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Hurra, die Schule brennt

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GASTKOLUMNE

Autor: Pio Brönnimann

Hurra, die Schule brennt

Kürzlich war ich mit fünf Kollegen in Südspanien zum Golfen (Männerferien). Sportlich gesehen lief es allerdings nicht allzu gut, bescherten uns doch die laufenden Klimaveränderungen in Malaga eine Woche Regenwetter. Nicht gerade das, was wir uns unter Frühling – draussen sein in der blühenden Natur – vorgestellt hatten. Am Ende unserer Ferienwoche waren aber wenigstens unsere Regenkleider amortisiert.

Von unseren Lieben in der Schweiz hatten wir erfahren, dass in Mittel- und Nordeuropa wegen eines Asche speienden Vulkans in Island der Flugverkehr eingestellt war. Es war jedoch angekündigt, dass ab Dienstag, unserem Rückreisetag, alles wieder «normal» laufen beziehungsweise fliegen sollte.

Nachdem wir am Montagnachmittag unsere vermeintlich letzte Golfrunde absolviert hatten und gemütlich bei einem Bier auf der Terrasse die ersten Sonnenstrahlen genossen, kam der Aufschrei eines Kollegen. Die Konsultation seines iPhones zeigte: «Unser Flug ist annulliert!» Sofort herrschte grosse Stille… dann Erstaunen… und zuletzt grosse Freude! Wir mussten nun beinahe sechzig Jahre alt werden, um zu erleben, dass die Natur unseren normalen Alltag entscheidend verändert. Ich erinnere mich gut, wie wir als Schulkinder im Skilager im Lötschental immer darauf warteten, dass eine Lawine unsere Rückreise verunmöglichen würde – oder eben, dass ein Brand in unserem Schulhaus uns ein paar unerwartete Freitage bescherte. Das längst erhoffte war nun also endlich eingetreten, mit dem Unterschied, dass wir heute gerne «zur Schule» gehen und unsere Terminkalender gerade nach den Ferien randvoll sind.

Es war äusserst interessant zu sehen, wie sich in unserer Gruppe das «Notfallszenario» entwickelte. Jeder spezialisierte sich auf einem Gebiet und beschaffte sich mittels Handy und Laptop alle möglichen Informationen. An unseren nun regelmässig stattfindenden Krisensitzungen wurde jeweils gegenseitig über Rückreisemöglichkeiten, Flugumbuchungen, Mietwagen, Unterkünfte, Vulkan- und Staubwolkenentwicklung, Politik, Wetter und Versicherung informiert. Was läuft in der Schweiz, Familie und Geschäft? Es gibt heute wirklich eine Unmenge an Informationen, aber die Natur ist und bleibt stärker als alles andere. In unseren Firmen erhielten die Tätigkeitslisten mit den Stellvertretungsregelungen plötzlich eine neue Bedeutung. Die vier zusätzlichen Tage Abwesenheit wurden überall beinahe reibungslos bewältigt. Für uns «Gestrandete» war es aber schon etwas anderes. Wir konnten uns alle Informationen locker beschaffen – trotzdem konnten wir aber nicht nach Hause. Bald waren wir die einzigen Gäste im Hotel, die Engländer wurden sogar mit Kriegsschiffen von Gibraltar aus nach Hause gebracht. Neue Gäste konnten nicht anreisen, so wurde es überall unheimlich ruhig und einsam.

Die heutige Gesellschaft ist sehr auf Mobilität ausgerichtet und auch angewiesen. Aber der Eyjafjalla-Vulkan hat uns eindrücklich gezeigt, dass es Grenzen gibt. Die heute leider viel zu günstige Mobilität hat Risikopotenzial, und es geht auch ohne uns. Ich jedenfalls bleibe in Zukunft wieder vermehrt zu Hause!

Pio Brönnimann lebt und arbeitet in Ried bei Kerzers. Als dipl. Bauingenieur ist er heute Verwaltungsratspräsident der Weiss+Appetito Holding AG, einer Unternehmung aus dem Bau- und Dienstleistungsbereich. Als Vizepräsident des GIME (Groupement des industrielles de Morat et Environ) ist er in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

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