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Hundemassage und Renntaktik

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Hundemassage und Renntaktik

Betreuer eines Hundeschlittenrennens haben einen vielfältigen Aufgabenbereich

Teilnehmer des Yukon Quest sind vorwiegend auf sich allein gestellt. Doch diskret im Hintergrund des gigantischen Hundeschlittenrennens wirken Helfer, die wichtige Aufgaben erledigen. Kurt Moosmann aus Salvenach ist einer von ihnen.

Von PATRICK HIRSCHI

Als Kurt Moosmann vor rund einem Monat gerade von seinem Abenteuer aus Kanada zurückgekehrt war, herrschen bei uns Temperaturen von minus 15 Grad. «Frühling!», meinte Moosmann lapidar dazu. Schliesslich war er zuvor in einer Gegend gewesen, wo das Thermometer bis zu minus 37 Grad anzeigt – was übrigens für dortige Verhältnise sehr mild ist. Normalerweise sinkt das Quecksilber auf 50 Grad unter null.

14 Tage durch Schnee und Eis

Ein paar Tage hatte der Tierarztassistent aus Salvenach die Waadtländerin Marcelle Fressineau am Yukon Quest betreut. Das weltweit wohl härteste Hundeschlittenrennen von Whitehorse (Kanada) nach Fairbanks (Alaska) geht über eine Distanz von 1600 Kilometer (was etwa der Strecke Lausanne-Athen entspricht) und dauert 14 Tage.

Für Fressineau war das Rennen allerdings schon früher zu Ende. Nachdem innert kürzester Zeit die wichtigsten Leithunde verletzt ausgefallen waren, musste sie das Rennen nach fünf Tagen aufgeben.

Nur wenig fremde Hilfe erlaubt

Obwohl das Team das Ziel nicht erreicht hatte, zieht Kurt Moosmann ein positives persönliches Fazit seines ersten Einsatzes. Als so genannter Handler war er zusammen mit einem weiteren Kollegen für die Betreuung von Marcelle Fressineau und ihres Rudels zuständig. In einem umgebauten Schulbus begleiteten sie das Rennen.

Die strengen Regeln des Yukon Quest verlangen, dass der Hundeschlittenführer (Musher) keine direkte Unterstützung von Dritten erhalten darf. Lediglich an den Kontrollpunkten der Etappe darf der Handler kurz behilflich sein.
Seine Aufgaben sind dennoch vielseitig. Er muss die Hunde füttern und ihre Beine massieren. Daneben kocht er auch für den Musher und ist nicht zuletzt verantwortlich für die Renntaktik. «Die Musher schlafen während diesem Rennen kaum und sind nur für die Hunde da. Deshalb ist es an uns, die Taktik zu bestimmen», erklärt Kurt Moosmann. Für die medizinische Betreuung der Hunde ist hingegen ein offizieller Renntierarzt vor Ort.
Nicht nur die traumhafte Winterlandschaft Nordamerikas hat es Kurt Moosmann angetan. «Die Musher sind eine grosse Familie», meint er. Einen grossen Teil des Rennens würden sie gemeinsam bestreiten und sich gegenseitig helfen. Erst etwa 200 Kilometer vor dem Ziel beginne der Endspurt, wo jeder vor allem für sich schaue.

Die Teilnahme sei für ihn eine schöne, aber strenge Erfahrung gewesen, meint Moosmann weiter. Auch als Handler komme man kaum zum Schlafen, berichtet er. Ausserdem verbringe man viel Zeit mit Warten.

Und dann ist da natürlich noch die Kälte. Anders als in Skandinavien sei die Luftfeuchtigkeit in Kanada und Alaska sehr hoch. «Unsere Kleider fühlten sich nach wenigen Minuten im Freien wie Karton an», beschreibt er das Gefühl.

Grosses Abenteuer trotz Diabetes

Neben dem Erlebnis an sich hat Kurt Moosmann auch eine persönliche Herausforderung gemeistert. Als Diabetiker muss er sechs bis zehn Mal täglich seine Zuckerwerte im Blut testen und sich zudem zu jeder Mahlzeit eine Insulinspritze verabreichen. Bei den vorherrschenden arktischen Temperaturen würde aber das Insulin gefrieren und die Batterien für das Testgerät dauernd ausfallen.

Zuhause in Salvenach hatte Moosmann mit Thermobeutel und Neoprenanzügen verschiedene Tests gemacht. Die Lösung war schliesslich, dass er fünf Schichten Kleider anzog. Direkt auf dem Körper trug er einen Pulli mit vielen Taschen, in denen er das Insulin und das Bluttestgerät verstaute.

Ein weiteres Problem war das Nahrungsangebot an den Kontrollpunkten. Dort gab es vor allem Weissbrot und viel Süsses. «Aber ich musste halt essen, was auf den Tisch kommt», meint er schmunzelnd.

Trotz zum Teil widriger Verhältnisse möchte Kurt Moosmann gerne wieder einmal als Handler am Yukon Quest teilnehmen. Er weiss, dass Marcelle Fressineau nochmals einen Versuch wagen will – allerdings frühstens im Jahr 2008.

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