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«Humor und viel, viel Ausdauer»

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«Humor und viel, viel Ausdauer»

Ein Fasnachtstag in der Unterstadt mit Präsident Fritz Dick

Vom morgendlichen Rababou-Aufbau bis spät in die Nacht gibt es viel zu tun, damit Zehntausende sich einen Nachmittag lang unterhalten können. Die FN haben Fasnachts-Präsident Fritz Dick an seinem wichtigsten Tag des Jahres begleitet.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ (Text), ALDO ELLENA und ALAIN WICHT (Bilder)

Sonntagmorgen, kurz vor 9 Uhr. Es ist kalt und unangenehm in Freiburg. Zwar etwas wärmer als in den letzten Tagen, aber immer noch unter null. Über Freiburg hängt Nebel und kaum jemand ist auf der Strasse. Geht man die Samaritergasse hinunter, hört man von weit letzte Anweisungen. Dann stellt der Lastwagenkran den Motor ab. Er steht, der Rababou 2005. Einen Schneemann haben sich Eric und Dominique Curty ausgedacht. Der passt perfekt in die immer noch grossteils schneebedeckte Unterstadt. «Es ist unser 14. Rababou», erklärt Eric. Es sei sehr unterschiedlich, wie lange ein Rababou brenne. Einmal sei es nur etwa sieben Minuten gegangen, einmal fast dreiviertel Stunden.

Fritz «Fritzo» Dick sitzt schon «bei den Gerbern» und trinkt Kaffee. Er sei schon müde, aber der Samstagabend sei wunderbar gewesen. Allen habe es gefallen und die Strassen, Restaurants, Bars und Keller seien randvoll gewesen, sagt der 55-jährige Präsident der Bolzenfasnacht. Dies ist der Düdinger Sekundarlehrer schon seit sechs Jahren.
Seine Kollegen am Tisch haben bereits eine Pause verdient. Sie haben den Rababou aufgebaut und berichten von Dingen, die am Vorabend von Vandalen kaputt gemacht worden sind, oder kramen frühere Fasnachtserlebnisse hervor. Diese Männer sind alle seit Jahren im Hintergrund tätig und wohl ebenso wichtig wie die Umzugsteilnehmer im Vordergrund. Der Kaffee ist ausgetrunken, mit einem Bier wird der neue Tag lanciert.

11 Uhr. Fritz Dick hat sich schminken lassen. Er wird selbst auch am Umzug teilnehmen. Nach einem Monsterkonzert der teilnehmenden Guggenmusiken aus Bex, Romont, Bern, Zürich, Rüti (ZH) und natürlich Freiburg genehmigen sich alle einen Apéro. Jetzt erhalten die Fasnächtler aus den Händen von Gemeinderat Charles de Reyff den «Schlüssel der Stadt». Hergestellt wurde er von der «Confrérie des Carnevaliers», die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Am Vorabend hatten sie den Schlüssel Ammann Jean Bourgknecht übergeben. Aber da der am Sonntag ein Langlauf-Rennen hatte, sprang Kulturchef de Reyff ein.

Kurz vor 14 Uhr. Die Sonne scheint, es ist wärmer geworden. Von überall strömen die Leute in die Unterstadt. «Das Wetter ist sehr wichtig für uns», hat Fritz Dick am Morgen gesagt. «Wir brauchen 20 000 Leute, um von einer zu sprechen.» Wenn es regne oder schneie, kämen oft nur 10 000. Der Rekord liege aber bei 30 000 Zuschauern.

Ich warte bei der Talstation des Funiculaires auf «Fritzo». Er entwirft mit Nino Cesa brandaktuell die acht Punkte, für die der Rababou verantwortlich gemacht werden soll. Der Präsident verspätet sich. Man kann halt an so einem Tag nicht alles planen.

Derweil schaue ich mir die Startvorbereitungen an. Es herrscht eine angespannte Geschäftigkeit, um nicht zu sagen Nervosität. Einige üben Marschieren und die Lieder. Fasnacht scheint eine sehr ernste Angelegenheit zu sein. Viele trinken Bier, um sich zu lockern.
Punkt halb drei geht der erste Wagen los. Jetzt nützt es wohl nichts mehr auf den Präsidenten zu warten, der macht ja selbst mit. Schon früh folgt die vierte deutschsprachige Primarklasse der Au-Schule. Es seien schon mehr französischsprachige Fasnächtler in Freiburg dabei, hat Fritz Dick am Morgen erklärt. Aber es gebe ja auch eine deutschsprachige Gruppe (Hübeliclique) und immer Gast-Guggenmusiken aus der Deutschschweiz. Wie diejenigen aus Rüti im Zürcher Oberland. Sie seien das dritte Mal hier in Freiburg und der Samstagabend habe ihnen ausgezeichnet gefallen, sagte ein Trompeter auf Anfrage. Die «Immerblauschränzer» würden sehr oft auswärts an Fasnachten auftreten.
Ich verlasse den Startplatz und schaue mir den Umzug von oben an. Die Unterstadt ist in ein zweistündiges Gemisch aus Pfeifen, Rhythmusinstrumenten, Trompeten, aber auch Schreien, Hornen, Knallen und Klatschen eingetaucht. Konfetti regnen durch die Altstadt, Kinder machen richtige Konfettischlachten. Aber was versuch ich da zu beschreiben? Das haben ja mehr als 20 000 Leute selbst miterlebt.

17.10 Uhr. Der Klein-Sankt-Johann-Platz ist bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Der 37. Rababou kommt jetzt dran. Er steht für Joseph Deiss, für die Firma von «produits pharmaceutiques et chimiques en Singine» (!), die Pensionskasse der Stadt, das kantonale Musikfest, die serbelnden Servette und Gottéron, die schwachen Schweizer Skifahrer, die päpstliche Grippe sowie die 0,5 Promille. Der Rababou wird angezündet und brennt wie Zunder. Schon nach fünf Minuten stehen nur noch der Hut und eine Flanke in Flammen. Definitiv rekordverdächtig.

«Fritzo» strahlt. Alles hat geklappt. Nun zum Schluss: Was macht eigentlich einen echten Fasnächtler aus? «Humor und viel, viel Ausdauer», sagt der Unterstädter, der sich auch gleich auf eine lange Nacht vorbereitet.

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