einer glücklichen Fügung kam es zu einem Treffen mit Nostradamus («der junge Löwe wird den alten besiegen und ihm im Kampfe die Augen ausstechen»), der sich spontan als Übersetzer und Interpret zu Verfügung stellte. Mein Dank geht auch an den grossen Seher und Medicus Fra Angelico, der schon Kaiser Napoleon vor Waterloo beriet und Gerüchten zufolge auch die Strategen unserer aktuellen Gesundheitspolitik wesentlich beeinflusste.

So gelang es mir, das einzig wahre Horoskop für 2019 und alle noch folgenden Jahre zu sehen und Wort für Wort für Sie auf Papier zu bringen:

Falls du ein richtiger Steinbock bist, dann freue dich, wenn im Februar der Wassermann (im II. Haus des Uranus) kräftig Wasser lässt, sozusagen aus Kübeln giesst und den eisigen «Schnee von gestern» von den Bergen herunterspült. Denn nun fällt die mühsame Futtersuche unter gefrorener Schneedecke weg, und auch die nervigen Variantenskifahrer treten den Rückzug an. Aber auch die Fische in den Bächen freuen sich am hohen Wasserstand, nachdem sie im letzten Sommer fast so weit waren, sich künftig statt Schuppen Federn und statt Flossen Füsse wachsen zu lassen.

Solltest du aber ein gehörnter Widder sein, so lass dich ja nicht mit einem aszendierenden Stier ein: Wir erinnern uns an Göttervater Zeus (Jupiter), der als Stier verkleidet die Prinzessin Europa verführte und sehr ärgerlich auf jegliche Störungen reagieren würde. Blitze würde er schleudern, so mächtig, dass sie Erdbeben auslösen und unter Mithilfe Neptuns (Poseidon) grosse Überschwemmungen inszenieren. Was Hera, seine Gattin – so sie ihn ertappte – anstellen würde, mag ich mir erst gar nicht vorstellen. Hier ist also äusserste Vorsicht geboten.

Es sei denn, du verbündest dich mit den sprunghaften Zwillingen, die sich um diese Zeit gerne im VI. Haus der Venus verlustieren. In dieser bevorzugten Konstella­tion bestehen beste Aussichten – vor allem zu Wochenbeginn (Kriegsgott Mars ist auf Saturn bei Merkur zu Besuch und will unbedingt Geld für neue Flugzeuge) –, genügend viele Krebse zu fangen, um ein «Dinner for two» zu zelebrieren.

Bevor du aber Einladungen verschickst, arrangiere dich mit dem eifersüchtigen und recht eigenwilligen Löwen oder, noch besser, schick ihn gleich in die Wüste. Nun kannst du in aller Ruhe die Krebse zubereiten (inkl. einer Bisque d’écrevisse à la ciboulette). Ein guter Wein vom grossen Château, Dessert und Kerzenlicht dürfen auch nicht fehlen, wenn du nun die verführerische, aber leider auch misstrauische Jungfrau einlädst. Nur solltest du sie (die Jungfrau, so sie denn noch) am nächsten Tag, nach üppigem Mahl und sonstigen Vorkommnissen, nicht auf die unbestechliche und ehrliche Waage stellen. Die Gefahr besteht, dass das schlechte Gewissen sie quält wie der giftige Stachel des Skorpions und sie sich sodann in Luft auflöst beziehungsweise mit dem erstbesten Schützen frustriert das Weite sucht.

Somit schliessen sich die Kreise der Sterne. Die Abhandlung bleibt unvollständig, fehlt doch die Berücksichtigung des chinesischen Horoskops. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Einerseits arbeitet man in China mit uns doch sehr fremd anmutenden Tierbildern wie Hase, Ferkel oder Ratte, anderseits existiert bis dato nur eine französische Version, was mich unweigerlich an die hiesige Spitalpolitik denken lässt. Ich selber wäre übrigens in der chinesischen Auslegung ein Büffel (kraftvoll, aber oft sehr störrisch), und das Jahr 2019 wird das Jahr des Schweins.

Mir bleibt nichts anderes übrig, als Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, und das kommt von Herzen, viele gute Wünsche zu schicken für ein richtig gutes neues Jahr.

Selber halte ich mich übrigens an die «Prophezeiungen» von Erich Kästner: «Wird’s besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.»

Der Düdinger Franz Engel ist pensio­nierter Arzt und verbringt nun seine freie Zeit mit Fischen und dem Hüten der Enkelkinder. Als Gastkolumnist bearbeitet er im Auftrag der «Freiburger Nachrichten» in regelmässigem Rhythmus selbst gewählte Themen.

 

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