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«Ich bin ein purer Schulmediziner»

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Autor: pascal jäggi

Freiburg Im Verhältnis zwei zu eins sprach sich die Patientendemokratie vor dem Wirtschaftsstrafgericht gegen die Thermographie eines Freiburger Psychiaters und seiner Frau aus. Die drei vom Substituten der Staatsanwaltschaft, Fabien Gasser, einberufenen Zeugen waren bei den beiden in Behandlung, inklusive der umstrittenen Methoden (siehe FN vom 6. Mai). Während einer seinen Therapeuten ein grosses Lob aussprach, konnten die anderen beiden nur Negatives berichten. Entsprechend suchen sie die Beratung des Ehepaares nicht mehr auf.

Ziel des Zeugenaufrufs war allerdings weniger, den Arzt zu diffamieren, sondern vielmehr, herauszufinden, wie er die Rechnungen für die Thermographie stellte. Dabei sagten die Zeugen übereinstimmend aus, dass ihre Krankenkassen die Therapie nicht übernehmen wollten. Danach hätten sie den Psychiater darauf aufmerksam gemacht. «Er meinte, dass er sich darum kümmern werde», erzählte einer. Was hiess, dass er seinen Patienten, die bereits bezahlt hatten, das Geld zurückerstattete. «Er hat doch nicht gratis gearbeitet?», fragte Gerichtspräsident André Waeber. «Ich bin mir sicher, dass er das Geld von der Krankenkasse bekommen hat», war die Antwort.

Keine weiteren Zeugen

Bruno Kaufmann, Anwalt der beiden Angeschuldigten, hätte gerne noch mehr Zeugen vorgeladen, darunter den Erfinder der Thermographie-Apparate. Fabien Gasser wies darauf hin, dass bereits genügend über die Methode in Erfahrung gebracht wurde, unter anderem durch einen Sachverständigen. Eine weitere Befragung von Leuten, welche bloss die Analyse loben, bringe nichts. Die Richter waren offenbar derselben Meinung und wiesen den Antrag zurück.

Der Angeschuldigte nutzte die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass er alles andere als ein Alternativmediziner sei. «Ich bin ein purer Schulmediziner», sagte er. Für einen Alternativmediziner seien Analyse und Methoden völlig unwichtig, seine Arbeit bestehe aber zu 30 Prozent daraus, erklärte der Psychiater.

Nirgends akzeptiert

So richtig heimisch war der 62-Jährige aber in keinem der beiden Lager. Die Thermographiegesellschaften in der Schweiz und Deutschland hätten ihn ausgeschlossen, weil er zu schulmedizinisch geprägt sei, die Ärztegesellschaft Freiburg wollte ihn lange nicht als Mitglied. «Wer Liebe und den Diskurs mit Gott in sein Konzept aufnimmt, hatte da nichts zu suchen», so der Psychiater. Erst vor kurzem sei er zum ersten Mal von der Ärztegesellschaft eingeladen worden. Dass das früher nie geschehen war, sei «furchtbar».

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