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«Ich bereue es zutiefst»

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«Ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen missbraucht habe.» Dies sagte ein 61 Jahre alter Mann gestern an der Gerichtsverhandlung in Tafers. Der ehemalige Mitarbeiter der Finanzverwaltung der Gemeinde Düdingen musste sich vor dem Polizeigericht des Sensebezirks wegen Veruntreuung verantworten. Bevor Polizeirichter Peter Rentsch sich zur Urteilsberatung zurückzog, gab er dem Mann die Gelegenheit, sich zu erklären. Aus dessen Worten klang grosses Bedauern über seine Tat. Er könne die Geschehnisse leider nicht rückgängig machen, und es tue ihm leid, seine Familie und seinen Arbeitgeber vor den Kopf gestossen zu haben, sagte er. Wie es dazu gekommen ist, konnte er sich nicht erklären: «Es ist unverständlich und nicht nachvollziehbar.»

Während 17 Jahren

Der Mann hatte in seiner Funktion als stellvertretender Finanzverwalter von Düdingen zwischen 1997 und 2014 mehrfach Geldbeträge zu seinen Gunsten oder zugunsten von Drittpersonen veruntreut. Eine Mitarbeiterin hatte seine Verfehlungen im Herbst 2014 entdeckt und den Gemeinderat informiert. Dieser hatte in der Folge die Finanzen durch ein externes Büro analysieren lassen und die Sache publik gemacht (die FN berichteten). Vertreter der Gemeinde haben an der gestrigen Verhandlung als Zivilpartei teilgenommen.

Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft hat ergeben, dass der Mann zum einen auf seinem persönlichen Debitorenkonto total rund 17 500 Franken über die Erfolgsrechnung abgebucht hat. Zum anderen hat er sich während mehreren Jahren über 50 000 Franken gutgeschrieben, in dem er die Gutschriften von Debitorenkonti anderer Steuerzahler verrechnet hatte.

Zudem hat der Mann dem Konto eines Sportvereins, dessen Präsident er zu der Zeit war, einen Betrag von 6100 Franken gutgeschrieben. Auch hier kam das Geld von Gutschriften der Debitorenkonti anderer Steuerzahler. Eine weitere Buchung dieser Art hat der Mann zwischen 2005 und 2009 auf das Debitorenkonto seines Vaters vorgenommen. Dieser wusste nichts vom Vorgehen seines Sohnes.

Beim letzten Punkt der Untersuchung sind die Umstände nicht ganz geklärt. Es geht um eine Transaktion von rund 1900 Franken auf das Konto einer lokalen Firma. Der Mann hat hierzu angegeben, dies sei die Verrechnung eines Restaurantbesuchs und keine Bereicherung.

Starke Schuldgefühle

Die Gemeinde hat den Mann nach Bekanntwerden der Veruntreuung fristlos entlassen. Er sei auf Arbeitssuche, sagte er an der Verhandlung auf die Frage des Gerichtspräsidenten. «Gesundheitlich geht es mir recht gut, aber psychisch sehr schlecht. Das Scham- und Schuldgefühl erdrückt mich fast.» Er sei sich bewusst, dass er all das mit Füssen getreten habe, was er sich in den Jahren aufgebaut habe. «Ich bereue es zutiefst.»

Der Mann hatte sich während der Untersuchung sehr kooperativ gezeigt und alle Vorwürfe zugegeben. Er hat die Zivilforderung der Gemeinde über 77 208 Franken anerkannt, ebenso die 13 650 Franken, welche die Gemeinde für die externe Prüfung sowie für internen Arbeitsaufwand aufbringen musste. Bereits Ende November hat er 40 000 Franken zur Begleichung der Schuld bezahlt. Wie er sagte, will er die Sache bis Mitte Jahr bereinigen.

Urteil: Bedingte Geldstrafe und Busse

D as Polizeigericht Sense hat den ehemaligen Finanzmitarbeiter der Gemeinde Düdingen gestern zu einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu je 140 Franken verurteilt, also zu 37 800 Franken. Diesen Betrag muss der Mann nur dann bezahlen, wenn er sich innerhalb der Probezeit von zwei Jahren ein ähnlich schweres Delikt zuschulden kommen lässt, wie der vorsitzende Richter Peter Rentsch in seiner kurzen Begründung des Urteils ausführte. Der Mann muss eine Busse von 6000 Franken bezahlen, die Zivilforderungen der Gemeinde erfüllen, und er trägt auch die Kosten für das Verfahren. Bei der Festsetzung der Strafe habe das Gericht den relativ hohen Deliktbetrag und die Dauer der strafbaren Handlung, aber auch das gute Verhalten des Angeklagten während des Verfahrens berücksichtigt, so Peter Rentsch. «Eine bedingte Geldstrafe und eine Busse scheinen angemessen zu sein.» Der bedingte Strafvollzug werde gewährt, weil der Mann nicht vorbestraft sei.

Die gestrige Verhandlung wurde in Form eines abgekürzten Verfahrens durchgeführt. Dies ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, zum Beispiel, wenn die Umstände unbestritten sind und der Angeklagte die Zivilansprüche anerkennt und der Anklageschrift zustimmt. im

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