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«Ich bin ein Bild-Erfinder»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der erste Blick auf die Bilder von Pius Binz im Gemperlin-Saal des Gutenberg-Museums zeigt, was dem Künstler wichtig ist, nämlich Strukturen und Farben. Der 68-jährige Künstler aus Luzern, der in St. Antoni aufgewachsen ist, zeigt ab heute Freitag über 40 seiner Werke, vor allem Linoldrucke, die in den letzten acht Jahren entstanden sind. Diese Drucktechnik hat er vor zehn Jahren entdeckt, und ihre vielfältigen Möglichkeiten lassen ihn seither nicht mehr los.

Leuchtende Farben

Pius Binz behandelt die Li­nol­platte mit Lauge, welche das Material unregelmässig auflöst. Nach dem Auswaschen in der Autowaschanlage ergibt sich eine Struktur, die er auf unterschiedliche Materialien druckt. «Am liebsten auf Büttenpapier, weil ich dieses Material einfach gerne habe.» Die Farben aus Pigmenten stelle er selber her, weil deren Leuchtkraft und Schönheit so besser zum Ausdruck kämen.

Wie die alten Meister arbeitet er meist mit mehreren Schichten; jede einzelne Schicht gibt dem Bild eine neue Richtung. «Der Zufall ist wichtig», sagt er. Wie überall im Leben spiele er auch in seiner Kunst eine grosse Rolle. «Zufälle sind wertvoll, wenn man die Fähigkeit hat, ihren Wert zu erkennen und das, was einem zufällt, zu packen und weiterzuführen.»

Eine Welt voller Muster

«Ich bin ein Augenmensch, das war ich schon immer», sagt Pius Binz über sich selber. Die Muster, die er in seine Bilder ein­ar­bei­tet, findet er überall im Alltag. «Es sind zum Beispiel Strukturen oder Verfärbungen von Oberflächen am Boden. Oder ich sehe sie in den Wolken, wenn ich zum Himmel hinauf schaue.» Er finde sie auch in Fotos in einer Zeitung, wenn ihm spannende Farbkompositionen ins Auge stechen. Den Fotoapparat hat er deshalb immer zur Hand, um diese visuellen Reize als Idee festzuhalten. «Ich bin ein Bilder-Finder und ein Bild-Erfinder», fasst Binz zusammen.

Die so gesammelten Muster überträgt er nicht eins zu eins auf die Bilder, sondern nimmt sie als Anregung für eine Ausgangslage. Jede neue Schicht verändert das Gesamtbild und eröffnet eine neue Dimension. Wenn er arbeite, sei er stets auf Empfang für das, was komme. «Ich bin bereit, die Richtung zu wechseln und zu experimentieren, wenn sich neue Aspekte ergeben. Mir geht es darum, dass eine Schwingung zustande kommt», sagt Pius Binz, für den die Musik sein ganzes Leben lang wichtig war. Teile der verwendeten Druckstöcke schneidet er auseinander und setzt sie neu zusammen, übermalt sie mit dem Pinsel oder einer Walze, bis etwas Neues entsteht. Abfall gebe es bei ihm nicht. Einige Bilder lasse er eine Zeit lang ruhen und nehme sie sich dann wieder vor, um weiterzuarbeiten. «Meine Bilder sind nie sicher vor mir», sagt er dazu. Aus diesen Arbeitsphasen entstehen abstrakte Bilder mit vielen leuchtenden Farben. Sie animieren den Betrachter, in die Farben einzutauchen, die verschiedenen Ebenen zu entdecken und das aufzunehmen, was zurückschwingt.

Vernissage heute Abend

Die Vernissage findet heute Freitag, 11. November, um 18 Uhr statt. Umrahmt wird der Anlass durch ein Blues-Duo, bestehend aus dem Cousin und der Cousine von Pius Binz: Elisabeth Müller-Binz und Beat Binz.

Pius Binz

Zurück in der alten Heimat

Pius Binz ist in St. Antoni aufgewachsen und vor 50 Jahren nach Luzern gezogen, um dort die Kantonsschule und danach die Schule für Gestaltung zu besuchen. Er wurde Lehrer für bildnerisches Gestalten und hat 28 Jahre am Baldegg-Lehrerinnenseminar und an der Pädagogischen Hochschule Luzern unterrichtet. Der 68-Jährige lebt und arbeitet heute in Hitzkirch im Kanton Luzern. Schon früh war er künstlerisch tätig, hat gemalt und mit Glas gearbeitet. Er erhielt auch Aufträge für Kunst am Bau, so etwa für eine Kapelle in Baar ZG, einen Aufbahrungsraum in Hitzkirch LU und für das Farbkonzept und die Innengestaltung im Schulhaus Horw LU.

«Es war mein Wunsch, einmal in meiner früheren Heimat auszustellen», sagt Binz. Durch seine zwei Brüder habe er noch immer gute Kontakte in den Sensebezirk. Dank eines Hinweises ist er auf das Angebot des Gutenberg-Museums aufmerksam geworden, das den Gemperlin-Saal weniger bekannten Künstlern oder Nachwuchstalenten als Ausstellungsraum zur Verfügung stellt. Die Ausstellung ist bis zum 5. Februar 2017 zu sehen.

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